Kopf der Woche: Markus Einsiedler

Einsiedler: Wie einst Gerd Müller

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Jubel beim 3:0 - Markus Einsiedler breitet die Arme aus.

SpVgg Unterhaching - So recht einordnen lässt er sich nicht, der Markus Einsiedler. Da hat doch der User „Uhaching“ im Hachinger Fanforum am Ende selbstkritisch zugegeben, sich zunächst „richtig geärgert“ zu haben, dass Trainer Claus Schromm seinen Stürmer zur Pause nicht ausgewechselt hat.

Für „Haching61“ wirkt dieser Einsiedler immer so, als könne er „von der Statur her nur 60 Minuten mithalten“. Und dann macht der mal so eben drei Tore in der zweiten Spielhälfte zum 5:1 gegen Garching und entlockt den kritischen Fans ein uneingeschränktes „Bravo: Sein zweites Tor (hoch ins lange Eck geschlenzt) war schon allererste Sahne. Und bei seinem letzten Treffer ist er einfach durch die Gegner durchmarschiert und hat auch noch überlegt abgeschlossen.“

Markus Einsiedler, vor einem Jahr aus Rosenheim nach Haching gekommen, weiß, welche Achterbahnfahrt der Gefühle er bei Zuschauern auslöst. Nach den ersten Punktspielen („da fehlte mir die Fitness“) war er schon als Fehleinkauf abgestempelt, seine Körpersprache schien eher Teilnahmslosigkeit als Engagement zu vermitteln, so etwas bringt eine Fanseele schon mal zum Kochen. Bis zu jenem 9. August des letzten Jahres, als dieser so lethargisch wirkende Typ beide Treffer zur Pokalsensation gegen den Bundesligisten FC Ingolstadt beigesteuert hatte. Seitdem ist er ein Held. Aber noch immer nicht ganz unumstritten.

Der „Siedler“ aber, wie sie ihn nennen, hat sich behauptet. Ein Lux wurde geholt, ein Hinterseer, ein Clarke, zuletzt ein Bruno, es spielt Einsiedler. Dabei sollte er in sieben Wochen vor einer Schulklasse stehen, sein Referendariat angehen. Nochmal verschoben, denn der angehende Lehrer hat richtig Spaß gefunden am Hachinger Projekt. Und dass er körperlich inzwischen topfit ist, zeigen seine vier Treffer in den ersten beiden Saisonspielen. Damit ist er nicht nur Top-Torjäger der SpVgg, sondern der gesamten Regionalliga. Auch wenn man ihn mal nicht sieht, im richtigen Moment ist er eben da. So wie einst Gerd Müller.

Text: Reinhard Hübner

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Quelle: fussball-vorort.de

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