War's das nun für Torsten Fröhling?

Fachkompetenz und Courage - das fehlt den Löwen

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War's das nun für Torsten Fröhling?

München - Am Sonntag Nachmittag um 15 Uhr leitet Collin Benjamin das Training an der Grünwalder Straße. Torsten Fröhling ist nicht da. Aber keineswegs "nicht mehr", sondern "noch nicht".

Der Chefcoach der Löwen befindet sich während der Übungseinheit auf der Rückreise von der Trainertagung in Leverkusen und wird erst am Dienstagvormittag wieder mit der Mannschaft auf dem Platz arbeiten. Das steht auch nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Sieg, dem 1:1 am Freitag in Bielefeld, zu 99,9 Prozent fest. Hundert Prozent gibt’s beim TSV 1860 einfach nicht.

Und schon gar nicht, was die Frage anbetrifft, ob Fröhling beim elften Anlauf – in zwei Wochen beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC – noch auf der Trainerbank in der Allianz Arena Platz nehmen darf. In zwei Wochen Länderspielpause kann viel passieren. Da könne man „auch noch mal was machen“, hatte Geschäftsführer Markus Rejek schon vor der Partie in Bielefeld erklärt – und dabei sicher nicht an Wallfahrten und Fürbitten bei höheren Mächten gedacht.

Interims-Sportchef Necat Aygün ließ sich am Samstag jedenfalls auch kein Statement mehr pro Fröhling entlocken. „Ich bin jetzt nicht da, um irgendwelche Garantien auszustellen oder zu sagen, es gibt ein Ablaufdatum“, sagte der 35-Jährige. „So was gibt’s nicht.“ Bisher hatte Aygün immer erklärt: „Es gibt keine Trainerdiskussion bei uns.“

TSV 1860 München: Fachkompetenz und Courage fehlen

Das allerdings hat man ohnehin nicht mehr für bare Münze genommen, seitdem sich Geschäftsführer Noor Basha vor zwei Wochen bei seinem tolpatschigen Anbandel-Versuch mit Peter Neururer in aller Öffentlichkeit erwischen ließ.

Und das ist ja das Beunruhigende: dass all jene Entscheidungsträger, die in der Sommerpause und Vorbereitungszeit für das verheerende Management verantwortlich waren, das die jetzige Misere entscheidend heraufbeschworen hat, jetzt auf einmal die nötigen Lösungen zur Besserung finden sollen.

Allein schon die Tatsache, dass Basha und Markus Rejek mit der am 10. Juli vom damaligen Interimspräsidium versendeten Pressemitteilung, dass künftig beide als Geschäftsführer für den Bereich Sport verantwortlich seien, alles andere als glücklich waren, verdeutlicht, was dem TSV 1860 fehlt: Fachkompetenz und Courage.

Sowie zumindest Einigkeit, was das Handeln betrifft. Dass Interims-Präsident Sigi Schneider nach Bashas Treffen mit Neururer erklärte, dass „Neururer bei uns nicht Kandidat“ sei, beweist einmal mehr, dass beim TSV 1860 die Linke nicht weiß, was die Rechte denkt.

Zurzeit, so wird an der Grünwalder Straße geflüstert, sei Benno Möhlmann wieder mal ein Kandidat. Der 61-Jährige war bereits im Sommer als Sportchef im Gespräch gewesen, nach der Installation von Necat Aygün war das dann aber schnell kein Thema mehr. Apropos: Auch in Sachen Sportchef sollen die Löwen wieder auf der Suche sein. Könnte sogar Priorität haben. Denn dann kann und soll der über die Trainerfrage entscheiden. Wäre eigentlich mal ein sinnvoller Einfall…

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