Löwen-Präsident im Interview

„Wenn sie‘s jetzt nicht kapiert haben, ist ihnen nicht zu helfen“

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16.10.2016, Fussball 2.Liga: 1860 München - Düsseldorf

München - Beim TSV 1860 herrscht nach den unbefriedigenden Leistungen Krisen-Stimmung. Die tz sprach vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart mit Löwen-Präsident Cassalette über Runjaic, Ismaik und die Nachlizenzierung.

Herr Cassalette, seit dem Düsseldorf-Spiel gab es keine öffentliche Äußerung von Ihnen. Aus Selbstschutz?
Peter Cassalette: Manchmal ist es besser, wenn man in einer emotionalen Stimmung gar nichts sagt. In der Halbzeit bin ich auf der Tribüne gestanden und hab mich gefragt, ob ich das geträumt hab. Ich hab mit allem gerechnet, aber nicht, dass wir zur Halbzeit 0:3 hinten sind, noch dazu wieder durch solche eklatanten Fehler. Mit keiner Einstellung und nichts.

Schon stellt sich bei 1860 wieder die Trainerfrage. Wie sehr wackelt Kosta Runjaic?

Cassalette: Eigentlich will ich zur Trainerfrage gar nichts mehr sagen. Damit beschäftigt sich in erster Linie unser Sportdirektor, und der hat ja schon ein Statement dazu abgegeben. Es gibt gewisse Mechanismen, davon können wir uns alle nicht freimachen. Irgendwann mal wird man über das Thema nachdenken müssen. Aber wir als Präsidium müssten ja zustimmen, wenn so etwas passieren würde, und für uns ist das im Moment kein Thema.

Hat Sie die Schärfe des Ismaik-Statements überrascht?

Cassalette: Nein, der Hasan ist einer, der das dann eben so macht. Er hat ja auch nicht unbedingt unrecht mit dem, was er sagt.

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Stellen Sie sich bereits auf eine weitere Saison im Abstiegskampf ein?

Cassalette: Das Wort Abstieg will ich überhaupt nicht in den Mund nehmen, auch nicht das Wort Abstiegskampf. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir am Ende der Saison auf einem Mittelfeldplatz stehen werden. Wir müssen aus dieser Situation so schnell wie möglich rauskommen, und in der Winterpause werden wir dann etwas tun, was die Qualität der Mannschaft angeht.

Cassalette:  „Es geht für jeden am Ende um die eigene Existenz“

Was macht Ihnen Hoffnung, dass die Mannschaft in Stuttgart anders auftritt als zuletzt?

Cassalette: Ich glaube, dass der Trainer jetzt die richtigen Worte gefunden hat. Auch Thomas Eichin hat mit der Mannschaft geredet. Es geht für jeden am Ende um die eigene Existenz, und wenn sie’s jetzt nicht kapiert haben, dann ist ihnen nicht zu helfen.

Demnächst steht die Nachlizenzierung an. Muss man sich sorgen?

Cassalette: Zu 100 Prozent nicht. Wir haben alles auf der Reihe, was die DFL-Statuten angeht. Also das ist im Moment meine geringste Sorge.

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