In Gedanken auch bei Aigner

Sechzig nach dem Dreier: "Spiel setzt Kräfte frei"

+
Jubel in Blau: Die Löwen-Profis feiern mit den mitgereisten Fans in Nürnberg.

Nürnberg - Bei den Blauen herrscht nach Monaten endlich wieder eitel Sonnenschein. Besonders zwei Entscheider jauchzen vor heller Freude.

Jetzt sind die Löwen "bei de Leit", wie man in Bayern so schön sagt. Nach dem 2:1-Sieg im Derby beim 1. FC Nürnberg werfen alle blauen Fans endlich mal wieder gern einen Blick auf die Tabelle. Rang sechs, nur einen Punkt hinter Aufstiegsrang zwei - das kann sich sehen lassen. Das findet auch Sportchef Thomas Eichin: "Wir haben jetzt sieben Punkte nach vier Spielen. Damit sind wir ganz zufrieden, zumal wir dreimal auswärts ran mussten."

Ganz zufrieden, das konnte man von Hasan Ismaik nicht behaupten. Der Investor geriet nach dem Erfolg förmlich ins Schwärmen auf seiner Facebookseite: "Ich habe eine großartige Leistung einer famos kämpfenden 1860-Mannschaft gesehen. Für mich war das ein echtes Erlebnis am Livestream. Das ist das neue Sechzig, wie wir es uns immer gewünscht haben. Danke für diesen Fußballabend."

Ismaik war so angetan, dass er am Freitag zum Heimspiel gegen Union Berlin einfliegt. Präsident Peter Cassalette freut sich: "Es ist toll, dass er sich die Zeit nimmt, um sich persönlich ein Bild davon zu machen, was sich seit Sommer alles getan hat."

Löwen schöpfen Mut für die Zukunft

Und Ismaik wird hoffentlich erneut sehen, dass man auch ohne den verletzten Stefan Aigner Erfolg haben kann. Auch deshalb sollte das Spiel in Nürnberg Mut für die Zukunft machen, denn der Kapitän fällt noch mindestens sechs Wochen aus. "Es geht also auch ohne Stefan", sagte Präsident Peter Cassalette.

"Aber es muss ja auch ohne ihn gehen. Eins zu eins ersetzen kann man ihn sicher nicht, aber mit unserem großen Kader sollten wir auch in Zukunft sein Fehlen kompensieren können. In Nürnberg hat man gesehen, dass mit Einsatz und Kampf viel geht. Auch fußballerisch hat mir das gefallen. Es war sicher unser bestes Spiel bisher in der Saison. Man merkt, dass bei uns immer mehr Zug und System reinkommen."

Mauersberger denkt auch an Aigner

Mölders (l.) und Matmour jubeln.

Jan Mauersberger, der in Nürnberg Aigner als Kapitän vertrat undsich von seinem Gegenspieler Burgstaller zwei mal ins Gesicht schlagen ließ, um durch die Gelb-Rote Karte für den Nürnberger eine Überzahl für die Löwen zu erzwingen, dachte auch im Siegestaumel an den daheim vor dem Fernseher sitzenden Pechvogel: "Der Sieg war auch für Stefan. Wir haben ihn vermisst." Aber Aigners Abwesenheit gab zum Glück keinen Anlass zum Klagen.

Auch Kosta Runjaic war deshalb von seiner Mannschaft beeindruckt. "Diese Leistung war keine Selbstverständlichkeit", fand der Trainer. "Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Nach Aigners Ausfall hat uns diese Leistung wohl keiner zugetraut. Aber die Mannschaft hat Charakter und Herz gezeigt." Und im Hinblick auf das Heimspiel am Freitag gegen Union Berlin und die Möglichkeit, mit einem weiteren Erfolg in der Tabelle noch höher zu klettern, stellte Runjaic fest: "So ein Spiel wie in Nürnberg setzt Energien frei. So ein Sieg gibt Kraft."

Weniger erbaulich waren die wieder mal zündelnden Fans in der Löwen-Kurve. Peter Cassalette ärgerte sich einmal mehr darüber: "Diese Leute schaden Sechzig einfach. Das kostet uns wieder Geld, und irgendwann bekommen wir eine Stadionsperre. Ganz zu schweigen davon, dass uns die ständigen Sicherheitskonferenzen, die wegen dieser Leute nötig sind, einfach nur noch auf die Nerven gehen."

WhatsApp-News zum TSV 1860 gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für Löwen-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Löwen direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Claudius Mayer

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Alle Pokal-Tickets weg - 1860-Fans toben und wittern „miese Aktion“
Alle Pokal-Tickets weg - 1860-Fans toben und wittern „miese Aktion“
Was machte Dieter Hecking in Harlaching?
Was machte Dieter Hecking in Harlaching?
Vorrunde für Boenisch beendet
Vorrunde für Boenisch beendet
Eichin offiziell weg - Boykott gestoppt - Bierofka bleibt
Eichin offiziell weg - Boykott gestoppt - Bierofka bleibt

Kommentare