Erste Runde gegen den Karlsruher SC

Torwart-Wechsel im Pokal? Runjaic gibt sich bedeckt

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Jan Zimmermann und Stefan Ortega. 

München - Vor dem Pokalspiel gegen den Karlsruher SC hofft Trainer Runjaic auf spielerische Fortschritte gegen den KSC, Sportdirektor Thomas Eichin auf wichtige Pokaleinnahmen.

Wo Aigner sonst dribbelt und Mauersberger grätscht, ziehen seit Kurzem grüne Baumaschinen ihre Runden. Muldenkipper, Bagger, Planierraupen – es sieht aus wie auf der Bauma. Die 1860-Profis müssen flexibel sein und ausweichen. Ziel der aufwendigen Maßnahmen ist es, den Hauptübungsplatz in einen zeitgemäßen Trainingsuntergrund zu verwandeln.

So schaut es derzeit aus auf dem Trainingsgelände des TSV 1860. Der Hauptübungsplatz, der sich bei Starkregen stets in eine Seenlandschaft verwandelte, wird grundlegend saniert.

Chefcoach Kosta Runjaic nimmt die damit verbundenen Unannehmlichkeiten gerne in Kauf, denn das ist genau sein Ding: Etwas aufbauen, Dinge verändern, Neues schaffen. Und dass so ein Umgestaltungsprozess Zeit braucht, sieht er ja bei seinem neu zusammengestellten Kader: "Wir sind noch in der Findungs- und Kennenlernphase", sagte er am Freitag, nachdem die ersten beiden Auftritte in der Liga auch dem Fan eine gewisse Nachsicht abverlangt hatten.

Löwen und Karlsruhe treffen zwei Mal binnen einer Woche aufeinander

Gruselauftritt in Fürth (0:1), Duselauftritt gegen Bielefeld, als es auch ohne herausgespielte Chance zum Sieg reichte (1:0) – und jetzt gegen Karlsruhe? Das erste von zwei Duellen binnen einer Woche findet im Pokal statt; Runjaic hofft, dass sein Team spielerisch weiter Fortschritte macht: "Der Sieg gegen Bielefeld hat der Mannschaft sehr gutgetan. Wir haben Selbstvertrauen getankt. Ich hoffe, dass wir die guten Sachen mit ins Pokalspiel reinnehmen können. Für mich geht’s natürlich erst mal um das Sportliche."

Manager Thomas Eichin denkt natürlich auch an das Wirtschaftliche. "Pokal ist immer eine schöne Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit für Aufsehen zu sorgen", sagt der Sportchef: "Du kannst da mit wenigen Spielen sehr, sehr viel erreichen." Allein durch den Einzug in die 2. Runde dürfte Eichin "eine sechsstellige Summe budgetieren".

268 000 Euro sind es, um genau zu sein. Dafür kann man eine besonders robuste Rasenmischung kaufen – oder einen erfahrenen Innenverteidiger. Dieser Plan wird nach wie vor verfolgt, wie ein heimlicher Scoutingtrip zu Wochenbeginn verrät. "Ich war für den Verein unterwegs" begründete Runjaic seine Absenz im Montagstraining.

Torwart-Rotation im Pokal möglich

Gegen den KSC an diesem Samstag muss der Coach aber noch aus den vorhandenen Möglichkeiten schöpfen. Viele Änderungen sind nicht zu erwarten, nachdem Runjaic das Bielefeld-Spiel besser gefallen hat als manchem Zuschauer. Rechts hinten muss er abwägen, wer den verletzten Filip Stojkovic vertreten soll: Marnon Busch, der in Fürth überfordert wirkte – oder Fanol Perdedaj, der als Einwechselspieler gegen Bielefeld "eine reife Leistung gezeigt" habe. Das zweite Gedankenspiel des Trainers kreist ums Tor, das in der Liga von Jan Zimmermann gehütet wird. "Es ist denkbar, dass wir auf dieser Position rotieren", orakelt Runjaic.

Wie ernst der Trainer den Pokal nimmt, belegt seine Trainingsansetzung am Donnerstag: 18.30 Uhr am Abend – wie am Spieltag. Vorteil laut Runjaic: "Die Temperaturen waren niedriger, wir konnten unter Flutlicht trainieren. Vom Rhythmus her war das gut für die Mannschaft." Wie gesagt: Bei 1860 ist in diesen Tagen Flexibilität gefragt.

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