Pipinsrieds Spieler verlor Schwester bei Amoklauf

Hürzeler: "Wir haben für Arbnor gespielt"

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Mit Distanzschüssen versuchte Junis Ibrahim (Nr. 20) in der Schlussphase, das erlösende 3:1 zu erzielen.

FC Pipinsried - Manch einer in der FCP-Arena hatte am gestrigen Sonntag Probleme, sich auf das sportliche Geschehen auf dem Platz zu konzentrieren. Die Trauerminute für die zehn Tage zuvor beim Amoklauf im OEZ getötete Armela Segashi (14) hat alle Anwesenden tief bewegt.

Die in der laufenden Serie noch tor-, punkt- und sieglosen Pipinsrieder machten vom Anpfiff weg Druck, doch da sie zunächst die Außenpositionen nicht konsequent besetzten, sprang nicht viel bei den Bemühungen der Hausherren heraus. Landsbergs Sebastian Bonferts Pfostenschuss nach einer halben Stunde wirkte wie ein Hallo-Wach-Ruf, auf einmal versuchten es die Pipinsrieder auch mal über die Flügel. Angetrieben von Arbnor Segashi und Dennis Liebsch probierten sie es nun immer häufiger, den Landsberger Abwehrriegel über die Flanken zu knacken.

Und Sekunden vor der Pause führte das dann auch zum Erfolg. Liebsch passte den Ball von der rechten Seite vors TSV-Tor, Marco Bläser war zur Stelle und lochte aus sechs Metern im zweiten Versuch kompromisslos ein.

Die erste große Chance für die Hausherren hatte in der 33. Minute Sebastian Mitterhuber vergeben. Der im Sommer aus Rain zum FCP gewechselte Co-Trainer von Fabian Hürzeler scheiterte mit einem 15-Meter-Schuss am Landsberger Keeper Tobias Heiland.

Der zweite Durchgang begann spektakulär. Zunächst markierte der von Jonas Meichelböck steil geschickte Philipp Siegwart aus abseitsverdächtiger Position das 1:1 (51.), doch keine 120 Sekunden später schoss FCP-Kapitän Thomas Berger den Platzverein wieder in Front. Der Pipinsrieder erkannte, dass TSV-Keeper Heiland auf halbem Wege zum Ball abstoppte, gefühlvoll lupfte Berger die Kugel ins linke obere Eck.

Und um ein Haar wäre Berger wenig später sogar noch ein zweiter Treffer gelungen. In der 66. Minute lenkte Heiland den Kopfball des Pipinsrieders aus kurzer Distanz über die Latte. In der Schlussphase versuchte es der Pipinsrieder Junis Ibrahim mit Weitschüssen, einmal klärte Heiland zur Ecke, einmal rettete Sebastian Gilg für seinen schon geschlagenen Keeper auf der Torlinie.

Fabian Hürzeler nach dem Schlusspfiff: „Wir haben heute für Arbnor gespielt, es war ein sehr emotionaler Nachmittag.“  dn/ge

Stenogramm

FC Pipinsried - TSV Landsberg 2:1 (1:0)

FC Pipinsried: Thomas Reichlmayr, Philip Grahammer, Markus Achatz, Dennis Liebsch, Marco Krammel, Fabian Hürzeler, Sebastian Mitterhuber (87. Boro Majstorovic), Thomas Berger, Junis Ibrahim, Arbnor Segashi, Marco Bläser (74. Qemalj Beqiri)

TSV Landsberg: Tobias Heiland, Julian Birkner, Andreas Beinhofer, Sebastian Gilg, Peter Knechtel (58. Lukas Göttle), Lukas Greif (65. Daniel Neuhaus), Andreas Fülla, Jonas Meichelböck, Sebastian Bonfert, Philipp Siegwart, Martin Hennebach

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger

Zuschauer: 330

Gelb-Rote Karte: Julian Birkner (90.)

Tore:

1:0 (45.) – Denis Liebsch setzt sich auf der rechten Außenbahn durch. Er passt die Kugel flach vor das Landsberger Tor. Marco Bläser erfasst die Situation am schnellsten, kurze Drehung, Tor.

1:1 (51.) – Philipp Siegwart trifft aus abseitsverdächtiger Position. 2:1 (53.) – Thomas Berger lupft die Kugel aus 16 Metern ins TSV-Tor.

Text: dn/ge

Quelle: fussball-vorort.de

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