Pullach-Torschütze im Interview

Doppelpacker Roth: Glücklich auch ohne Regionalliga und Sonderlob

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Traf in dieser Spielzeit bereits viermal: SV Pullachs Andreas Roth.

SV Pullach - Der SV Pullach hat mit einem deutlichen Sieg beim FC Unterföhring einmal mehr seine Favoritenrolle in der Bayernliga unterstrichen. Matchwinner war Andreas Roth mit einem Doppelpack. Im Interview spricht der 24-Jährige über den möglichen Aufstieg und die Auflagen für die Regionalliga.

Ihr habt am Freitagabend mit dem 4:1 gegen Unterföhring ein Zeichen gesetzt. Träumt ihr langsam von der Meisterschaft? Dafür ist es noch knapp 20 Spieltage zu früh. Mit uns, Dachau und Rain sind mittlerweile Mannschaften vorne, denen ich es zutraue, sich dort bis zum Ende festzusetzen. Aber auch Unterföhring und Pipinsried darf man nicht vergessen, dazu kommt dann meistens noch ein Team, das man nicht so auf der Rechnung hat. Die Liga ist sehr ausgeglichen und unberechenbar, da wird sich bis zum Saisonende noch so einiges verschieben. Wir sind sicherlich gut gestartet und wenn wir unseren Punkteschnitt halten können, werden wir auch dieses Jahr wieder ganz oben mitspielen.In den vergangenen Spielzeiten habt ihr immer am Aufstieg geschnuppert. Wegen den Auflagen für die Regionalliga konntet ihr aber nicht in die Regionalliga. Frustriert das einen Spieler nicht, wenn man eigentlich noch eine Liga höher spielen könnte?Natürlich ist es schade, wenn man um die Früchte seiner Arbeit gebracht wird, aber solche Rückschläge gehören dazu, positiv gesehen ist das Charakterschulung. Es gibt sicher gute Gründe für die strengen Auflagen, auch wenn man sich als kleiner Verein eine etwas flexiblere Handhabung der Kriterien wünscht. Wir haben meist um die 100 Zuschauer und auch nur, wenn man Platzwart, Zeugwart und Ordner dazuzählt. Es würde meiner Meinung nach ausreichen, die drei oder vier Risikospiele der Regionalliga, bei denen mit deutlich größerem Andrang zu rechnen wäre, an anderen Orten auszutragen. Aber wenn dann jeder potentielle Aufsteiger eine Sonderregelung braucht, wird die Planung und Genehmigung für den BFV auch irgendwann unmöglich. Ich denke, da kann man beide Seiten gut verstehen.Wenn ihr so weiter macht, kommt das Thema „Stadion“ bald wieder auf den Tisch. Wie groß ist euer Optimismus, dass ihr ggf. für die Saison 2017/2018 ein Regionalliga-taugliches Stadion findet?Wir sind mit der klaren Stellungnahme des Vereins in die Saison gestartet, dass der Aufstieg dieses Jahr nicht angegangen wird. Solange uns nichts Gegenteiliges mitgeteilt wird, ist das im Team auch kein Thema und wir müssen uns damit zum Glück nicht auseinandersetzen, sondern können einfach kicken. Pullach kann vielleicht die Perspektive Regionalliga nicht bieten, dafür passt hier sonst alles. Die wenigen Offiziellen, die sich engagieren, tun das mit Herzblut und stecken unglaublich viel Liebe und Arbeit in den Verein. Dazu kommt ein Trainerteam, das einerseits gute Laune gerne zulässt, andererseits im richtigen Moment die Zügel anziehen kann und erfolgreich ist. Und dann haben wir auch noch unsere Mannschaft, die wahnsinnig gut miteinander auskommt und auf jedes Spiel brennt. Da macht es einfach Spaß zu spielen und gewinnen will doch sowieso jeder, der auf dem Platz steht, egal was dann im Endeffekt dabei rausspringt.Dir sind am Freitag zwei Treffer gelungen. Gab es ein Sonderlob von Coach Schmöller? Das passiert ja auch nicht jede Woche...Sonderlob gab es keines, für den Trainer und uns zählt da nur das Team. Wenn wir wie die letzten Wochen unnötig Punkte liegen lassen, heißt es auch nicht: Ihr da vorne hättet mehr Tore machen müssen, oder ihr da hinten hättet halt mal zu Null spielen müssen. Wir haben mit einer guten Mannschaftsleistung gewonnen, haben das in der Kabine ordentlich gefeiert und dann geht es auch schon wieder in die nächste Woche. Trotzdem ist es natürlich schön, Tore zu machen und wenn dann noch ein Sieg am Ende steht, bin ich auch ohne Sonderlob glücklich.Mit Michi Hofmann habt ihr eine absolute Größe zwischen den Pfosten. Wie groß ist sein Anteil an den starken Ergebnissen seit seinem Comeback im letzten Jahr?Allein Michis Präsenz auf dem Platz beeindruckt den Gegner und hilft uns damit weiter. Und wenn er dann hin und wieder noch einen rauskratzt, den andere nicht halten, haben wir auch nichts dagegen. Er hat sich super ins Team integriert und arbeitet hart, insofern ist er ein echtes Vorbild. Letztlich bleibt aber die Mannschaftsleistung das Entscheidende. Ein Keeper wie Michi kann dir einzelne Spiele festhalten, auf die Saison gesehen braucht es jedoch ein funktionierendes Team.   Das Interview führte Jörg Bullinger

Quelle: fussball-vorort.de

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