Dieser Fanclub ist weiterhin einzigartig

Akkurt über die 'Hoaschdenger Buam': "Sowas haben nicht mal Drittliga-Teams"

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Die Hoaschdenger Buam unterstützen ihr Team bei jedem Spiel.

SV Heimstetten - Über vier Jahre ist die Gründung der Hoaschdenger Buam nun her. Der Fanclub des SV Heimstetten wächst und wächst. Keine Auswärtsfahrt ist ihnen zu weit. Wir haben unter Anderen mit Heimstettens Spielern Akkurt und Krasnic sowie Trainer Baumgärtner über die Jungs gesprochen.

Die Saison 2011/12 ist bereits beendet und der SV Heimstetten kann nach zwei spannenden Relegationsspielen den Aufstieg in die Regionalliga feiern. Die Atmosphäre im Stadion war toll, was aber eher an den gegnerischen Fans lag. Eine kleine Gruppe Jugendlicher störte genau das: „Es war zwar ein Heimspiel, aber es hat sich angefühlt wie ein Auswärtsspiel. Das darf eigentlich nicht sein“, erklärte SVH-Fan Marco Obrador in einem Interview im Jahre 2014.

Marco Obrador und sein Freund Simon Hinke wendeten sich daraufhin an den Fanbeauftragten des SV Heimstetten und brachten die Idee eines eigenen Fanclubs in Gange. Der Vorstand war sehr angetan von dem Gedanken der Jugendlichen und zeigte sich hilfsbereit. Man spendierte der kleinen Truppe eine Trommel und der "Mythos" 'Hoaschdenger Buam' war geboren.

Die Gründung des Fanclubs ist nun bereits über vier Jahre her und er wächst und wächst. Die ehemals kleine Gruppe, die damals aus fünf jungen Unterstützern bestand, umfasst nun weit mehr als 40 Mitglieder.

Für Torjäger Orhan Akkurt ist der Fanclub etwas ganz besonderes: „Sowas haben nicht mal Drittligamannschaften. Die 'Hoaschdenger Buam' sind einzigartig.“„Ich hatte teilweise das Gefühl, dass da 300 Jungs sind, die den Sieg wollen“, erklärt Akkurt und fügte hinzu:„am Ende haben wir den Sieg erzwungen“. Der Torjäger spricht das vergangene Heimspiel gegen Kottern an, das man nach einem 1:3-Rückstand die Partie noch drehte.

Auch für Stammkeeper Marijan Krasnic und Kapitän Sebastian Paul sind es die 'Hoaschdenger Buam', die ihnen in den entscheidenden Momenten der Partie nochmals einen Motivationsschub verleihen: „Sie sind, wie man so schön sagt, der zwölfte Mann“.

Gerne erinnert Krasnic sich an die turbulente Partie gegen den direkten Konkurrenten Bayern Hof. Damals holte man durch Marco Bläsers Treffer in der Nachspielzeit einen immens wichtigen Sieg im Abstiegskampf: „Alle Fans stürmten auf den Platz. Vor Freude kamen auch vielen die Tränen.“ Er bezeichnet diese Partie als sein persönliches Highlight, das er mit den 'Hoaschdenger Buam' erleben durfte.

Kapitän Sebastian Paul hingegen ist jedes Mal ergriffen, wenn die eingefleischten Anhänger ein eigens für ihn komponiertes Lied singen: "Bei einem meiner wenigen Tore".

Für Trainer Heiko Baumgärtner gibt es jedoch keinen besonderen Moment, denn für ihn ist jedes Spiel mit den 'Buam' ein Highlight: „Das besondere daran ist, dass sie nicht nur bei jedem Heim-, sondern auch bei Auswärtsspielen dabei sind. Das ist in der Bayernliga einzigartig.“

Wirklich keine Auswärtspartie ist für die Anhänger zu weit, was ein Beispiel aus letzter Saison belegt: Fünfter Spieltag in Vilzing. 18:30 Uhr Anstoß. 200 Kilometer Anreise! Die Buam zweifeln keine Sekunde. Sie nehmen auch diesen Weg auf sich und können am Ende einen wichtigen Sieg ihrer Mannschaft bejubeln. Doch wie wird dann gefeiert? „Wir gehen zur Tribüne unserer Fans und feiern mit einem geschlossenen 'HUMBA'“, erklärt Torjäger Akkurt, „meistens ist Marijan dann der Einpeitscher“.

Doch woher kommt diese Liebe zum Verein? „Der Faktor für die Leidenschaft, die wir zeigen, ist der enge Zusammenhalt zwischen Spielern und Fans. Wir werden von ihnen und dem Verein geschätzt. Wir selber spüren das auch“, erklären uns die 'Hoaschdenger' Jungs.

Gerne wird die Truppe auch als „Mythos“ beschrieben, selber allerdings würden sie sich nicht so bezeichnen: „Wir sehen uns gar nicht als 'Mythos', sondern sind einfach nur eine Gruppe aus Freunden und Bekannten, die Spaß am Support unseres Vereins hat. Das wir etwas einzigartiges im Amateurfußball sind, ist uns bewusst und macht uns stolz.“

Genau diese Einzigartigkeit ist dafür verantwortlich, dass die 'Hoaschdenger' Buam nun mittlerweile weit über die Grenzen Heimstettens bekannt sind: „Viele Freunde und Zuschauer haben mich bereits darauf angesprochen und auch sie sind alle begeistert, was dort auf die Beine gestellt wird“, äußert sich Trainer Baumgärtner. 

Selbst als Heimstetten nach zwei Relegationsspielen den Weg zurück in die Bayernliga antreten musste, konnten sie sich weiterhin auf ihren Fanclub verlassen. Marijan Krasnic hatte zwischenzeitlich die Befürchtung, man habe die Fans enttäuscht und die Unterstützung würde in Zukunft langsam zurückgehen. Doch die Jungs sind geblieben und das ist genau, das was Krasnic so an den Jungs schätzt: „Sie sind mit Leib und Seele für den Verein da!“

Momentan befindet sich Heimstetten nur drei Punkte hinter Platz zwei und schielt auf den Relegationsplatz. Mit der Unterstützung der 'Buam' dürfte auf jeden Fall noch der ein oder andere Sieg drin sein. Egal in welcher Liga Heimstetten nächste Saison spielt, wir finden die Unterstützung der Jungs ist erstligareif!

Text: Philipp Burde

Quelle: fussball-vorort.de

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