Haching ist nicht zu bremsen

Hain wird geadelt: "Wusste nicht, dass du so gut bist"

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Stephan Hain wurde vom Schweinfurter Übungsleiter geadelt.

SpVgg Unterhaching - Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Trainer seinem Spieler nach einer besonderen Leistung anerkennend auf die Schulter klopft.

Als am Samstag Stephan Hain im Unterhachinger Sportpark gerade die Fragen der Medienvertreter beantwortete, war es – wie so oft – er, der eine Hand auf seiner Schulter spürte. Allein: Es war nicht die seines Fußball-Trainers Claus Schromm, sondern die des gegnerischen Übungsleiters. „Ich wusste schon, dass Du gut bist“, sagte Gerd Klaus vom 1. FC Schweinfurt 05, „aber dass Du so gut bist, wusste ich nicht.“

Hain selbst schien ob des Lobes erst ein wenig überrascht, hatte er doch Klaus’ Team nur Minuten zuvor beim Unterhachinger 5:0 (1:0) fast im Alleingang demontiert. Auf das Konto des 27-jährigen Ex-Löwen gingen die Tore in der 9., 62., 87. und 90. Minute, den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 steuerte Teamkollege Dominik Stahl (89.) bei. Zuletzt, sagte Hain, sei ihm ein Viererpack in der Jugend irgendwann mal gelungen und natürlich freue er sich darüber.

Allzu hoch wollte er seinen Beitrag aber nicht einschätzen. „Ich bin immer auch von guten Zuspielen abhängig, davon gab es diesmal einige“, betonte Hain und bedankte sich mit der Aussage vor allem beim 26-jährigen Sascha Bigalke. Der Offensivmann wusste den Stürmer mehrfach sehenswert in Szene zu setzen. „Und ich bin dann ja dafür da, dass ich die Dinger reinmache“, meinte Hain.

Das klare Ergebnis gegen die vor der Saison als Mitfavoriten gehandelten Schweinfurter hatte sich jedoch zunächst nicht abgezeichnet. Zwar erwischten die Hachinger einen perfekten Start und bejubelten früh das 1:0. Doch nach einer Trinkpause in der 23. Minute brach die SpVgg ein. Wieso, wusste keiner so recht. „Das haben mir die Jungs in der Halbzeit auch nicht erklären können“, meinte Schromm hernach. „Wir haben uns dann einfach darauf besonnen, so zu agieren wie im ersten Viertel.“

Der Plan ging auf. Während die Unterhachinger im mit 1200 Zuschauern nur spärlich besetzten heimischen Sportpark noch einmal Reserven mobilisierten, machte den Unterfranken die brütende Hitze sehr zu schaffen. „Man hat gesehen, dass uns die Kraft ausgegangen ist“, konstatierte Klaus. „Leider war ab der 70. Minute nicht mehr drin.“ Auch wegen Hain. „Wenn du so einen Stürmer hast, ist das einfach der Unterschied in der Klasse. Das ist Wahnsinn“, schwärmte der 45-Jährige, der das 5:0 in der Höhe zu deutlich fand. „Man muss sagen, dass Stephan in der Regionalliga eigentlich nichts verloren hat. Er ist dafür zu gut.“

Hain, der mit seinen Hachingern morgen im Verbandspokal bei Landesligist SV Egg an der Günz antreten muss, sah das naturgemäß anders. Doch dass er noch lange in der 4. Liga daheim ist, glaubt der Niederbayer tatsächlich nicht. „Es ist kein Geheimnis, dass wir mit Haching hoch wollen“, sagte Hain. „Auch wenn die Saison noch lang ist, sind wir dem wieder ein Stück nähergekommen.“

Nach dem siebten Erfolg in der siebten Partie grüßt die SpVgg mit der maximalen Ausbeute von 21 Punkten weiter von der Tabellenspitze. Besser kann es nicht laufen, oder? Bevor Hain auf die Frage reagieren konnte, kam Steffen Galm vorbei, Unterhachings Co-Trainer. Er klopfte Hain auf die Schulter und raunte ihm zu: „Acht Siege aus acht Spielen sind besser.“ Hain lachte. „Das ist eine gute Ansage“, meinte er. Und klang so, als wolle er auf seine Regionalliga-Tore fünf bis acht noch einige folgen lassen.

Text: Sina Ojo

Quelle: fussball-vorort.de

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