Ozeanien-Cup-Sieger

Haching-Torwart Marinovic, der Held von Neuseeland

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Starker Rückhalt bei der SpVgg Unterhaching und in der Nationalmannschaft von Neuseeland: Stefan Marinovic. Jetzt darf der 24-Jährige sogar von der WM-Qualifikation für 2018 träumen.

SpVgg Unterhaching - Haching-Torwart Stefan Marinovic hat mit Neuseeland den Ozeanien-Cup gewonnen und sich für den Confed-Cup in Russland qualifiziert.

Stefan Marinovic wird möglicherweise an der Fußball-WM 2018 in Russland teilnehmen. Der Torwart der SpVgg Unterhaching hat als Nummer eins bei der neuseeländischen Nationalmannschaft den Ozeanien-Cup (das ist die Kontinentalmeisterschaft der ozeanischen Fußball-Konföderation OFC) gewonnen.

Im Finale avancierte der Hachinger Schlussmann gegen Gastgeber Papua Neuguinea zum großen Helden. Nach einem 0:0 nach regulärer Spielzeit hielt der Hachinger im Elfmeterschießen zwei Strafstöße und sicherte seinem Team den Titel.

„Ich bin so glücklich. Ich habe persönlich im Turnier sehr stabil gespielt und aus dem Spiel heraus kein Tor kassiert, sondern nur Elfmeter. Ich habe im Finale zwei Elfmeter gehalten, was für unsere Mannschaft sehr wichtig war. Jetzt können wir nächstes Jahr nach Russland zum Confed Cup fahren“, berichtet der 24-Jährige. Bei der WM-Generalprobe spielen auch auf die DFB-Elf sowie Australien (Asien-Cup), Chile (Copa América) und Mexiko (CONCACAF) mit; hinzu kommen der Europameister 2016 und der Sieger des Afrika-Cups 2017. </p><p>Marinovic hatte vor dem Cup in Papua Neuguinea im Rennen um den Platz zwischen den Pfosten seine Konkurrenten erfolgreich abgeschüttelt. Der in der neuseeländischen ersten Liga spielende 33-jährige Glenn Moss, der 2010 in Südafrika bei der ersten von zwei WM-Teilnahmen Neuseelands dabei war, hatte sich am Auge verletzt und fiel aus. Gegenüber Tamati Williams und Max Crocombe behielt der gebürtige Neuseeländer die Nase vorne. Anthony Hudson, Trainer der „All Whites“, berief Marinovic zur Nummer eins. „Es ist eine große Ehre, für mein Land zu spielen“, sagt Marinovic stolz.

Der Verband des pazifischen Inselstaats wurde auf Marinovic wegen seinen Leistungen in Unterhaching aufmerksam. Marinovic, der einen nach Neuseeland übersiedelten kroatischen Vater hat und im Alter von 17 Jahren aus seiner Heimat nach Deutschland zog (damals über die Fußballschule des früheren Bremers Wynton Rufer), war als Spieler im Hachinger Drittliga-Kader das erste Mal ins Blickfeld des Verbandes geraten. „Kiwi“, so wurde Marinovic von seinem damaligen Trainer Gino Lettieri in Wehen-Wiesbaden erstmals als Spitzname nach dem neuseeländischen Nationalsymbol (eine Vogelart) benannt, tat sich ab 2015 mit Einsätzen als Nummer eins in Haching hervor.

Als die Verbandstrainer Videomaterial von Marinovic sichteten, wurde er 2011 erstmals in die U 20 berufen. Alsbald rutschte Marinovic in den Kreis des A-Nationalteams, das sich aus weltweit um den Globus verstreuten Spielern zusammensetzt. „Ausschlaggebend war, dass ich der erste Torwart bei einem deutschen Drittligisten war“, sagt Marinovic zu seiner Nominierung aus der weiten Ferne.

Als Marinovic nach neun Drittligaspielen bei der Partie der SpVgg in Osnabrück eine schwere Schulterverletzung ereilte, stand seine gerade erst sehr spät gestartete Torwartkarriere gleich schon wieder auf dem Spiel. „Das hat erst einmal alles aus der Bahn geworfen“, erinnert sich Marinovic, der bereits auf den Zetteln mehrerer Scouts gestanden hatte. Zwar geriet der mittlerweile zum Hachinger Publikumsliebling avancierte „Kiwi“ vorerst wieder aus dem Fokus, eroberte sich nach überstandener Verletzung und dank starker Leistungen bei der SpVgg aber den Platz zwischen den Pfosten in Neuseelands Nationalelf zurück.

In Unterhaching fühlt sich der Torwart wohl. „Ich habe mein großes Glück wiedergefunden“, sagte der zwischen 2012 und 2013 zweimal für kurze Zeit vereinslose Marinovic, der bei Wehen bereits 2009/2010 zweimal in der 3. Liga gehalten hatte. Dass nur er und zwei weitere Spieler in Haching blieben und nach dem Abstieg nicht wechselten, bereut Marinovic nicht: „Ich bin in Unterhaching sehr gerne geblieben. Die Saison ist sehr gut gelaufen.“

Mehr noch: „Meine Mannschaftskollegen sind mittlerweile zu Freunden geworden. Neben Kumpels hat man immer mehr Freude am Fußball“, sagt Marinovic.

Die Chancen auf die dritte WM-Teilnahme mit Neuseeland nach 1982 und 2010 sieht Marinovic nüchtern, zumal man als Ozeanien-Meister für eine erfolgreiche Qualifikation im Herbst 2017 noch eine sehr starke Mannschaft aus Mittel- oder Südamerika aus dem Weg räumen muss. Angesichts der zwei deutlichen Niederlagen beim bis dato letzten WM-Quali-Versuch gegen Mexiko bleibt Marinovic realistisch. Er zieht einen Vergleich zur SpVgg: „Es ist ungefähr so wie mit Haching in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den Bundesligisten FC Ingolstadt zu spielen: Es ist hart, aber nicht unmöglich. Wenn wir es schaffen sollten, dann möchte ich aber natürlich gerne bei der WM dabei sein.“

Robert M. Frank

Quelle: fussball-vorort.de

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