K- und T-Frage treibt die Löwen herum

"Schon wieder fünf nach Zwölf!" Wettberg kritisiert Ismaik

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Laut Löwen-Präsident Peter Cassalette waren Hasan Ismaik und Oliver Kreuzer in die Trainer-Entscheidung eingebunden.

München - Die Trainerfrage beim TSV 1860 München soll in den nächsten Tagen beantwortet werden. Bei der Entscheidung waren Investor Ismaik, Sportchef Kreuzer und die Bosse involviert.

Es ist erst ein paar Wochen her, da fragte Löwen-Präsident Peter Cassalette einen aktuellen (und nicht ganz unwichtigen) 1860-Profi, wen sich die Mannschaft denn als neuen Trainer wünsche. „Daniel Bierofka!“, kam’s wie aus der Pistole geschossen. Und auf den Einwand, dass dies aus den bekannten Gründen nicht möglich sei: „Schon klar, aber auf jeden Fall einen wie Biero. Das wäre ideal.“

Noch ist Name des neuen Trainers noch nicht durchgesickert. Angesichts der teils abenteuerlichen (aber beim Ismaik-Klub nicht abwegigen) Spekulationen wie Steve McClaren (!) und Manuel Pellegrini (!!) sah sich der Verein am Donnerstagvormittag indes zu einer Mitteilung auf Facebook veranlasst: „Bei allem Respekt für die Kandidaten – international, mit Erfahrung in der Premier League, was haben wir nicht alles gelesen – sie sind kein Thema bei uns, es gab weder Treffen noch Kontakt zu diesen Personen. Was wir sagen können: Wir haben unsere Entscheidungsfindung abgeschlossen. Wir freuen uns darauf, Euch unseren neuen Trainer in den nächsten Tagen vorzustellen!”

Laut Cassalette sei der Name des neuen Trainers in den Medien bisher überhaupt noch nicht groß gespielt worden. Durchaus bemerkenswert angesichts der ellenlangen „Kandidaten“-Liste von Franco Foda und Mirko Slomka bis hin zu Thorsten Fink und Michael Henke.

Wichtig war es dem Oberlöwen, zu betonen, dass die Entscheidung kein Alleingang von Hasan Ismaik und seiner Entourage gewesen sei. Zuletzt hatten hartnäckige Gerüchte die Runde gemacht, Oliver Kreuzer habe die ihm zugemessene Kompetenz nicht einsetzen dürfen, der Sportchef sei in der T-Frage quasi übergangen worden. „Ein Unding, so etwas in die Welt zu setzen“, meinte Cassalette jetzt. „Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen und sind allesamt positiv gestimmt.“

Konkret soll es demnächst auch in der Geschäftsführer-Frage werden. Man habe sich mit Ismaik auf einen Kandidaten verständigt, sagte Cassalette der tz. Im Gegensatz zum Trainer seien hier allerdings noch einige Dinge mehr zu klären.

Ursprünglich sollte der Nachfolger des scheidenden Markus Rejek noch vor dem neuen Cheftrainer bekannt gegeben werden. Sachzwänge auf dem Spielermarkt dürften die Löwen zu einer Verschiebung ihrer Prioritäten veranlasst haben. Ex-Trainer und -Vizepräsident Karsten Wettberg bringt’s auf den Punkt: „Es ist in Sachen Kaderzusammenstellung schon wieder fünf nach zwölf. Ich begreife es nicht, wie man nach zwei glücklichen Klassenerhalt in Folge wieder so lange mit dem grünen Licht warten konnte. Oliver Kreuzer tut mir leid, er muss zuschauen, wie ein Stoppelkamp zum KSC geht. So wie Hasan Ismaik handelt, ist er der Feind seines eigenen Geldes.“

Die Hoffnung der Fans: Nach dem Trainer sollen bald auch die ersten Spieler vorgestellt werden. Ein Kandidat ist Defensiv-Allrounder Stefan Hierländer (25). Der Österreicher könnte ablösefrei von RB Leipzig kommen.

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