"Juristische Totalentgleisung"

tz-Interview: Schwere Geschütze von Kirmaier-Anwalt

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Unterhaltung während der Verhandlungspause: Kirmaier-Anwalt Veauthier, 1860-Anwalt Kambli, Kläger Kirmaier, 1860-Anwalt Steeger, 1860-Vize-Präsident Helfer und Löwen-Präsident Mayrhofer (v.l.).

München - Es ist wohl doch zunächst kein Friede in Sicht in der Sache Helmut Kirmaier gegen 1860. Kirmaiers Anwalt Heinz Veauthier fährt im tz-Interview schwere Geschütze auf.

Am Freitag schien ein Vergleich in Sicht, nun herrscht wieder Ungewissheit, wie es in der Sache Helmut Kirmaier gegen 1860 weitergeht. Kirmaiers Anwalt Heinz Veauthier fährt schwere Geschütze auf – gegen Gerhard Mayrhofer und gegen die Richterin.

Herr Veauthier, was ist seit dem Gerichtstermin am Freitag passiert?

Veauthier: Anderthalb Stunden nachdem wir auseinander gegangen sind, bekam ich einen Anruf vom Anwalt des TSV 1860. Inhalt: Wir müssten jetzt unbedingt die Klage zurückziehen, sonst komme kein Geld vom Investor, kein Trainer und keine Spieler. Ich habe geantwortet, dass wir uns nicht unter Druck setzen lassen. Und dass wir uns am 3. Juni – wie vereinbart – zusammensetzen werden, um über alles zu sprechen.

Am Samstagmittag rief Mayrhofer bei ­Facebook zu einer Diskussion auf. Kirmaier gehe „bewusst“ das Risiko eines „Scherbenhaufens“ bei 1860 ein.

Veauthier: Wenn Herr Mayrhofer glaubt, seine Position missbrauchen zu müssen, um meinen Mandanten unter Druck zu setzen, dann kann er davon ausgehen, dass es keine gütliche Einigung geben wird. Für Herrn Mayrhofer wäre es an der Zeit zu begreifen, dass er als 1860-Präsident öffentlich nicht mehr vermittelbar ist.

Ein Verweis auf die Wahl am 14.7.2013…

Veauthier: …die so hätte nicht stattfinden dürfen, wie das Gericht am Freitag festgestellt hat. Diese Versammlung war schlicht nicht legitimiert, einen Präsidenten zu wählen. Mit dem Recht, wie sich Herr Mayrhofer als Präsident bezeichnet, könnte ich mich ab morgen auch Bundeskanzler nennen. Ich muss mich nur schnell noch von meinem Stammtisch wählen lassen, der ist genauso legitimiert wie die Versammlung 2013.

Bilder: Mitgliederversammlung der Fußballabteilung der Löwen

Bilder: Mitgliederversammlung der Fußballabteilung der Löwen

Richterin Christina Weitnauer hat an Ihren Mandanten appelliert, er solle sich „genau überlegen“, ob er einen „Rattenschwanz an Konsequenzen heraufbeschwören“, sprich den Verein und die Profifußball-GmbH ins Wanken bringen wolle.

Veauthier: Auf diese Art Druck aufzubauen, war völlig daneben. Die Richterin hat sich zum Werkzeug des TSV 1860 gemacht, indem sie das Schicksal des Vereins in die Hände des Herrn Kirmaier gelegt hat. Damit hat sich Frau Weitnauer für ihre Position disqualifiziert.

Starker Tobak.

Veauthier: Frau Weitnauer empfiehlt mit der gütlichen Einigung und dem damit erforderlichen Zurückziehen der Klage Unrecht zu Recht zu machen und Mayrhofer in ein Amt zu setzen, für das er nicht satzungskonform gewählt wurde. Eine unverzeihliche juristische Totalentgleisung.

Angenommen, Ihr Mandant zieht die Klage dennoch zurück…

Veauthier: Ich will meinem Mandanten in keinster Weise vorgreifen.

Theoretisch…

Veauthier: Theoretisch wäre auch bei einem Zurückziehen der Klage keineswegs gesichert, dass Herr Mayrhofer vom Registeramt als Präsident eingetragen wird – jetzt, wo gerichtlich klar festgestellt worden ist, dass die Wahl ungültig war.

Interview: lk

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