Den Sprung auf Platz zwei verpasst

Garching geht nach Aufholjagd leer aus

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Hochbetrieb im Nürnberger Strafraum: Giovanni Goia scheitert am Club-Torhüter Ramon Castellucci; rechts Daniel Suck.

VfR Garching - Es hätte der zweite Tabellenplatz werden können für den VfR Garching. Das Sensationsteam der Regionalliga verpasste aber den Sprung am FC Bayern II (0:0 gegen FC Augsburg II) vorbei und wurde geerdet mit einem 3:4 (1:2) gegen den 1. FC Nürnberg II.

In der Vorwoche taten sich die Garchinger schwer, nach 75 Minuten hoffnungsloser Unterlegenheit den Glücksdreier in Schweinfurt zu erklären. Diesmal war es genau anders herum. Garching war über weite Strecken überlegen, hatte mit Mario Staudigl einen nicht zu stoppenden Flügelzauberer und machte aus zwei Dutzend Schussgelegenheiten fast nichts. Nürnberg konterte, verwandelte drei Standards und gewann.

Die Zuschauer hatten noch nicht richtig Platz genommen, als der Ball schon im Nürnberger Tor war, der Linienrichter aber eine sehr fragliche Abseitsstellung gesehen hatte. Der Keeper konnte einen Flachschuss von Dennis Niebauer nicht festhalten und Mario Staudigl staubte ab. In der 13. Minute war es dann aber soweit mit den gleichen Protagonisten. Mario Staudigl lieferte die Traumflanke, Dennis Niebauer packte den Kopfballtorpedo aus und den fröstelnden Zuschauern wurde warm ums Herz.

Über weite Strecken spielte Garching im Stil eines Tabellendritten den Gegner an die Wand, aber Oktay Leyla machte mit einem Traumschuss aus dem Nichts das 1:1. Der VfR lässt sich von solchen Rückschlägen nicht aus der Ruhe brauchen. Beim Gegenschlag wurde Garching ein Handelfmeter verwehrt und das nächste Tor mit Abseits weggepfiffen. Und dann machte Nürnberg das 2:1 bei einer Ecke, bei der Torwart Daniel Maus hinter dem Torschützen stand. Diese ganz starken 45 Minuten der Garchinger waren vielleicht auch ein bisschen das ausgleichende Pech nach dem Duselsieg des Jahres vergangene Woche in Schweinfurt.

Nach der Pause ging es weiter Richtung Nürnberger Tor. Der VfR musste sich nur vorwerfen lassen, nichts aus seiner Überlegenheit gemacht zu haben. Bei einer ganz schwach verteidigten Ecke wurde den Clubberern das 1:3 leicht gemacht. Georg Ball ließ dann seine Wut über den Rückstand heraus mit einem Gewaltfreistoß, der die Garchinger wieder heranbrachte (66.).

Die Garchinger hatten nun Gewalt als Lösungsansatz erkannt. In der 82. Minute zwangen die Schwarz-Weißen mit einer Schuss-Salve das Glück, als bei der Vollendung Alexander Rojek eine scharfe Staudigl-Hereingabe über die Linie drückte. Und wieder hatte ein Joker spät den Rückstand ausgeglichen. Mit Daniel Müller hatte der nächste Joker das 4:3 auf dem Fuß, bevor die Nürnberger durch Steffen Eders zweites Standardtor nach einer gefühlt zehn Sekunden durch die Luft schwebenden Freistoßflanke für sich den Sieg klar machten. Die ruhenden Bälle machten den Unterschied.

Das sagen Georg Ball und Daniel Weber:

Die Regionalliga ist gnadenlos beim Bestrafen von Fehlern. Wer bei drei Standardsituationen schläft, bekommt auch drei Tore. Der VfR Garching bekam nach seinem Lauf der vergangenen Wochen vom 1. FC Nürnberg II gezeigt, dass auch die Mannschaft der Stunde sich nichts leisten darf.

Georg Ball ist so etwas wie der Garchinger Vorkämpfer und deshalb bei der Verteidigung von Standardsituationen der Turm in der Schlacht. Das Standardproblem konnte er sich auch nicht erklären: „Wir haben es diesmal einfach nicht geschafft, die Nürnberger beim Anlaufen im Strafraum zu blocken.“ Das Team habe sich trotz dieser Schwierigkeiten enorm gesteigert im Vergleich zur Schweinfurt-Leistung. Auf den Ausgleich zwischen dem Dusel der Vorwoche und Pech möchte er das 3:4 nicht reduzieren: „Wir hatten etwas Pech, aber eben auch einiges Unvermögen.“ Positiv nimmt Ball die fast geglückte Aufholjagd „mit einer brutalen Moral“. Darauf kann das Team aufbauen, auch wenn bei dem Abräumer die Zeichen auf Pause stehen. Garchings Nummer sechs hatte in den vergangenen Wochen mit einer Knochenhautentzündung zu tun und nach harten Zweikämpfen gegen Nürnberg ist der Bereich nun geprellt.

Garchings Trainer Daniel Weber zeigte sich nach dem Match als nicht unzufriedener Verlierer. Seine Mannschaft habe „ein Superspiel“ gezeigt und hätte sich am Ende ein Unentschieden verdient gehabt. Bei den Gegentoren wird er nun intensiv das Videomaterial studieren: „Wir haben aus der einen oder anderen Situation nichts gelernt.“ Den erneuten Beweis der Ligatauglichkeit war Weber unterdessen egal: „Es geht nicht um Bestätigungen, sondern um Punkte.“

Quelle: fussball-vorort.de

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