Hankofen zu Gast beim SVH

Cerovac: "Andere gehen in die Kneipe, ich bin lieber auf dem Platz“

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Semir Cerovacist seit diesem Jahr Sportlicher Leiter und Scout beim SVH.

SV Heimstetten – Der Fußball ist ein Sport der Rituale – und das nicht nur auf dem Rasen. So ist Heiko Baumgärtner beispielsweise stets der Letzte, der bei den Heimspielen des SV Heimstetten auf der Trainerbank Platz nimmt.

Der Grund: Der Coach steht beim Anpfiff meist noch jenseits der Bande, ehe er nach einem letzten Zug von der Zigarette hinunter aufs Spielfeld eilt.

Dort sucht man Michael Matejka hingegen vergeblich: Der Manager des SVH hat seinen Stammplatz hinter der Bande und neben dem Ausgang, sodass er dem Schiedsrichter bei Bedarf noch einige lobende oder kritische Worte mit auf den Weg in die Kabine geben kann. Auch sein Vater, der Klub-Präsident Ewald Matejka, betritt den Rasen immer erst nach dem Schlusspfiff. Er dreht oft eine komplette Runde um den Sportpark, ratscht mal hier und feuert die SVH-Kicker mal von dort an.

Semir Cerovac indes zieht es stets auf die Trainerbank, wo der Sportliche Leiter auch heute sitzen wird, wenn der Bayernligist den Tabellennachbarn SpVgg Hankofen-Hailing empfängt (19 Uhr). „Das habe ich in Ottobrunn auch so gemacht“, erklärt der 44-Jährige. „Ich will immer möglichst nah dran sein an der Mannschaft.“

Fast zehn Jahre lang ist Cerovac beim TSV Ottobrunn gewesen – erst in der Jugend, später als Manager. Nun habe er eine neue Herausforderung gesucht, erklärt er seinen Wechsel im Sommer. „Es hat mich gereizt, höherklassig zu arbeiten“, sagt Cerovac, der sogleich klarstellt: „Ich bin keinesfalls in Heimstetten, um den Michi (Michael Matejka) abzulösen. Er und sein Vater sind hier Institutionen – so wie Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge bei Bayern.“

Seine Aufgaben sieht Cerovac vor allem in zwei Bereichen. Zum einen die Organisation des Spieltags, zum anderen will er sich im Scouting einbringen – nicht nur für die Bayernligaelf, sondern auch für die Zweite und Dritte Mannschaft. „Ich werde junge, hungrige Spieler aus der Region beobachten und zum Training einladen. Das haben wir in Ottobrunn ziemlich erfolgreich gemacht.“ Noch von früher kennt er Heiko Baumgärtner, der bis 2011 Trainer des TSV war. „Der Kontakt ist nie abgebrochen“, sagt Cerovac. „Und Michi Matejka kenne ich seit einer Ewigkeit.“

Aufgewachsen ist Semir Cerovac in München, wo er in der Jugend für Bayern und Sechzig gekickt hat. Später spielte der gebürtige Jugoslawe, der mit einem Jahr nach Deutschland gekommen ist, für Forstenried und Hajduk. „Doch dann habe ich meine Karriere relativ früh beendet, weil ich mit 23 Vater geworden bin. Außerdem habe ich mich selbstständig gemacht.“ Bis heute leitet Cerovac eine Gebäudeservice-Firma in Unterhaching, wo er inzwischen auch wohnt.

Dem Fußball ist Cero, wie ihn alle nennen, seit der Kindheit verbunden – und will es auch noch länger bleiben. „Andere gehen in die Kneipe, ich bin lieber auf dem Platz“, sagt Cerovac. „Ich brauche den Fußball und den Kontakt mit den Leuten.“ Und so wird er auch heute im Sportpark sein. Er tippt: „Ich denke, dass sich die Mannschaft gefangen hat, vor allem der dreckige Sieg in Regensburg war wichtig. Ich bin überzeugt, dass wir gegen Hankofen nachlegen.“

Voraussichtl. Aufstellung: Riedmüller, Paul, Schäffer, Hintermaier, Giglberger, Kubina, Lopes, Steimel, Nappo, Riglewski, Akkurt.

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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