Es geht nur über das Kollektiv

BCF: In den Startlöchern angekettet

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Die beste Chance zum Anschlusstreffer gegen Unterföhring hatte in dieser Szene Felix Gellner (2. v. li.). Doch der Neuzugang des BCF Wolfratshausen zielte knapp vorbei. Diesen Samstag gastiert der Bayernligist in Pullach.

BCF Wolfratshausen - Der BCF Wolfratshausen ist nicht etwa in den Startlöchern hängengeblieben. Er ist dort aufgrund seines stark dezimierten Kaders richtiggehend angekettet. Das macht den Auftritt an diesem Samstag um 15 Uhr beim SV Pullach nicht unbedingt leichter.

Drei Spiele in sieben Tagen lassen zumindest tendenziell erahnen, wer heuer in der Bayernliga zur Beletage gehört, solider Mitläufer ist oder sich über die gesamte Saison hinweg mächtig lang machen muss, um nicht unterzugehen. Es ist das viel zitierte kalte Wasser, an das sich Wolfratshauser Kicker möglichst rasch gewöhnen müssen. Hineingeworfen worden sind sie inzwischen alle, und für die Begegnung bei den Raben steht zu befürchten, dass sie wahrscheinlich noch weiter an das Tabellenende abgetrieben werden. Angesichts der aktuell verfügbaren Kräfte auf beiden Seiten ein klassischer Fall von David gegen Goliath.

„Pullach hat andere Möglichkeiten und Ziele“, verweist Patrik Peltram auf die grundverschiedene Ausgangslage. Seinen Akteuren, die sich nach einem Erfolgserlebnis sehnen, nun auch noch das individuelle Potenzial der Schmöller-Truppe vor Augen zu halten, ersparte sich der BCF-Coach: „Wir haben im Training den Gegner gar nicht so thematisiert.“

Wobei: Training ist vielleicht der falsche Begriff. Für die Startelf war reine Regeneration angesetzt. Der kleine Rest kickte zusammen mit einigen U 19-Spielern locker drauflos. Dazu gab es mentalen Balsam im Zuge diverser Einzelgespräche, die Peltram mit seiner Elf führte. Ohne Routiniers und Konkurrenzkampf im Kader bleibt nur ein Weg: Man wolle sich „als Mannschaft“ auf die kommenden Gegner vorbereiten. Sprich: Räume im Kollektiv zulaufen, Leistungsträger des Gegners durch unermüdliche Laufarbeit bekämpfen. „Anders geht es momentan nicht“, stellt Peltram klar. Selbstvertrauen könne man sich beispielsweise auch durch ein Auftreten wie das gegen Unterföhring ab der elften Minute holen, betont der 42-Jährige. Nur komme dies nicht gleich am selben Abend zum Tragen.

Überraschungen in der Anfangself gegen Pullach dürften angesichts von 14 einsatzfähigen Feldspielern ausbleiben. Unklar ist einzig die Planstelle des zweiten Innenverteidigers. Mustafar Kantars Ausfallzeit aufgrund einer Bauchmuskelzerrung taxiert Peltram auf drei Wochen. Chafi Gobitaka ist die einzig verbliebene gelernte Abwehrkraft. Improvisation ist also unumgänglich. Peltram liebäugelt mit Florian Scheck als zentralem Mann, seine Begründung zeigt das ganze Dilemma: „Er ist nach Mitch Rödl der erfahrenste Mann im Kader.“ Dabei vollendete Scheck, bislang einziger BCF-Torschütze, vor einem Monat gerade einmal sein 24. Lebensjahr.

BCF Wolfratshausen

Pradl – Kaya, Gobitaka, Scheck, Bavas, Rödl, Greg. Diep, Moll, Faganello, Gil. Diep, Gellner, Özgül, Korkor, Langenegger, Müller, Kluge.

Schiedsrichter: Andreas Hummel (TSV Betzigau).

Text: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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