Eichin äußert sich

Darum platzte der Taarabt-Wechsel

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Verlässt das Löwen-Trainingslager ohne einen Vertrag: Adel Taarabt (2. v. l.) muss sich einen anderen Arbeitgeber suchen.

Bad Waltersdorf - Kommando zurück! Sechzig nimmt Abstand von einer Verpflichtung von Adel Taarabt. Dabei schien der Deal zeitweise schon fast fix zu sein.

Das Outfit, in dem sich Adel Taarabt am Donnerstagvormittag bei seiner Ankunft im Hotel der Löwen in Bad Waltersdorf präsentierte, war durchaus bemerkenswert. Eine schwarz-goldene Jacke inklusive einem Design, das mit schrill fast noch etwas untertrieben beschrieben wäre. Ein paar Stunden später trug der 27-jährige Offensivmann dann ein weißes Polohemd mit dem eher dezenten Wappen jenes Vereins drauf, für den er künftig spielen soll. Das war zumindest bis Donnerstagabend der Plan. Nach dem Testspiel gegen Austria Wien wurde bekannt, dass der Wechsel des potentiellen Neuzugangs nicht zustande kommen wird. 

"Es war wichtig bei einem Transfer dieser Größenordnung, dass man ihn kennenlernt, dass man mit ihm spricht. Und da müssen die Dinge eben passen, aber ein, zwei Dinge haben nicht gepasst. Adel ist wieder abgereist", erklärte Sportchef Thomas Eichin. Der Ex-Bremer weiter: "Es hat im Sinne von 1860 einfach nicht gepasst. Und haben wir gesagt: Das machen wir einfach nicht. In so einem Fall muss man sich hundertprozentig sicher sein. Und das waren wir uns nicht."

Eichin hält sich bewusst lange zurück

Taarabt reiste noch am gleichen Abend wieder ab. Schon zuvor hielt sich Eichin beim Thema Taarabt, der zuletzt bei Benfica Lissabon unter Vertrag war, sehr zurück. "Ich habe auch bewusst den ganzen Tag nichts bestätigt, weil ich mir ganz sicher sein wollte. Jetzt kann ich auch hundertprozentig sagen, dass es nicht zustand kommen wird", erklärte Eichin. Taa­rabt hatte mal einen Marktwert von zehn Millionen, im Moment sind es etwa 1,5 Millionen Euro.

Trotz seiner erst 27 Jahre kann der marokkanische Ex-Nationalspieler (17 Länderspiele, vier Tore) bereits eine lange Liste von durchaus namhaften Vereinen vorweisen. Angefangen beim RC Lens über Tottenham Hotspur, die Queens Park Rangers, den FC Fulham, den AC Mailand und zuletzt eben Benfica Lissabon. Dort allerdings kam Taarabt in der ersten Mannschaft überhaupt nicht zum Zug, lediglich bei Benfica B brachte er es auf sieben Einsätze sowie ein Tor.

Bilder: Hier betritt Adel Taarabt das 1860-Teamhotel

Taarabt vor allem bei Queens Park Rangers stark

Seine stärkste Zeit verbrachte Taarabt bei den Queens Park Rangers, für die er sowohl in der Premier League als auch in der zweiten englischen Liga spielte und in 164 Partien 34 Treffer erzielte. 2011 wurde der Marokkaner sogar in die Mannschaft der Saison in der 2. Liga gewählt.

Als Taarabt im Januar 2014 an den AC Mailand ausgeliehen wurde, wollte er diesen Wechsel als Sprungbrett zu einem seiner Traumklubs nutzen. In der Gazzetta dello Sport erklärte er damals: "Wenn ich zu Milan gehe, würde mir das die Türe öffnen zu noch größeren Klubs wie Real Madrid oder den FC Barcelona."

Gut, daraus wurde nichts. In seinen eineinhalb Jahren in der Serie A stehen 14 Einsätze und vier Tore zu Buche, außerdem zwei Auftritte in der Champions League. Jetzt dachte man zumindest bis Donnerstagabend, dass es wohl die 2. Liga in Deutschland wird: beim TSV 1860. Die Zeiten, als die Erstligisten hierzulande Interesse gezeigt haben - wie einst Borussia Dortmund oder der VfL Wolfsburg -, sind bei Taarabt ohnehin schon lange vorbei. Neben Victor Andrade wäre Taarabt der zweite Ex-Benfica-Spieler gewesen, der sein Glück in dieser Saison bei den Löwen versucht.

Claudius Mayer

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