Nach Auslosung

Im DFB-Pokal gegen FSV Mainz 05

+
Wieder im DFB-Pokal über einen Überraschungserfolg jubeln will Claus Schromm

SpVgg Unterhaching - Großes Los für die SpVgg Unterhaching im DFB-Pokal: Der Regionalligist trifft in der ersten Hauptrunde auf den Bundesligaverein FSV Mainz 05. Ein Duell, das es in dieser Konstellation schon einmal gegeben hat – am 30. August 2002.

Ob sich ein Stück Fußballgeschichte wiederholt? Die SpVgg Unterhaching und der DFB-Pokal – das ist ein bisschen wie Asterix und die Römer: der Aufstand des gallischen Dorfs gegen übermächtige Gegner.

In der vergangenen Saison bekamen Bundesligist FC Ingolstadt und die jetzt ins Oberhaus aufgestiegenen Leipziger Rasenballsportler den gallischen Geist der Hachinger zu spüren. Auch die Bundesligisten Hansa Rostock (Achtelfinale Saison 2002/03) und der SC Freiburg (erste Runde 2011/12) flogen schon im Sportpark aus dem DFB-Pokal.

Und eben der FSV Mainz 05, in der ersten Runde der Saison 2002/03. Die Hachinger, damals gerade aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga abgestiegen, überraschten die Mainzer mit deren damaligem Trainer Jürgen Klopp. 1:1 stand es nach 90 Minuten plus Verlängerung (Matthias Zimmermann hatte für die SpVgg getroffen), das Elfmeterschießen musste entscheiden. Torwart Philipp Heerwagen parierte zwei Elfmeter, für Haching trafen nach dem Fehlschuss von Grassow zu Beginn Copado, Lust, Zimmermann und Straube. Ein 5:3-Sieg des Außenseiters also – es war der erste Pokal-Streich der Hachinger, die seit jenem 30. August 2002 über die Jahre hinweg den Ruf manifestierten, für vermeintlich große Teams ein Stolperstein zu sein.

„Wir sind immer mit großer Euphorie und großem Respekt in diese Spiele gegangen“, erinnert sich der damalige Präsident der SpVgg Unterhaching, Engelbert Kupka (77), an die legendären Pokalspiele im Sportpark. „Im Lauf des Spiels, gegen Mainz und später auch gegen die anderen Bundesligaklubs, hat sich gezeigt, dass es immer schwieriger wird, gegen eine niederklassige und zugleich engagierte Mannschaft wie uns zu spielen.“ Ein ähnliches Phänomen beobachtet Kupka aktuell bei der Europameisterschaft in Frankreich und nennt als Beispiel Island (1:1 gegen Portugal) oder Irland (1:1 gegen Schweden). „Mainz ist heute stärker als vor 14 Jahren“, glaubt Kupka, „ich würde uns aber keinesfalls chancenlos sehen.“

Sein Nachfolger als Haching-Präsident, Manni Schwabl, schwärmt von einem „absoluten Hightlight“. Natürlich werde es „wieder ein Duell David gegen Goliath, und nach unseren jüngsten Pokalerfolgen werden die Mainzer uns garantiert nicht unterschätzen“. Zugleich, uns da schließt sich der (gallische) Kreis, sei Mainz 05 „schon immer ein bisschen Vorbild für uns gewesen“, erklärt Schwabl: „Stark, wie Jürgen Klopp diesen kleinen Verein damals in die Bundesliga und sogar in den UEFA-Cup geführt hat! Der ganze Verein ist hervorragend strukturiert, hat tolle Fans, ist immer bodenständig geblieben – das gefällt mir.“ Gallischer Widerstand eben gegen die große Fußball-Industrie.

Die rein sportliche Sicht formuliert derweil Claus Schromm, Cheftrainer der SpVgg, so: „Mainz ist ein attraktiver, aber auch schwerer Gegner. Ich bin mit dem Los zufrieden. Wir freuen uns auf ein tolles Spiel im Alpenbauer Sportpark.“

Text: Martin Becker

Quelle: fussball-vorort.de

auch interessant

Meistgelesen

Schwabl liebäugelt mit zwei Verstärkungen
Schwabl liebäugelt mit zwei Verstärkungen
Schromm gibt Spielern Hausaufgaben für die Winterpause
Schromm gibt Spielern Hausaufgaben für die Winterpause
Pipinsried holt Manchings Top-Torjäger
Pipinsried holt Manchings Top-Torjäger
Sulmer bekennt sich zum SV Pullach
Sulmer bekennt sich zum SV Pullach

Kommentare