Pokalfinale im TV

Haching gegen Würzburg: Live in der ARD

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Wird Markus Einsiedler wieder zum Pokalhelden?

SpVgg Unterhaching - Das Fernsehen hat ja schon viel übertragen. Feucht-fröhliche Meisterfeiern auf dem Marienplatz, fünf, sechs manchmal quälend lange Stunden Massenhysterie ob der Rückkehr deutscher Gladiatoren von erfolgreich bestandenen Weltmeisterschaften.

(Inklusive Interviews mit Flugkapitän und Stewardess). Dass man speziell für Fußball freigeräumte Sendeplätze aber durchaus auch sinnvoller nutzen kann, zeigt die ARD nun mit ihrem „Finaltag der Amateure“, der den Fußball mal so zeigt, wie er ist, abseits des großen Business und der Heldenverehrung.

Acht Stunden lang präsentiert das Erste am Samstag Amateurfußball live, von 12.05 Uhr bis kurz vor acht, in drei Blöcken werden 17 Landespokalendspiele in Konferenz übertragen: Sechs Partien ab 12.30, fünf, darunter das bayerische Toto-Cup-Finale zwischen Titelverteidiger SpVgg Unterhaching und den Würzburger Kickers, ab 14.30 Uhr und schließlich noch sechs Spiele ab 17 Uhr. „Ein Abenteuer, das uns technisch vor große Herausforderungen stellt“, sagt Steffen Simon, Sportchef beim federführenden WDR. „Es wird von der Produktion her eine der größten Unternehmungen, der wir uns in der Sportgeschichte unseres Senders gestellt haben.“ Als „historischen Tag für den Amateurfußball“ feiert DFB-Vize Peter Frymuth das Projekt, BFV-Präsident Rainer Koch spricht von einem „starken Signal, dass der Fußball in Deutschland eben nicht nur in 56 Profi-Stadien zu Hause ist, sondern tatsächlich in mehr als 25 000 Vereinen“.

Es werden Vereine in den Blickpunkt rücken, die eine große Vergangenheit hinter sich haben, wie Altona 93, Wattenscheid 09, Rot-Weiß Essen, Wuppertaler SV, VfB Lübeck, aber auch ein Kreisligist wie die SG HWW Niederroßbach wird sich einem großen Publikum präsentieren.

Zu den großen Namen zählt auch Unterhaching, bundesweit in den Blickpunkt gerückt ist der Verein, als er im Jahr 2000 mit dem unvergessenen 2:0-Erfolg am letzten Bundesligaspieltag Bayer Leverkusen und Trainer Christoph Daum die fast schon sicher geglaubte Meisterschaft gründlich verdarb. Im vergangenen Herbst kegelte die von Ex-Nationalspieler Manni Schwabl zusammengestellte Regionalliga-Truppe den FC Ingolstadt und RB Leipzig aus dem DFB-Pokal, von ähnlichen Highlights darf man nun wieder träumen. Der glückliche Umstand, dass sich Würzburg als Dritter der 3. Liga den Platz in der ersten Pokal-Hauptrunde schon gesichert hat, führt dazu, dass die Hachinger selbst bei einer Niederlage auch diesmal wieder dabei sein werden.

Dass es deswegen am Samstag im Alpenbauer-Sportpark zu einem müden Frühsommer-Kick kommen werde, glaubt BFV-Chef Koch trotzdem nicht: „Es geht ja immer noch um 5000 Euro Prämie und den prestigeträchtigen Titel Bayerischer Pokalsieger. Beide Trainer haben ja schon angekündigt, den Toto-Pokal unbedingt gewinnen zu wollen.“ Der Ehrgeiz der Spieler jedenfalls dürfte groß sein, wann haben sie schon die Chance, sich in einem derartigen Rahmen live in der ARD präsentieren zu können. Wer nur das bayerische Finale sehen will, kann auch das: Entweder im Stadion oder per Livestream beim Bayerischen Fernsehen.

Dürfte bestimmt spannender werden als eine stundenlange Liveübertragung vom Marienplatz oder von der Rückkehr einer Nationalmannschaft.

Text: Reinhard Hübner

FUSSBALL-AMATEURE

Die Amateurfußballseite erscheint jeden Mittwoch. Autor ist Reinhard Hübner, erreichbar unter komsport@t-online.de 

Quelle: fussball-vorort.de

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