Nach den Wett-Turbulenzen

Düsseldorf wichtiger als Olic

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Sebastian Boenisch sollte sein Punktspieldebüt für 1860 geben, fällt aber verletzungsbedingt aus. 

München - Der TSV 1860 geht nach den Wett-Turbulenzen um Ivica Olic wieder zur Tagesordnung über.

Die Sechziger hatten sich offenbar auf eine mediale Offensive gefasst gemacht. Und so war auch 1860-Sportchef Thomas Eichin zur Freitags-Pressekonferenz gekommen. Sozusagen als Begleitschutz für Trainer Kosta Runjaic. Schließlich hatte es in den Tagen zuvor einiges Getöse gegeben um Ivica Olic und dessen unerlaubte Wetten. Doch der in wuchtigen Schlagzeilen skandalisierte Aufreger konnte von Eichin – auch mangels kritischer Nachfragen – fast im Handumdrehen abgehandelt werden. „Ich verurteile das ganz klar, wird werden das auch mit der nötigen Härte sanktionieren“, sagte der 50-Jährige: „Aber damit ist auch alles dazu gesagte. Die Sache mit Olic ist für uns erledigt. Wir wollen uns jetzt wieder auf den Fußball konzentrieren.“ Basta.

Das war auch ganz im Sinne von Trainer Kosta Runjaic. „Für uns ist nur der nächste Sonntag wichtig“, sagte er. Dann steht für ihn und seine Mannschaft das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Beginn: 13.30 Uhr) an – eine Partie, in der sich womöglich entscheidet, ob es nach den (wohl ausgestandenen) Turbulenzen um Olic zu weiteren Unannehmlichkeiten kommt. Nur einen Punkt haben die Sechziger aus den letzten vier Begegnungen holen können – falls der Negativtrend nicht gestoppt wird, dürften die Löwen endgültig wieder in Abstiegszone abrutschen. Eine Situation, die in den vergangenen Jahren so manchem Trainer nicht sonderlich gut bekommen ist. Zur Erinnerungen: In den vergangenen vier Spielzeiten überstand kein 1860-Trainer die Vorrunde. Rainer Maurer (2012/13: Trennung nach dem 14. Spieltag), Alexander Schmidt (2013/14: 6. Spieltag), Ricardo Moniz (2014/ 15: 7. Spieltag) und Torsten Fröhling (2015/16: 10. Spieltag) erwischte es allesamt frühzeitig.

Für Runjaic sind jedoch andere Vorzeichen bedeutsam: „Es herrschte eine sehr gute Stimmung auf dem Platz“, beschrieb er die Trainingsarbeit. Entsprechend sind auch seine Vorsätze für die Partie gegen Düsseldorf: „Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen, wir brauchen die Punkte. Wir müssen versuchen, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken.“

Dabei mithelfen sollte Neuzugang Sebastian Boenisch. Der 29-Jährige habe „eine andere Qualität“ ins Team gebracht, sagte Runjaic: „Er gibt Impulse an die Mannschaft weiter. Mit seiner aggressiven Spielweise wird er uns gut tun.“ Bei seinem Punktspiel-Debüt im Löwen-Dress sollte Boenisch aller Voraussicht nach im Abwehrzentrum neben Jan Mauersberger zum Einsatz kommen. „Dort sind zuletzt Fehler passiert, die zu Toren führten“, sagte Runjaic. Zudem ist erhöhte Vorsicht geboten, da die Fortuna mit Rouwen Hennings eine Offensivkraft aufbietet, die auf den TSV 1860 spezialisiert zu sein scheint. Sechs Treffer hat der Ex-Karlsruher und -Osnabrücker gegen die Löwen bereits erzielt – und zwar stets in der Allianz Arena. „Ich hoffe, die Serie hält“, ließ er wissen. Allerdings verletzte sich Boenisch am Freitag im Training und wird gegen die Fortuna nicht spielen können. 

Erstmals in der 1860-Startelf wird – so ist aus den Trainingseindrücken zu schließen – Eigengewächs Nico Karger (23) stehen. Wieder einsatzbereit ist zudem Mittelfeldspieler Romuald Lacazette. „Er kann wieder schmerzfrei trainieren“, sagte Runjaic, „wir haben mit ihm eine Alternative mehr.“ Es wurde am Freitag tatsächlich vor allem über Fußball. Und nicht mehr über Olic.

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