Neue Löwen-Hoffnung

Warum Ribamar Eichins Prüfung wird

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Ribamar (hier noch beim Training mit Botafogo) soll 1860 mehr Freude und Geld bescheren.

München - Hasan Ismaik will Transferüberschüsse ohne Tafelsilber-Verkauf. Thomas Eichin hat bereits bewiesen, dass er gut wirtschaften kann. Eine große Prüfung könnte für den Sportchef Löwen-Hoffnung Ribamar werden.

Ribamar heißt die neueste Hoffnung des TSV 1860. Das 19-jährige brasilianische Stürmertalent, seit Dienstag in München, soll von Botafogo Rio de Janeiro verpflichtet werden. 2,5 Millionen Euro Ablöse fordert der Klub laut brasilianischen Medien für den Angreifer. Unterschrieben war Donnerstagnachmittag allerdings noch nichts. Weil die Bedingungen zu risikoreich sind?

Giovane Elber bezeichnete Ribamar in der tz als Rohdiamanten, an dem Sechzig bei entsprechender Behandlung „noch viel Freude“ haben werde. Sportlich – und natürlich auch finanziell. Eine kräftige Wertsteigerung liegt im Interesse sämtlicher Beteiligten. Botafogo will bei einem Weiterverkauf mit bis zu 30 Prozent am Erlös beteiligt werden. Und 1860-Hauptgesellschafter Hasan Ismaik will nach Jahren des planlosen Geldausgebens endlich auch mal Geschäfte ohne die Vorsilbe „Verlust“ machen.

Der Hintergrund: Von den Verkäufen seit dem Einstieg des Jordaniers 2011 fielen mit Bobby Wood (800.000 Euro von Union Berlin), Marius Wolf (1,5 Millionen, Hannover 96), Julian Weigl (2,5 Millionen, Borussia Dortmund) und zuletzt Christopher Schindler (2,2 Millionen, Huddersfield Town) nur vier wirklich ins Gewicht. Die Gemeinsamkeit: Es waren Eigengewächse, Spieler, die aus blauen Nachwuchsteams hoch zu den Profis geholt wurden. Dagegen blieben Wertsteigerungen bei eingekauften Spielern leere Versprechen. Makos, Tomasov, Wojtkowiak, Blanco, Stark, Bedia, Rodri – die Liste ließe sich weiter fortsetzen.

Bilder: Die Trainer des TSV 1860 seit 1992

Mit Thomas Eichin versucht sich nach Florian Hinterberger, Gerhard Poschner und Oliver Kreuzer nun der vierte Sportchef der Ära Ismaik bei 1860. Dass er Transferüberschüsse erwirtschaften kann, hat Eichin bei Werder Bremen bewiesen, wo er trotz zahlreicher Altlasten ein Plus von 2,15 Millionen generierte. „Ich denke, dass man meine Arbeit in Bremen verfolgt hat“, wurde Eichin kürzlich im Kicker zititert. „Herr Ismaik traut mir zu, dass ich diese Führungsrolle im Sport bei den Löwen ausfüllen kann. Meine Aufgabe ist es, dass ich mit den finanziellen Mitteln gut wirtschafte und mich verantwortungsbewusst verhalte. Daran lasse ich mich messen.“

Ribamar dürfte eine der größten Prüfungen werden. Falls die Löwen den Deal tatsächlich eingehen …

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