TSV nicht landesligatauglich

1:11 – Eching erlebt historisches Debakel

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Willi Kalichman und der TSV erlebten ein böses Debakel.

Trotz der jüngsten Erfolge wusste jeder in Eching, dass irgendwann ein Gegner kommen würde, der zwei Nummern zu groß ist. Undenkbar war aber das historische 1:11 (0:6)-Desaster am Samstag bei der SpVgg Landshut. Mit Tränen in den Augen verließen einige Echinger Spieler das Stadion.

Eching - Sieben Minuten lang hielten die Echinger in einem bis dahin ausgeglichenen Match das 0:0, und bis zum 0:2 (24.) war auch noch alles in Ordnung. Dann aber brachen alle Dämme: Der TSV konnte mit überforderten, direkt aus dem Urlaub gekommenen Außenverteidigern diese Landesliga-Spitzenmannschaft nicht stoppen. Nach dem dritten Landshuter Tor waren die Echinger wie gelähmt, während Landshut seine Treffer leichter als in einem Trainingsspiel machte. Das 0:6 nach 45 Minuten passte dann ins Bild.Trainer Willi Kalichman stellte in der Kabine eigentlich taktisch auf das Modell Schadensbegrenzung um. Fußballer sagen in solchen Situationen gerne, dass nun der Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor geparkt werde. Die jungen Echinger wollten aber noch etwas korrigieren, was längst nicht mehr korrigierbar war: Sie wollten mit dem einen oder anderen Tor das Desaster abmildern – und liefen damit munter in einen Konter nach dem anderen. „Als wir bei 0:6 noch nach vorne gerannt sind, haben sich alle im Stadion kaputt gelacht“, sagte Trainer Willi Kalichman. Sein überfordertes und emotional aus der Bahn geworfenes Team konnte er nicht mehr in die Spur zurückbringen. „Die haben uns auseinandergenommen wie eine Weihnachtsgans – und das mitten im Sommer“, witzelte der Trainer.

Wegen der Hitze hatten die Echinger in Durchgang zwei beim Stand von 0:9 in einer Trinkpause die Chance, noch einmal eine kleine Besprechung abzuhalten. Der Coach schwor das Team voll auf Verteidigung ein, um eine zweistellige Pleite zu verhindern. Dass nach dem Ehrentreffer von Hassan Aden aber vier Landshuter alleine auf den nicht fitten, aber mangels Alternativen eingewechselten Verteidiger Christian Trasberger zuliefen, machte ihn sprachlos.

„Mit permanenten Umstellungen in der Urlaubszeit sind wir nicht landesligatauglich“, betonte Trainer Willi Kalichman. Er weiß aber auch, dass solch ein historisches Desaster in Echings lebhaftem Umfeld noch tagelang diskutiert wird. Da bleibt ihm nur der Trost, dass Goalgetter Fabi Hrgota kurzfristig verletzt abgesagt hatte: „Er hätte seine Karriere sofort beendet, wenn er da mit auf dem Platz gewesen wäre.“

Text: Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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