Offener Brief an den DFB

Ex-Haching-Chef Kupka kritisiert: "Unsere Amateure echte Profis" ist Augenwischerei

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Engelbert Kupka fordert ein Zeichen der Solidarität.

SpVgg Unterhaching - Angesichts der Auswüchse auf dem Transfermarkt hat sich der langjährige Präsident der SpVgg Unterhaching, Engelbert Kupka, in einem Offenen Brief an den DFB gewandt, um auf die massive Schieflage in der Branche hinzuweisen.

Bereits zu seiner Zeit als Chef des heutigen Viertligisten hatte der 77-Jährige die Missstände angeprangert, gestern erneuerte er in einem Schreiben an den Verbandsboss Reinhard Grindel und seinen Vize Rainer Koch die Vorwürfe, sich zu wenig um die Finanzierung der unterklassigen Vereine zu kümmern. „Geld schießt keine Tore“ sei früher sein Motto gewesen, schreibt er, heute müsse er sich „korrigieren: Geld schießt eben doch Tore!“ 1,2 Milliarden Euro würden durch TV-Verträge erwirtschaftet, einzelne Spieler werden für Ablösesummen in dreistelliger Millionenhöhe transferiert, zudem leide die Glaubwürdigkeit wegen Vergehen von Funktionären – man müsse sich fragen, „ob man es weiter akzeptieren will, dass sich im Fußball die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnet“.

Plakataktionen des DFB wie „Unsere Amateure echte Profis“ seien Augenwischerei, er sieht zudem unter anderem die „50+1“-Regel im Falle von Leipzig skeptisch. Der DFB sollte sich „kreative Lösungen auch mal für die unteren Spielklassen ausdenken“, so Kupka. „Welcher Schaden würde der Bundesliga entstehen, wenn die Dritte Liga pro Verein (ausgenommen zweite Mannschaften von Erstligisten) zusätzlich pro Saison 700.000 Euro bekämen und jeder Regionalligist 100.000 Euro erhielte? Die Kosten wären geschätzt 15 bis 17 Millionen Euro.“ Die Bundesliga, so Kupka, könnte bei 1,2 Milliarden TV-Einnahmen „da kaum den Nachweis der Verarmung führen. Sie könnte aber ein großes Zeichen der Solidarität setzen.“ Kupka erneuerte in dem Zusammenhang auch einen alten Vorstoß, Einnahmen aus dem DFB-Pokal umzuleiten. Der Verband habe sieben Millionen Mitglieder und „sollte dieses Gewicht jetzt zum Nutzen des deutschen Vereinsfußballs einsetzen“, fordert der frühere Haching-Chef, „gerade die TV-Verträge bieten Anlass zur breiten Diskussion“.

Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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