Neuzugänge für die Löwen?

Eichin: "Wir werden sicher noch was machen"

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Thomas Eichin schaute sich am Mittwoch das Löwen-Training an.

Bad Waltersdorf - Thomas Eichin soll in der kommenden Saison die Löwen führen. Der Geschäftsführer traf am Mittwoch im Trainingslager ein und begutachtete den Kader.

Thomas Eichin ist in seiner sportlichen Vergangenheit Verteidiger gewesen, 180 Mal spielte er für Mönchengladbach in der Bundesliga. Auf sein cleveres Defensivverhalten scheint – so die jüngsten Eindrücke – der 49-Jährige auch in der Rolle des Sportdirektors zu vertrauen. Eichin nahm am Mittwoch erstmals die Löwen im Trainingslager unter die Lupe und stellte sich dann im Teamhotel Falkensteiner der Medienrunde. Es war ein erstes Abtasten, bei dem der neue Sportchef kein Wort zu viel verlor, die von vielen ersehnten Informationen zu Transfers ganz für sich behielt, heikle Fragen elegant und selbstsicher abblockte. „Ich halte wenig davon, Wasserstandsmeldungen abzugeben,“ sagte er, „wenn wir wissen, wo genau der Schuh drückt und wir den Markt richtig sondiert haben, werden wir die neuen Spieler präsentieren.“ Basta.

Viel mehr als vage Auskünfte sind wohl auch nicht zu erwarten gewesen von einem Mann, der erstens für seine hochprofessionelle Nüchternheit bekannt ist, und der zweitens vor einer Aufgabe steht, die wohl nur mit eiserner Seriostiät zu bewältigen ist. Eichin, daran sei erinnert, ist von den Vereinsoberen ja als der neue starke Mann inthronisiert worden. Mit ihm soll alles viel besser werden in einem Klub, in dem in den letzten Jahren alles schlechter geworden ist. 

Das hohe Risiko, den beliebten Sportchef Oliver Kreuzer von Knall auf Fall abzuservieren, spricht dabei vor allem dafür, welch große Hoffnungen der Verein in den aus Bremen gekommenen Neuzugang setzen. Eichin fasste sein sportliches Ziel gestern ebenso knapp wie ungefähr zusammen: „Grundsätzlich wollen wir erfolgreich sein.“

Welche Spieler kommen noch?

Die große Frage ist dabei ja noch immer: Mit welcher Mannschaft? Präsident Peter Cassalette hatte noch vor wenigen Tagen von drei, vier Verstärkungen gesprochen. Eichin wollte sich da auf keine Einzelheiten einlassen: „Spieler gibt es zwar, wie Sand am Meer. Aber es müssen halt auch die richtigen sein, die zu unserer Mannschaft passen. Die Mischung muss stimmen. Wir jeden sicher keine Schnellschüsse machen.“

Dass er sich derzeit jeder Diskussion über etwaige Neuverpflichtungen verweigert, begründete der Sportchef auch mit gebotener Rücksichtnahme: „Ich will den Spielern, die derzeit sehr, sehr hart arbeiten, Respekt zollen. Jeder darf sich hier noch einmal zeigen und bekommt seine Chance.“ Einen ersten Eindruck auf dem Fußballplatz von Bad Waltersdorf hat sich Eichin gestern verschafft: „Das war eine sehr knackige Einheit“, stellte er fest: „Dennoch war bis zum Schuss Zug drin und eine gute Stimmung.“

90 Minuten Vormittagstraining

Eineinhalb Stunden dauerte allein das Vormittagstraining bei 30 Grad im Schatten. Wohl nicht ganz verkehrt ist die Vermutung, dass Trainer Runjaic dem neuen Sportchef auch vorführen wollte, wie schwer derzeit bei den Sechzigern gerackert wird. Eichin kündigte bereits an: „Ich werde mir auch in den nächsten Tagen anschauen, wie sich die Mannschaft präsentiert.“ Die erste Zwischenbericht des Trainers fiel positiv aus: „Was ich so von Kosta höre, ist er sehr zufrieden. Alle hängen sich voll rein.“

Das alles ändert aber nichts daran, dass Eichin momentan intensiv an der Personalplanung tüftelt. „Ich weiß schon, was es gibt auf dem Markt“, sagt er, „aber das ist nicht so einfach, das funktioniert nicht so wie bei einem Fußballmanagerspiel. Das muss alles passen, die Mischung muss stimmen. Daran arbeiten wir.“ Und ganz nebenbei ließ Eichin auch noch den für seine Verhältnisse fast schon offensiv klingenden Satz fallen: „Wir werden sicher noch was machen.“

Alle Entwicklungen zum Löwen-Trainingslager gibt es in unserem News-Ticker.

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