Zwischen Frost und Frust bei 1860

Runjaic: „Trainerdiskussion? Interessiert mich nicht“

München - Die Stimmung an der Grünwalder Straße ist gedämpft. Die Löwen pendeln zwischen Frost und Frust. Dennoch gibt sich Kosta Runjaic gelassen.

Nun haben sich auch die Temperaturen der Grundstimmung an der Grünwalder Straße 114 angepasst. Mit Eiseskälte blies der Wind am Mittwoch über das Trainingsgelände, wo die zuletzt schwer gebeutelten Profis des TSV 1860 nach zwei freien Tagen wieder zusammen übten. Die Löwen zwischen Frost und Frust – so ungefähr lässt sich das aktuelle Betriebsklima beschreiben. Dass in dieser Atmosphäre Zweifel und Kritik besonders gut gedeihen, ist auch Trainer Kosta Runjaic bewusst. „Trainerdiskussionen sind bei den Löwen nichts Neues, insofern interessiert mich das nicht“, sagte er – betont gelassen – zu den jüngsten Spekulationen in diversen Münchner Medien. Und Sportchef Thomas Eichin sah sich Mittwoch noch einmal zur solidarischen Klarstellung veranlasst: „Es gibt keine Trainerdiskussion.“

Runjaic’ Motto: „Hart arbeiten – wenig reden“

Kosta Runjaic. 

Nun, bittere Tatsache ist jedenfalls, dass die Sechziger gerade mal einen von möglichen zwölf Punkten aus den letzten vier Spielen geholt haben. Eine kümmerliche Ausbeute, die so gar nicht den hochfliegenden Träumen von Hauptanteilseigner Hasan Ismaik entspricht. „Wir können nicht zufrieden sein“, räumte Runjaic ein, um sich fast im selben Atemzug in die Pflicht zu nehmen: „Mein Job ist, mit der Mannschaft Punkte zu holen.“ Dazu haben die Blauen erst nach der Länderspielpause wieder Gelegenheit. Die nächsten Zweitliga-Gegner sind zuhause Fortuna Düsseldorf (16. Oktober) und auswärts der Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart (21. Oktober). Man muss wohl kein großer Prophet sein, um die Münchner – und vor allem auch Runjaic – in diesen beiden Schlüsselspielen unter absolutem Erfolgsdruck zu sehen.

Bilder: Die Trainer des TSV 1860 seit 1992

Zehn Tage verbleiben somit noch, um die fällige Trendwende einzuleiten. Allerdings ist die Hoffnung nicht allzu groß, dass sich bis dahin das Münchner Lazarett lichtet. Derzeit befindet sich mehr als die halbe Stammelf im Krankenstand. Darunter so wichtige Kräfte wie Stefan Aigner und Ivica Olic. Letzterer trainierte gestern immerhin mit. „Ein bisschen besser“ sei es bei ihm gelaufen, berichtete der 37-jährige Kroate, allerdings lasse seine Knieverletzung größere Belastungen noch nicht zu. Sein baldiger Einsatz ist ungewiss. Der einzige, der sich mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum Düsseldorf-Spiel wieder zurückmelden dürfte, ist der defensive Mittelfeldspieler Romuald Lacazette.

Den Ernstfall üben können die Löwen am kommenden Sonntag in Burghausen, wo ein Benefizspiel (Anpfiff: 16 Uhr) für die Hochwasseropfer in Niederbayern ansteht. Gegner ist eine Regional-Auswahl des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV). Ansonsten will sich der gestern auffallend wortkarge Coach Runjaic vorerst vor allem an das von ihm selbst formulierte Motto halten: „Hart arbeiten – und wenig reden.“

Rubriklistenbild: © MIS

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