Vorfreude aus Test gegen Austria

Löwen-Profi Liendl spricht über seine Zukunft

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Ist er bei den Löwen noch gefragt? Michael Liendl weiß nicht, was die Zukunft bringt.

Bad Waltersdorf - In seiner alten Heimat blüht Michael Liendl auf. Der Österreicher kämpft auch um seine Zukunft bei Sechzig. Er erhofft sich ein baldiges Gespräch mit den Bossen.

Am Ende einer strapaziösen Trainingseinheit hat Michael Liendl noch einmal Schwerstarbeit verrichten dürfen: Kniebeugen mit einer Eisenlast auf den Schultern. Es war ihm anzusehen, dass er auf die Zähne beißen musste. Doch der 30-Jährige nahm auch diese Übung relativ gelassen. So wie er überhaupt den Eindruck macht, dass ihn derzeit nichts groß aus der Ruhe bringen kann.

"Wir haben", sagt er, "noch viel Arbeit vor uns." Das Wörtchen "uns" drückt dabei eine nicht unbedingt selbstverständliche Zuversicht aus. Denn ganz genau weiß Liendl immer noch nicht, woran er bei den Sechzigern ist. Noch vor einigen Wochen drängte sich der Eindruck auf, die Blauen wollten den Mittelfeldspieler loswerden. "Das war schon ein bisschen kurios, ein bisschen komisch", meint er.

Die Zweifel waren Anfang Juni aufgekommen, also zu einer Zeit, als Oliver Kreuzer noch als Sportchef am Ruder war. Es gab deutliche Signale dafür, dass Sechzig nicht mehr auf ihn setzt. Angeblich, so wurde kolportiert, passe er nicht ins Konzept des neuen Trainers Kosta Runjaic. "Ich kann mir nicht großartig was vorwerfen", sagt Liendl zur kritischen Einschätzung seiner Saisonleistung. Immerhin hatte er es im Abstiegskampf auf vier Tore und acht Assists gebracht, eine durchaus passable Bilanz. Angekreidet wurden ihm aber Schwächen im Defensivverhalten.

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Liendl lässt Zukunft weiter offen

Kreuzer musste sich inzwischen verabschieden, an der unklaren Situation hat sich aber nicht viel geändert. "Ich kann nicht hundertprozentig sagen, wie es weitergeht", sagt Liendl, "es hat noch niemand vom Verein mit mir gesprochen." Auch der neue Sportdirektor Thomas Eichin nicht. Liendl: "Ich erwarte mir schon früher oder später, dass ein Statement kommt, in welche Richtung es geht."

Die Richtung, diese Erfahrung hat Liendl bei seinem Gastspiel in München gemacht, kann sich gerade bei den Löwen schnell ändern: "Ich bin jetzt ein knappes Jahr bei Sechzig und habe schon den vierten Trainer - das ist der Wahnsinn." Wobei er auch anmerkte: "So lange du keine Konstanz reinbringst, ist es schwer, erfolgreich zu sein."

Wiedersehen mit Austria Wien

Vorerst bleibt dem feinen Techniker, der über gewaltige Schusskraft verfügt, nichts anderes übrig, als sich auf das Trainingslager in Bad Waltersdorf zu konzentrieren. Als Lokalmatador fällt das dem gebürtigen Grazer ohnehin relativ leicht: "Es ist immer schön, wenn du daheim bist." Am Donnerstag kommt es zudem beim Testspiel in Kirschschlag in der Buckligen Welt (der Passionsspielort heißt wirklich so) zu einem Wiedersehen mit Austria Wien. Liendl verbindet damit nur positive Erinnerungen: "Austria ist ein Superklub in einer der schönste Städte der Welt. Wir sind zweimal in die Gruppenphase der Europa League gekommen. Ich habe mich dort in meinen drei Jahren als Profi sehr wohl gefühlt."

Wie lange sich Liendl noch bei 1860 fühlen wird, ist - wie gesagt - ungewiss. Aber der Steirer glaubt da bereits die ersten guten Anzeichen wahrgenommen zu haben: "Ich habe das Gefühl, dass der Trainer mit mir zufrieden ist."

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