Präsident im tz-Interview

Cassalette: "Aigner? Bleiben wir doch realistisch"

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Sorgenfreie Saison? Peter Cassalette.

München - Im Interview spricht Löwen-Präsident Peter Cassalette über Transfers, Hasan Ismaik und Ex-Sportchef Oliver Kreuzer.

Herr Cassalette, sind Sie zufrieden mit dem Stand der Vorbereitung?

Peter Cassalette: Auf jeden Fall. Kosta (Runjaic) ist ein Arbeitstier, Thomas Eichin telefoniert von früh bis spät mit Spielern und Beratern. Ich habe vollstes Vertrauen in die beiden. Wenn man sieht, wen wir bisher geholt haben, Jan Zimmermann, Karim Matmour, Filip Stojkovic, Marnon Busch … ich denke schon, dass wir uns da ganz gut verstärkt haben.

Victor Andrade zählen Sie noch nicht dazu…

Cassalette: Ja, da fehlt noch die Unterschrift unter dem Leihvertrag, weil einige Dokumente noch nicht da sind. Aber ich gehe davon aus, dass das in den nächsten Tagen über die Bühne gehen wird. Der Victor ist ein netter Bursche. Ich habe nur ein bisschen Angst, dass er ständig umgehauen wird, weil er so schnell ist.

Angeblich sollen Sie intern laut über eine Rückkehr von Stefan Aigner nachgedacht haben – was ist dran an den Gerüchten?

Cassalette: Mei, ich habe mal gesagt, dass es schön wäre, jemanden wie Stefan Aigner oder einen der Benders irgendwann zurückzuholen. Aber bleiben wir doch realistisch: Im Moment ist das weit weg. Aigner zum Beispiel hat in Frankfurt noch einen Vertrag bis 2018 und wird bei uns nicht für die Hälfte oder ein Drittel des Gehalts spielen.

Wie viele Spieler sollten denn Ihrer Meinung nach noch kommen?

Cassalette: Ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir in der Innenverteidigung und im Sturm noch Bedarf haben. Eventuell auch im zentralen Mittelfeld nach der bitteren Verletzung von Romuald Lacazette.

Der brasilianische Stürmer Ribamar soll kurz vor der Unterschrift stehen. Bleibt das Saisonziel unverändert eine sorgenfreie Spielzeit?

Cassalette: Ja. Ich denke, dass wir schon mit dem aktuellen Kader nicht gegen den Abstieg spielen würden. Aber mit einigen Verstärkungen mehr sollte ein gesicherter Mittelfeldplatz möglich sein. Nach zwei Fast-Abstiegen kann das Ziel nur Stabilisieren lauten. Ich werde auch nach zwei Siegen keine Parolen raushauen.

Was halten Sie von der These, dass Hasan Ismaik im Falle des Misserfolgs die Schuld nur noch bei sich selbst suchen kann, weil ihm sämtliche Personalwünsche erfüllt wurden?

Cassalette: Das ist ja so nicht richtig. Es gab immer mehrere Kandidaten, beim Trainer wie beim Sportchef. Und es war beileibe nicht so, dass Hasan irgendwas durchgedrückt hätte. Sämtliche Entscheidungen wurden von beiden Gesellschaftern getroffen. Wir werden in guten und schlechten Zeiten zueinander stehen.

Was macht Sie da so sicher?

Cassalette: Ich bin im Schnitt jeden zweiten Tag mit Abu Dhabi in Kontakt. Wenn es irgendwelche Irritationen gibt, dann klären wir das sofort und unter uns. Nicht in der Öffentlichkeit, wie das in früheren Jahren passiert ist. Wir wären verrückt, jetzt wieder Kleinkriege anzufangen.

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Nicht wenige Fans haben Ihnen die Freistellung von Oliver Kreuzer persönlich übel genommen. Sie hätten das Ganze auch schon vor der Mitgliederversammlung durchziehen können, lautete einer der Vorwürfe. Ihr Kommentar?

Cassalette: Es war eine unpopuläre Maßnahme. Und mit der Mitgliederversammlung hatte das überhaupt nichts zu tun. Da stand die Entscheidung noch nicht einmal fest. Wir haben Thomas Eichin nicht aus Jux und Dollerei geholt. Dass die Kommunikation nicht optimal gelaufen ist, das stimmt, da will ich auch gar nichts von mir weisen. Ich wünsche mir, dass ich mit Oliver Kreuzer – wenn etwas mehr Gras über die Sache gewachsen ist – wieder ganz normal reden kann. 

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