Löwen kämpfen um Klassenerhalt

Cassalette: Ismaik-Unterstützung auch bei Abstieg

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Löwen-Präsident Peter Cassalette und Investor Hasan Ismaik.

München - Bei Sechzig hat die Phase der Durchhalteparolen begonnen. Die Partie gegen Duisburg wird zum Schlüsselspiel. Der Präsident stellt eine "Löwen-Rechnung" auf - inklusive Investor.

Sascha Mölders war fassungslos. „So grausam kann Fußball sein“, urteilte der Routinier nach dem nächsten Tiefschlag für den TSV 1860 München im Abstiegskampf. Das 0:1 im Derby der 2. Fußball-Bundesliga gegen Greuther Fürth fühlte sich besonders mies an, weil es nicht nur aus Sicht des Angreifers unnötig gewesen war. „Wir haben alles versucht, brauchen uns nichts vorzuwerfen. Jetzt müssen wir die Köpfe hochnehmen. Nächste Woche haben wir wieder ein wichtiges Spiel“, erklärte Mölders.

Die Bedeutung der Spiele nimmt wöchentlich zu, die Anzahl ab. „Es wird immer enger, wir haben nur noch fünf Spiele“, sagte Präsident Peter Cassalette am Samstag im Bayerischen Rundfunk. Das nächste steigt schon am Freitag beim MSV Duisburg, dem Tabellenletzten. Fast schon ein Alles-oder-nichts-Spiel. „Die Löwen-Rechnung muss so aussehen, dass wir in Duisburg drei Punkte holen“, sagte Cassalette. „Wir haben immer noch den Platz vor dem Relegationsplatz im Visier.“

Cassalette: "Bin hundert Prozent überzeugt"

Platz 15 bedeutet direkte Rettung, Rang 16 würde wie im Vorjahr zwei dramatische Relegationsspiele gegen den Dritten der 3. Liga bedeuten. Noch sprechen sich die „Löwen“ Mut zu, gerade nach dem Auftritt gegen Fürth. „Wir haben den Kampf grundsätzlich angenommen“, meinte Trainer Benno Möhlmann nach dem Spiel. „Wenn wir konstant dranblieben, werden wir belohnt werden. Davon bin ich hundert Prozent überzeugt.“

Die Phase der Durchhalteparolen hat begonnen. „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war richtig stark“, verkündete Verteidiger Jan Mauersberger. Dass der spielerisch überlegene Auftritt nicht für mindestens einen Punkt genügte, dafür war am Freitagabend auch der frühe Siegtreffer von Robert Zulj in der 2. Minute verantwortlich. „Im Endeffekt kostet uns diese Situation das Spiel. Das ist sehr, sehr bitter“, sagte Mauersberger.

Sorgen bereitet aber auch die haarsträubende Chancenverwertung. „Es war alles da außer Effektivität. Aber die gewinnt am Ende eben die Spiele. Gefehlt hat nur ein Tor“, erklärte Mauersberger. Alleine Mölders vergab im ersten Durchgang vier Chancen. „Der Ball wollte einfach nicht ins Tor“, klagte Mauersberger.

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Cassalette: Ismaik habe Unterstützung "zugesagt"

„Es ist schon frustrierend gewesen“, gestand der Präsident am Tag danach. Cassalette mag gar nicht an den Absturz in die 3. Liga denken, beschäftigen muss sich die Vereinsführung aber schon mit dem schlimmsten Szenario. Immerhin berichtete Cassalette am Wochenende im BR, dass Investor Hasan Ismaik den Verein auch im Abstiegsfall weiter finanziell unterstützen würde. Das habe der Jordanier „zugesagt“.

Für die Fürther, die weder mit dem Aufstieg noch dem Abstieg etwas zu tun haben, war der Blitzstart der Erfolgsschlüssel. „Das schnelle Tor hat uns gut getan. Wenn wir das 1:0 nicht gleich schießen, gewinnt 1860 dieses Spiel, denn wir haben nicht gut gespielt“, urteilte Veton Berisha, der den Treffer über die rechte Seite vorbereitet hatte.

Auch Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck sah wenig Grund, sein Team besonders zu loben. „Positiv ist, dass wir 40 Punkte und eine stabile Saison gespielt haben“, sagte er nach dem elften Saisonsieg. Auf das Spiel bezogen fügte er hinzu: „Abgesehen vom Ergebnis sind wir enttäuscht. So wollen wir nicht mehr spielen.“

dpa

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