Das Glück des Tüchtigen

Eine Tabelle für die Geschichtsbücher: Garching punktgleich mit Bayern II und 1860 II

+

Im schnelllebigen Fußballgeschäft ist es Trainern normalerweise nicht vergönnt, einen Abstieg sofort korrigieren und die Lehren daraus ziehen zu können.

Daniel Weber aber ist für den VfR Garching weit mehr als nur ein Coach, sollte er den Verein einmal verlassen, dann, weil er es will. Also durfte er in Ruhe weiterarbeiten, nachdem man vor eineinhalb Jahren knapp am Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern gescheitert war. Auch damals war man zwar respektabel in die Saison gestartet, im zweiten Anlauf aber hat man nun nach 13 Spieltagen neun Zähler mehr als damals zur gleichen Zeit, ist sogar punktgleich mit den Amateuren der Bayern.

Weber hat den Kader diesmal breiter aufgestellt, er ist nicht mehr allein abhängig von der Form seiner Leistungsträger. Und nicht mehr nur von den Treffern des letztjährigen Top-Torjägers Dennis Niebauer. Garching ist schwerer auszurechnen. Niebauer trifft zwar weiter, ist aber mit sechs Toren teamintern derzeit nur die Nummer zwei hinter Neuzugang Manuel Eisgruber.

Von Schweinfurt teilweise vorgeführt und an die Wand gespielt

Und gleichauf mit Niebauer liegt Stefan de Prato, der zuvor nie höher als Bezirksliga gekickt hat. Dort hat er im letzten Jahr 38-mal in 28 Spielen für Moosach getroffen, trotzdem, den Sprung in die Regionalliga hatten ihm nicht alle zugetraut. Weber schon.

Zwar hat de Prato noch keine Viertligapartie über 90 Minuten bestritten, als Joker aber ist er Gold wert: Am Samstag in Schweinfurt wurde Garching, so der Trainer, „teilweise vorgeführt und an die Wand gespielt“, da man aber 15 Minuten vor dem Ende noch immer nur mit 0:1 zurücklag, ging Weber Risiko und brachte de Prato: „Da hatte ich wohl das glücklichste Händchen der Saison.“ Innerhalb von nur neun Minuten gelang dem Goalgetter ein Hattrick, mit 3:1 feierte der VfR einen „ganz dreckigen Sieg“, wie der „megaglückliche“ Trainer zugab: „Aber so ist Fußball“. Und Glück hat halt nur der Tüchtige. Nochmal ein paar Euro fürs Phrasenschwein.

Dieser Text erschien auf der Amateursport-Seite. Sie erscheint jeden Mittwoch im Münchner Merkur. Autor ist Reinhard Hübner, erreichbar unter komsport@t-online.de

Quelle: fussball-vorort.de

auch interessant

Meistgelesen

Sieg gegen FC Bayern: Haching bleibt überirdisch!
Sieg gegen FC Bayern: Haching bleibt überirdisch!
Eching verkauft sich in Deisenhofen lange Zeit teuer
Eching verkauft sich in Deisenhofen lange Zeit teuer
Dreier gegen Hertha: Madars Treffer erlöst Fürstenfeldbruck
Dreier gegen Hertha: Madars Treffer erlöst Fürstenfeldbruck
Unterföhring gelingt in Heimstetten die Revanche
Unterföhring gelingt in Heimstetten die Revanche

Kommentare