"Wir überlegen zu viel"

BCF-Stürmer Diep: Nach dem Trainerwechsel wieder Spaß am Fußball

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Mit angriffslustiger Glatze: Gilbert Diep vom BCF Wolfratshausen.

BCF Wolfratshausen – Vergangenen Samstag fiel Gilbert Diep zunächst mit angriffslustiger Glatze, dann durch zwei vergebene Großchancen auf. Der 20-Jährige ist Teil der neuen BCF-Generation. Er schildert Oliver Rabuser im Interview der Woche seine Sicht der Dinge über die Lage beim Bayernligisten.

Herr Diep, mit ihrer neuen Frisur hat sie am Samstag nicht gleich jeder im Stadion erkannt. Wette oder spontane Eingebung?

Kein besonderer Hintergrund. Die langen Haare haben im Spiel oft gestört. Deswegen musste die Mähne ab.

Der BCF ist Schlusslicht in der Bayernliga. Wie erfährt ein junger Spieler diese extreme Situation?

So einen Ligastart oder Ähnliches kannte ich bisher nicht. Für einen jungen Spieler ist es schon schwierig, sich jede Woche neu zu motivieren. Bei mir klappt’s ganz gut, weil ich durch den neuen Trainer wieder Spaß gefunden habe. Es ist für uns nicht unmöglich, da unten raus zu kommen. Wir müssen zusehen, durch harte Arbeit das Quäntchen Glück auf unsere Seite zu ziehen.

Vor einigen Wochen ging es im Verein richtig rund. Mit gravierenden Folgeerscheinungen. Wie haben Sie die personellen Veränderungen miterlebt?

Wir haben zunächst wenig mitbekommen, wussten nicht, was alles vorgefallen ist. Wir bekamen später einige Schilderungen. Im Endeffekt ist es nachvollziehbar, dass viele Leute gegangen sind. Für uns war es allerdings schwierig, dass plötzlich viele Leistungsträger nicht mehr dabei waren. Dennoch hat die Mannschaft in einigen Spielen gezeigt, dass sie konkurrenzfähig ist.

Dennoch steht sie auf dem letzten Platz. Was fehlt denn noch aus Ihrer Sicht?

Die letzte Konsequenz vor dem Tor, die Galligkeit, das Tor unbedingt machen zu wollen. Wir überlegen noch zu viel, so wie ich bei meinen beiden Chancen. Zudem brauchen wir noch zu viele Kontakte, um zum Abschluss zu kommen.

Mit Marco Stier wurde ein ehemaliger Profi zum Cheftrainer ernannt. Was zeichnet ihn aus?

Man merkt es ihm an, dass er Profi war und uns weiterentwickeln möchte. Unter ihm machen wir viel mehr mit dem Ball und fördern das Pass-Spiel. Es sind Kleinigkeiten, die täglich in unser Unterbewusstsein hinein trainiert werden müssen. Wir sind eigentlich immer in Bewegung.

Zu Ihnen: Sie spielten beim FC Ingolstadt in der Jugend. War höherklassiger Fußball nie Teil ihrer Planungen?

Ich bin Fußballer mit Leib und Seele, möchte mich in jedem Training verbessern. Ich hätte sicherlich gerne gleich im ersten Herren-Jahr höherklassig gespielt. Aber es hat sich nicht so ergeben. Ich bin dann zum SV Heimstetten, aber mit einem abgezockten Stürmer wie Orhan Akkurt vor der Nase ist es für einen jungen Spieler nicht wirklich einfach. Das Thema Profi gibt es schon noch. Ich versuche jetzt erst mal dem Verein durch meine Leistungen zu helfen. Alles andere liegt nicht bei mir.

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?

Ich habe ein einjähriges Fernstudium zum Fitness-Kaufmann begonnen. Danach möchte ich im Sportbereich tätig bleiben.

Ergänzen Sie zum Abschluss bitte den Satz: Der BCF schafft den Klassenerhalt, weil...

… wir eine junge, hungrige Mannschaft mit guten Spielern sind, die sich im Laufe der nächsten Wochen und Monate sicher noch entfalten wird.

Das Interview führte Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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