37-Jähriger war gegen Aue am fleißigsten

Sprintmaschine Olic: Nicht zu bremsen

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Der größte Aufreger in einem turbulenten Spiel: Der allen enteilte Ivica Olic (im Hintergrund) umkurvt zunächst Aues Torhüter, sein Schuss aus spitzem Winkel wird von Sebastian Hertner (vorne) per Kopf abgewehrt, doch der sich irrende Schiedsrichter gibt einen Handelfmeter, den Michael Liendl zum wichtigen 3:1 für 1860 verwandelt.

München – Seine Kollegen wissen ganz genau, was sie an Ivica Olic haben. Der Stürmer-Oldie bekommt Lob beim TSV 1860 München von vielen Seiten.

Wie gut die Maschine noch laufen kann, dass hat Ivica Olic beim turbulenten 6:2 gegen Erzgebirge Aue demonstriert. Kreuz- und quer ist er über den Platz geflitzt, hat seine Widersacher unablässig in Atem gehalten – und letztlich drei Tore vorbereitet. Es war seine beste von insgesamt acht Partien, die der Neuzugang bislang für die Löwen bestritten hat. Trainer Kosta Runjaic erklärte: „Ivica hat das bestätigt, was ihn in seiner ganzen Karriere ausgezeichnet hat: Viel Einsatzbereitschaft, Leidenschaft. Er war sich für keinen Weg zu schade.“

Nicht von ungefähr wies die Statistik den nimmermüden Olic gegen Aue als jenen Sechziger aus, der die meisten Sprints absolvierte. Und immer wieder ließ er auch aufblitzen, dass in ihm nach wie vor ein feiner Fußballer steckt. Vor dem 3:1 durch Michael Liendls verwandelten Handelfmeter war der flinke Olic der gegnerischen Hintermannschaft entwischt, trickste elegant Keeper Daniel Haas aus, um dann aus extrem spitzen Winkel den Ball präzise auf’s Tor zu kicken. Das erlösende 5:2 leitete Olic durch einen geschwinden Vorstoß und eine Maßvorlage auf Levant Aycicek ein.

Runjaic: Sonderlob für den Stürmer-Oldie

„Wir haben schon vor einigen Wochen gesagt, dass wir gewisse verletzte Spieler nicht kompensieren können. Ivica gehört dazu“, meinte Runjaic: „Er ist auch unheimlich wichtig für uns, weil er immer wieder für viel Betrieb sorgt und die gegnerische Abwehrkette komplett beschäftigt.“Als Olic am Freitag nach 85 Minuten ausgewechselt wurde, begleitete ihn der lautstarke Applaus des Löwen-Publikums in die Kabine. „Das war ein tolles Gefühl, als mich die Fans gefeiert haben“, erzählte er.

Dabei war zuletzt der Eindruck entstanden, dass die Laufmaschine Olic womöglich von Abnutzungserscheinungen gebremst wird. 37 Jahre zählt der Angreifer inzwischen, für einen Fußballer bewegt er sich damit schon ziemlich hart am Alterslimit. Anno 1998 erhielt der 104-fache kroatische Nationalspieler seinen ersten Vertrag (bei Hertha BSC). Nun, in seiner 19. Saison (die erste in der 2. Liga übrigens), klagte er vermehrt über Kniebeschwerden. Und es war wohl mehr als nur Koketterie, wenn er in der jüngeren Vergangenheit vom Trainingsplatz humpelte und mehrfach grinsend das Selbstbekenntnis von sich gab: „Alter Mann.“

„Kleinere Schäden sind unvermeidlich“

Drei Wochen hatte Olic zuletzt wegen seiner Beschwerden aussetzen müssen. „Wenn einer so lange im Profifußball tätig ist, ist es unvermeidlich, dass er mehrere kleinere Schäden hat“, meinte Runjaic. Seinem strapazierten Dauerrenner lässt er somit besonders pflegliche Behandlung zuteil werden: „Wir müssen die Belastung dosieren.“ Gestern durfte Olic das Nachmittagstraining auslassen, am Vortag beschränkte er sich – auf Runjaic’ Geheiß – auf individuelle Übungen. „Ivica will im Training immer volle Pulle geben – umso sorgfältiger müssen wir darauf schauen, dass er nicht überzieht“, sagte der Coach.

Das sind die vier Erkenntnisse der vergangenen Löwen-Woche.

Zugleich hofft Runjaic, dass Olic nunmehr mit „einem anderen Bewusstsein“ seiner Arbeit nachgeht – also Rücksicht nimmt auf seine Blessuren. „Ivica ist wegen seines Knies gewarnt.“ Doch der Maschine Olic wohnt andererseits eine Eigendynamik inne, auf die auch Runjaic nicht immer Einfluss nehmen kann: „Wenn Ivica spielt, dann kannst du ihn nicht bremsen.“

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