Alle bei den Löwen kriegen ihr Fett weg

Bodden-Rundumschlag: „1860-Präsident ist eine Bratwurst“

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Olaf Bodden verfolgt das Geschehen bei den Löwen noch immer leidenschaftlich.

München - Olaf Bodden, Ex-Löwen-Torjäger, fiebert immer noch mit dem TSV 1860 mit - und was er aktuell sieht, gefällt ihm gar nicht. Jetzt hat Bodden zum Rundumschlag ausgeholt und lässt bei seiner Kritik keinen Stein auf dem anderen.

In den Neunzigern ballerte sich Olaf Bodden mit seinen Toren in die Herzen der Löwen-Fans, nun spricht er vielen von ihnen aus der Seele. In einem Interview mit dem Express holt der 1996 an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankte Ex-Stürmer zum Rundumschlag gegen die Blauen aus. Der Löwen-Ikone liegt der TSV 1860 noch immer sehr am Herzen, genau deswegen fällt seine Kritik im Rahmen der aktuellen Vorgänge um den entlassenen Coach Kosta Runjaic, den entmachteten Sportdirektor Thomas Eichin und dem Polterauftritt von Investor Hasan Ismaik auch so verheerend aus.

Das 1:1 gegen Kaiserslautern am Montagabend hat Bodden ebenfalls verfolgt, doch was er sah, gefiel ihm ganz und gar nicht. „Das war Altherrenfußball. In den 70er Jahren wurde schneller gespielt. Das war nicht mal 5. Liga“, schimpft der 48-Jährige, bei dem 1997 das Chronische Erschöpfungssyndrom diagnostiziert wurde.

Bodden: „Runjaic? Da kannst du eine Putzfrau anstellen“

Die Gründe für die miserable Verfassung nennt Bodden gleich mit: „Wir haben einen Riesen-Etat, aber es gibt kein Scoutingsystem, wir haben keine Struktur. Wer hat Runjaic gut gesehen? Er hat in Lautern eine Top-Mannschaft gehabt und wurde glaube ich Sechster. Da kannst du eine Putzfrau anstellen, die steigt mit der Mannschaft auf. Unsere Mannschaft ist viel zu langsam.“

Bei den Fans genießt Bodden einen hohen Stellenwert.

Auch die Qualität spricht Bodden dem aktuellen Team ab. „Mugosa - wie kann man den holen? Wie kann man als Eichin sagen: Wir brauchen 34 Leute im Kader? Auch bei Olic ist Ende im Gelände. Wir holen nur welche als Auffangbecken. Hoffenheim und Leipzig machen es richtig. Junge Spieler, Systemtrainer. Runjaic aber macht nur langen Hafer, da ist kein System erkennbar.“ Der mittlerweile im Rollstuhl sitzende Ex-Angreifer Bodden, der von 1994 bis 1998 unter Trainerlegende Werner Lorant für die Blauen auf Torejagd ging, vermisst die totale Hingabe: „Die trainieren die Hälfte, was wir unter Lorant gemacht haben. Manchmal waren wir drei Stunden am Stück auf dem Platz. Werner ist ausgerastet, wenn eine Flanke nicht ankam. Das haben wir bis zum Erbrechen geübt.“

„Der jetzige Präsident ist eine Bratwurst“

Das mitunter äußerst merk- und fragwürdige Vorgehen von Investor Hasan Ismaik stößt Bodden ebenfalls übel auf: „Damals hat man über Wildmoser gesagt, er sei ein Diktator. Und heute? Es ist unprofessionell und traurig. Bei dem Potenzial. Wir hätten, wenn wir um den Aufstieg mitspielen würden, jedes Heimspiel 50.000 Zuschauer. Das Schlimme ist, wir spielen seit vier Jahren nur noch gegen den Abstieg. Und trotzdem kommen immer noch manchmal 30.000 Leute. Das ist schon irre, Ismaik muss jemand einstellen, der den Verein führt.“

Und auch Peter Cassalette bekommt sein Fett weg. „Du musst einen vernünftigen Präsidenten haben, der jetzige ist eine Bratwurst. Du brauchst einen, der alles koordiniert. Aber schwache Leute holen sich schwache Leute, so werden die Schwächen nicht erkannt. Gucken Sie sich unseren Aufsichtsrat an, was da für Leute drin sitzen“, poltert Bodden.

Wer wird neuer Löwen-Trainer? Diese Kandidaten hätten Zeit

Das einzig Positive, das Bodden im Hinblick auf seinen Ex-Klub vermelden kann: „Es gab in den letzten Jahren zum Glück noch Mannschaften, die noch vollblinder waren. Gut auch in dieser Saison, dass es St. Pauli gibt.“ Für die leidenden Löwen-Fans allerdings wohl nur ein schwacher Trost...

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