Ex-1860-Trainer hält viel von der Doppelspitze

Lorant: "Olic und Mölders sind wie Pacult und Winkler"

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Sascha Mölders und Ivica Olic überzeugten in Nürnberg.

München - Schon vor einigen Wochen hat Werner Lorant gegenüber der tz gesagt, dass er ein 4-4-2-System mit Sascha Mölders und Ivica Olic bevorzugen würde. Die tz sprach mit ihm.

Die Löwen und die Doppelspitze. Beim 2:1-Sieg am Montag in Nürnberg hat das wunderbar geklappt mit Sascha Mölders und Ivica Olic zusammen in der vordersten Sturmreihe, einer Angriffsvariante, die auch Trainerlegende Werner Lorant gefällt. Schon vor einigen Wochen hat er gegenüber der tz gesagt, dass er ein 4-4-2-System mit Mölders und Olic bevorzugen würde. Weil – und jetzt kommt’s – ihn die beiden an sein früheres erfolgreiches Torjägerduo Peter Pacult und Bernhard Winkler erinnern würden, die Garanten für den Aufstieg in die erste Bundesliga im Jahr 1994. Die tz sprach mit Lorant.

Herr Lorant, ein Vergleich, der Hoffnung für die Zukunft bei den Löwen macht. Aber wie kommen Sie darauf?

Werner Lorant: Weil ich vom Fußball was verstehe. Beide ähneln vor allem als Typen dem Bernd und dem Peter. Mölders ist der robuste Strafraumstürmer, wie es damals bei mir Bernd Winkler war, und Olic der wendige und schlaue. Und mit 37 sehr erfahren. So wie es Pacult damals mit 33, 34 ebenfalls war.

Pacult und Winkler hatten 1993 nach vier Spieltagen bereits fünf Treffer zusammen auf dem Konto, das jetzige Duo erst eins…

Lorant: Weil sie ja erst einmal zusammen gespielt haben. Gemeinsam sind sie besser. Und Olic benötigte ja, nachdem er erst später kam, eine gewisse Anlaufzeit. Aber der wird hier noch richtig aufblühen, da bin ich mir ganz sicher. Er wird noch sehr, sehr wichtig für die Löwen sein.

Und Mölders?

Lorant: Ich mag ja diese Typen, wie er einer ist. Vom Kampf kommt Mölders ja immer, aber in Nürnberg hat man gesehen, dass er auch Spielfreude zeigen kann, wie es sein toller Pass mit der Ferse vor dem Siegtor von Liendl bewiesen hat.

Jetzt hat es dieses Duo wahrscheinlich nur gegeben, weil Stefan Aigner sich verletzt hat und ­Kosta Runjaic deshalb sein System geändert hat. Was ist, wenn Aigner in einigen Wochen wieder zurückkehrt?

Lorant: Auch dann würde ich bei den beiden bleiben. Mit Aigner als Rechtsaußen ist die ganze Angelegenheit doch noch viel gefährlicher. Mit seinen Flanken, mit seinem aggressiven Spiel. Nur auf der linken Seite sollten sich die Löwen noch etwas einfallen lassen. Die gefällt mir noch nicht so.

Wie haben Winkler und Pacult damals eigentlich so schnell zu dieser Harmonie gefunden? Beide sind ja neu zu 1860 gestoßen.

Lorant: Wir haben das anfangs schon dementsprechend trainiert und dann kam noch eins hinzu.

Und zwar?

Lorant: Der Ehrgeiz. Wenn einer von beiden mal zwei Tore mehr hatte als der andere, dann hat das diesen so richtig angestachelt.

Am Ende hatte Pacult 18 Tore auf dem Konto und Winkler 16. Was trauen Sie Olic und Mölders in dieser Saison zu?

Lorant: Jeder der beiden wird bestimmt zwölf bis 14 Tore schießen.

Könnte sich dann nach Aufstieg anhören…

Lorant: Immer langsam. Sechzig soll jetzt mal schauen, sich unter den ersten sechs festzusetzen. Wenn es dann mehr wird als der derzeitige Platz 6, umso besser.

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