Stadionsprecher gibt alles: "Lecko mio!"

Applaus und stehende Ovationen für Haching

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Die Hachinger hatten im Elfmeterschießen nicht das nötige Glück.

SpVgg Unterhaching - Zwischen Wunder und Wolkenbruch: Unterhaching liefert ein sensationelles Pokalspiel, scheitert aber im Elfmeterschießen gegen Mainz.

In der 72. Minute hatte der Stadionsprecher gestern im Hachinger Sportpark im Pokalspiel gegen den FSV Mainz keine gewöhnliche Einwechslung zu verkünden. „Bitte jetzt ein Deja-Vu“, rief er ins Mikrofon, denn aufs Feld sprintete Markus Einsiedler. Der Mann, der im letzten Jahr mit seinen Toren für zwei Pokalsensationen gesorgt hatte.

Es wurde ein sensationelles Spiel – das im Elfmeterschießen gegen den Außenseiter lief. 5:7 hieß das Endergebnis. Nach 90 Minuten sowie Verlängerung stand es 3:3.

1:2 hatte es bei Einsiedlers Einwechslung aus Sicht des Regionalligisten geheißen, und auch wenn sich der Stürmer nicht unmittelbar einbrachte, passierte in der Folge noch schier Unglaubliches, in einer Szenenabfolge, die selbst hart gesottene Fans selten erlebt hatten. Die Dramaturgie des Spiels war schlicht nur deshalb nicht hollywood-tauglich, weil das für spannende Geschichten übliche Drehbuch missachtet wurde; die Spannungsmomente verdichteten sich in den Minuten 89 bis zur Nachspielzeit.

Mainz erhöhte zunächst auf 3:1, doch dann traf Stephan Hain postwendend zum zweiten Mal an diesem Nachmittag, und mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit donnnerte Vitalij Lux die Kugel nach einer Ecke unter die Latte. Beim Stadionsprecher musste man sich nun ernsthaft Sorgen um die Stimmbänder machen. „Ich hab’ Euch ja gesagt, Ihr sollt nicht heimgehen“, hatte er denen zugerufen, die sich nach dem 1:3 schon von den Sitzen erhoben hatten. Vor der Verlängerung krächzte er lediglich „Lecko mio“ über die Boxen des Sportparks.

Man wird sich in Haching noch einige Zeit an diese erste Pokalrunde erinnern, in der man gegen einen Europapokal-Teilnehmer eigentlich schon draußen war, obwohl man während der regulären Spielzeit eigentlich die besseren Torchancen gehabt hatte. Am Schluss warf sich Torwart Stefan Marinovic vorne in die Kopfbälle, das 3:3 fiel nach einem beherzten Luftduell dieses Ungetüms in neongrün.

In der Verlängerung machten die Mainzer mehr Druck, doch am Ende wurden sie wegen einer Gelb-Roten Karte für Giulio Donati dezimiert, und so kam Haching noch mal zu Chancen. Es ging dennoch ins Elfmeterschießen.

Dort waren die Weichen schnell gestellt – Dominik Stahl und Stephan Hain verschossen, die Mainzer hatten am Ende unerhört leichtes Spiel. Doch die Hachinger wurden mit großem Applaus und stehenden Ovationen verabschiedet. Es war alles geboten inklusive eines massiven Wolkenbruchs. Und ein Wunder war ja auch mal wieder in der Luft gelegen.

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Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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