Starke Defensive gegen den Tabellenführer

Heimstettens Metzger-Taktik geht gegen Pullach auf

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Rustikal und effektiv: „Metzger“ René Schäffler (l.) behält Pullachs Menelik Ngu’Ewodo im Griff.

SV Heimstetten - Der SV Heimstetten hat sich dank einer starken Defensive gegen Pullach erfolgreich zur Wehr gesetzt. Zu verdanken hat es die Baumgärtner-Elf den beiden "Metzgern".

Der Berufsstand des Metzgers hat es hierzulande nicht leicht. Gab es vor 20 Jahren noch gut 22.000 eigenständige Fleischereien, so ist diese Zahl inzwischen auf 13.500 gesunken. Tendenz fallend..

Beim SV Heimstetten indes gibt es immerhin noch zwei Wurstexperten, beide sind vorige Woche gleich zweimal in der Startelf gestanden. Weil Trainer Heiko Baumgärtner nach dem holprigen Start seine Defensive stärken wollte, setzte er gegen Unterföhring und Pullach auf Sebastian Müller und René Schäffer in der Innenverteidigung – „unsere zwei Metzger“.

Der Spitzname geht auf die eher rustikale Gangart der Abwehrschlakse zurück, die sich nur in Ausnahmefällen und bei Standards über die Mittellinie wagen – wie in der 89. Minute des Bayernligaspiels gegen den SV Pullach. Da zirkelt Sebastiano Nappo einen Freistoß zu Sebastian Paul, dessen Kopfball an die Latte klatscht und von dort zu René Schäffer. Mit einer Mischung aus Grätsche und Schuss will der 24-Jährige den Ball aus drei Metern ins Tor befördern – doch stattdessen schlägt er ein formidables Luftloch.

„Wenn wir in dieser Szene den Lucky Punch setzen, wäre es das i-Tüpfelchen gewesen“, resümiert Baumgärtner. Wobei er mit dem 2:2 gut leben könne, fügt der Coach schnell hinzu. „Wir haben uns gegen den ungeschlagenen Tabellenführer auf Augenhöhe präsentiert und hatten sogar die besseren Chancen.“ Zudem dürfe man nicht vergessen, „dass wir vor einer Woche noch am Boden lagen“, ergänzt Baumgärtner mit Blick auf den Fehlstart. „Wir sollten die Trauben jetzt nicht allzu hoch hängen.“

Wie zuletzt vertraut der Trainer gegen Pullach erneut auf eine defensive Aufstellung – mit den zwei Metzgern und Sebastian Paul auf der Sechs. Diese Formation hatte beim 4:0 in Unterföhring eine Halbzeit lang arge Probleme; gegen die gefürchtete Pullacher Offensive aber wackelt sie kaum. „Wir haben hinten fast nichts zugelassen“, lobt der Coach, dessen Elf in der 26. Minute den Schlagabtausch eröffnet.

Ausgerechnet Orhan Akkurt gelingt gegen seinen Ex-Club das 1:0: Nach einem abgefälschten Pass schaltet er am schnellsten und lupft die Kugel über den herausstürmenden Ex-Profi Michael Hofmann ins Netz.

Nach der Pause setzt der eingewechselte Tim Sulmer den Ball aus elf Metern ins kurze Eck – zum 1:1. Eine Viertelstunde später geht Heimstetten abermals in Führung, diesmal durch Manuel Duhnke, der diese Saison offenbar seinen Torriecher wiedergefunden hat. Doch nur fünf Minuten später fällt erneut der Ausgleich nach einer feinen Einzelleistung von Andreas Roth.

Für den letzten Aufreger sorgt schließlich der Metzger. Doch weil der sonst so starke René Schäffer diesmal am Ball vorbeisenst, bleibt es bei der Punkteteilung.

SV Heimstetten – SV Pullach 2:2 (1:0)

SVH: Krasnic, Müller, Schäffer, Hintermaier, Giglberger, Paul, Kubina, Steimel, Riglewski (79. Lopes), Duhnke (82. Nappo), Akkurt.

Tore: 1:0 Akkurt (26.), 1:1 Sulmer (50.), 2:1 Duhnke (66.), 2:2 Roth (71.).

Gelb-Rot: Paul (90.+1).

Schiedsrichter: Andreas Hartl (Passau).

Zuschauer: 250.

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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