Runjaic lobt ihn über den grünen Klee

Rodnei: Nun will er es endlich wissen

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Löwe Rodnei hat ein "gutes Gefühl" mit seinem neuen Trainer.

München - Verteidiger Rodnei wurde beim TSV 1860 München in der letzten Saison nicht oft eingesetzt. Unter dem neuen Trainer Runjaic will er nun noch einmal angreifen.

So schnell kann’s gehen. Vor rund zwei Monaten noch, als Oliver Kreuzer Sportdirektor war, hieß es, dass Abwehrmann Rodnei sich trotz seines bis 2017 laufenden Vertrags einen neuen Verein suchen solle – und jetzt sieht die Sache auf einmal ganz anders aus. Trainer Kosta Runjaic jedenfalls lobte den Brasilianer in der vergangenen Woche fast schon in den höchsten Tönen. „Das ist schön zu hören“, sagte der 30-Jährige, „ich habe bisher gar nicht mitgekriegt, dass der Trainer das gesagt hat.“ Dass man ihn im Mai von der Gehaltsliste haben wollte, aber sehr wohl. „Ich habe es in der Zeitung gelesen“, sagt Rodnei, „mit mir direkt hat niemand darüber gesprochen. Aber ich fand es natürlich schade, dass Leute im Verein so über mich gedacht haben.“

Klar, der Innenverteidiger hat in der vergangenen Saison lediglich fünf Zweitligaeinsätze zu verzeichnen gehabt, aber dafür gibt’s auch Gründe. Rodnei: „Meine Leistenverletzung, die mich im vergangenen Herbst außer Gefecht gesetzt hat. Erst haben wir es drei Wochen lang mit konservativer Behandlung versucht, im November aber war dann eine Operation unumgänglich.“

Rodnei: Für seine mangelnde Einsätze hat er Verständnis

Bis Mitte Februar fiel er aus, und danach spielte er bei Benno Möhlmann ebenfalls so gut wie keine Rolle. Was Rodnei durchaus nachvollziehen konnte: „Die Innenverteidigung mit Schindler und Mauersberger war ja in Ordnung.“

Im letzten Saisonspiel in Frankfurt durfte er unter Daniel Bierofka dann endlich wieder von Beginn an ran. Sein dritter Einsatz in der Startelf und Rodnei bot, wie schon beim ersten, dem 2:2 gegen Leipzig, eine ganz starke Leistung. „Wenn ich fit bin, dann kann ich auch gute Arbeit abliefern“, betont er, und fit sei er derzeit: „Ich habe überhaupt keine Beschwerden, die Leiste ist in Ordnung, und in der Sommerpause habe ich während meines Heimaturlaubs in Sao Paulo viel mit meinem Cousin gearbeitet, der Personal Trainer ist. Deshalb ist auch meine Freundin Ramona in Deutschland geblieben, weil klar war, dass mit richtig Urlaub machen nicht viel drin sein wird.“ Auf 93 Kilo bringt es der 1,91 m lange Abwehrspezialist, der übrigens in Obergiesing, ganz in der Nähe des Sechzger-Stadions, wohnt. Rodnei: „Genauso viel wie vor einem Jahr, als ich nach München gekommen bin. Aber jetzt habe ich weitaus mehr Muskelmasse.“

Mit Kosta Runjaic erlebt er innerhalb eines Jahres bereits den vierten Trainer beim TSV 1860, und Rodnei sagt, dass er „ein gutes Gefühl“ habe, was diese Wahl betrifft: „Ich habe ja selbst mal in Kaiserslautern gespielt und noch einige Freunde dort. Und alle sagen nur Gutes über Runjaic.“

Abwehrschrank Rodnei hilft Neuzugängen bei Integration

Über seinen neuen Zimmerkollegen im Trainingslager kann sich Rodnei ebenfalls nicht beschweren. Klar, dass er mit seinem Landsmann Victor Andrade zusammenliegt. „Er ist ein sehr lustiger Kerl“, sagt Rodnei, „ich habe von ihm schon gehört, als er 16 war und beim FC Santos als ganz großes Talent galt. Er fühlt sich auch sehr wohl bei uns, nur seine Familie geht ihm natürlich ab. Obwohl Victor erst 20 ist, hat er nämlich bereits einen zehn Monate alten Sohn. Den sieht er dann immer über FaceTime. Heutzutage gibt es ja zum Glück all diese technischen Möglichkeiten.“

Erzieherisch ist Rodnei bei seinem neuen Kumpel aber auch im Einsatz. Muss er sein. „Ich habe ihm schon gesagt, dass er auf seine Emotionen aufpassen muss. In der 2. Liga steht nun mal der Kampf an erster Stelle, und da darf er sich nicht nach jedem Foul so aufregen. Da kann es nämlich auch ganz schnell mal Rot geben.“

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