Fürstenfeldbruck mit Klatsche in Egg

SCF: Abgewatscht in die Relegation

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Restlosbedientwar der junge Abwehrchef des SCF, Julius Ostarhild, nach der 2:7-Schmach von Egg.

SC Fürstenfeldbruck - Mit einer peinlichen 2:7 (2:2)-Watschen beim Saisonfinale in Egg im Gepäck muss der SC Fürstenfeldbruck in die Abstiegsrelegation. Zeigen die Brucker da eine ähnliche Leistung wie im Unterallgäu, geht’s direkt runter in die Bezirksliga.

Trainer Michael Westermair verstand nach dem Schlusspfiff die Welt nicht mehr. „Was in der zweiten Halbzeit los war...?“ setzte er an, ließ den Satz aber unbeendet. Der Übungsleiter hatte eine SCF-Defensive gesehen, die voller Fehler agierte. „So kann man kein Spiel gewinnen“, moserte Westermair.

Die Gastgeber an der Günz konnten wie bei einem Trainingsspiel agieren. Vor allem Torjäger Simon Schropp zerlegte den SCF nach allen Regeln der Kunst. Wie einst Bayern-Star Robert Lewandowski gegen Wolfsburg erzielte der Stürmer fünf Tore in einer Halbzeit. Allerdings benötigte er dafür keine neun, sondern 32 Minuten. An der Brucker Schmach ändert das freilich überhaupt nichts.

Dabei waren sie ideal ins Spiel gestartet. Keine vier Minuten waren gespielt, als sich Marian Knecht auf dem linken Flügel durchsetzte, zwei Gegenspieler und Eggs Torhüter Philipp Stölzle umkurvte und locker zur 1:0-Führung einschoss. In der Schockphase der Gastgeber nach dem frühen Gegentor versäumten es die Brucker aber nachzulegen. Egg kam in der Folge immer besser ins Spiel und setzte den SCF zunehmend unter Druck.

Folgerichtig drehten die Brüder Johannes und Christian Jehler die Partie mit zwei Toren in zwei Minuten. Dass die Brucker trotzdem noch hoffnungsfroh in die zweite Halbzeit starten konnten, verdankten sie Matthias Streun, der mit einem raffinierten Freistoß über den Keeper den Ausgleich erzielte.

Trotzdem war den SCF-Kickern die ganze Zeit die Nervosität anzumerken. „Die Spieler waren von der ersten Minute an angespannt“, hatte auch Westermair gesehen. Der eine oder andere aus der jungen Truppe sei mit dem Druck des Siegen müssens nicht zurecht gekommen. „Wir haben einfach nicht die Leute, die so ein Spiel mal ruhig runterspielen können.“ Herz und Leidenschaft wollte der Übungsleiter seinen Akteuren zumindest im ersten Durchgang auch nicht absprechen. „Aber diese beiden Eigenschaften gewinnen nicht immer Spiele.“

Schon gar nicht, wenn ein weiterer Doppelschlag kurz nach der Pause die Partie früh entscheidet. In der 49. und 52. Minute hatte Schropp seinen Fünferpack eingeläutet und dem SCF damit den Todesstoß verpasst. Nach dem danach folgenden desolaten Auftritt dürfte bei den Bruckern aber akute Abstiegsangst herrschen.

So geht’s weiter

In der ersten Runde der Relegation bekommt es der SC Fürstenfeldbruck mit dem FC Stätzling zu tun. Die Kicker aus dem Friedberger Stadtteil wurden Vizemeister in der Bezirksliga Schwaben und gelten als besonders offensivstark. Pikantes am Rande: Der Sohn von SCF-Präsident Jakob Ettner spielte in der A-Jugend in Stätzling.

Der Sieger der Paarung, die in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird, muss anschließend gegen den Sieger der Paarung SV Cosmos Aystetten - TSV Meitingen antreten. Wer das Finale erfolgreich gestaltet, spielt in der kommenden Saison in der Landesliga, alle anderen müssen in der Bezirksliga ran.

Das erwartete Duell mit Gilching kam nicht zustande, da sechs oberbayerische Mannschaften in die Relegation gehen. Zwei Teams wurden deshalb anderen Vierergruppen zugeteilt: Erding muss gegen Niederbayern ran, der SCF landete bei den Schwaben.

Andreas Daschner

Quelle: fussball-vorort.de

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