"Dafür sind wir auch da"

Andrade: Teamkollegen wollen den Hitzkopf kühlen

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Südamerikanisches Temperament: Victor Andrade scheut auch nicht den Disput mit dem Schiedsrichter.

München - Victor Andrade fiel beim Testspiel der Löwen durch seine teils schon über-engagierte Leistung auf. Die Kollegen wollen nun helfen, den Hitzkopf runterzukühlen.

Wenn Victor Andrade in Fahrt gerät, dann ist er nur schwer zu bremsen. Er schlägt schnelle Haken, dreht sich, täuscht, schnibbelt den Ball über den gegnerischen Stiefel. Allerdings birgt Andrades Spielweise immer auch das Risiko, dass sein Temperament mit ihm durchgeht. Nach dem 1:0 gegen Dortmund meinte Trainer Kosta Runjaic gar: „In der Art und Weise, wie er sich heute präsentiert hat, werden wir zwei keine Freunde werden.“

Was den 1860-Coach so verstimmte, waren Andrades ständige Überreaktionen im Zweikampf mit robust einsteigenden Gegenspielern. Rasch verselbstständigten sich da seine Hände, landeten gar irgendwie im Gesicht des Widersachers. Auch vor dem Disput mit Schiedsrichtern scheute er nicht zurück. Mehrfach schien der so leicht reizbare Brasilianer Gefahr zu laufen, sich eine Rote Karte einzuhandeln. Runjaic knurrte: „Man muss ihn da mehr als ein bisschen runterkühlen.“ Allerdings merkte er auch an: „Victor ist ein hochtalentierter Spieler.“

Zum dritten Mal war Andrade mit Sonderspielgenehmigung in einem Testspiel für 1860 aufgelaufen. Seine Ausleihe von Benfica Lissabon ist bekanntlich immer noch nicht perfekt. „Wir forcieren eine zeitnahe Entscheidung“, versicherte Sportchef Thomas Eichin. Andrade jedenfalls demonstrierte mit seiner zwar hitzigen, aber auch engagierten Spielweise, dass er gerne in München bleiben würde.

Levent Aycicek, Matchwinner gegen Dortmund, bot unterdessen seine Mithilfe als Integrationshelfer für den Hitzkopf an: „Dafür sind wir Spieler auch da, dass wir ihm zeigen, wie das in Deutschland ist. Er kennt es ja nicht.“ Wobei Aycicek auch auf einen Lernprozess setzt: „Das wird Victor in Deutschland schnell merken, dass hier die Schiedsrichter anders sind als im Ausland.“

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