Der Kapitän geht von Bord

Heckel: „Ich bin dem SV Pullach sehr dankbar“

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Ein halbes Fußballerleben in Gelb.Schwarz: Nach neun Jahren verlässt Kapitän Richard Heckel den SV Pullach und spielt künftig in Oberweikertshofen Landesliga.

Nach neun Jahren an der Gistlstraße wechselt Richard Heckel zum Landesligisten SC Oberweikertshofen.

Pullach – Der Kapitän geht von Bord: Nach neun erfolgreichen Jahren beim SV Pullach verlässt Richard Heckel, 30, den Bayernligisten, um künftig für den Landesligisten SC Oberweikertshofen die Fußballschuhe zu schnüren. Am Samstag (14 Uhr) im Gastspiel beim TSV 1860 Rosenheim können die Raben schon mal ausprobieren, wie es ist, ohne den im defensiven Mittelfeld wie in der Innenverteidigung gleichermaßen wertvollen Dauerbrenner auszukommen: Heckel hat sich wegen eines privaten Termins abgemeldet. Leichter wird es in Rosenheim für den SVP dadurch nicht, wie Trainer Frank Schmöller weiß: „Richy ist kein Spieler für die Galerie, bei dem man sagt: Der hat heute aber aufgespielt. Aber wenn er nicht dabei ist, merkt man, dass er gefehlt hat.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Richard Heckel auf die Zeit an der Gistlstraße zurück, erklärt, warum er sich verabschiedet und erzählt auch, was er am Wochenende vorhat.

Warum muss der SV Pullach in Rosenheim auf Sie verzichten?

Wir fahren am Wochenende weg, um den Junggesellenabschied von Sascha Steinacher zu feiern, für den ich Trauzeuge sein werde.

Sascha Steinacher ist in der Münchner Fußballszene aus seiner Zeit in Unterhaching, Heimstetten und Ismaning bekannt, war, wie Sie, in der Jugend beim TSV Forstenried. Und er ist, wie Sie, 30 Jahre alt. Haben Sie früher mal zusammengespielt?

Nein, nie. Nur häufig gegeneinander, in der Jugend. Aber wir sind zusammen in eine Klasse gegangen.

Anders als Steinacher, der in Bayern und auch Österreich viel herumkam, hatten Sie relativ wenige Stationen in ihrer Karriere.

Angefangen mit dem Fußball habe ich in der F-Jugend beim TSV Großhadern. In der D-Jugend bin ich zum TSV Forstenried und habe dort auch ein Jahr im Herrenbereich gespielt, allerdings noch als A-Jugend Spieler. 2004 bin ich mit meinem damaligen Trainer von Forstenried nach Holzkirchen gegangen. Über Fritz Steinacher (Saschas Vater und ehemaliger SVP-Torjäger - d. Red.) kam dann 2007 der Wechsel nach Pullach in die Bezirksoberliga zustande.

Hatten Sie damals schon das Gefühl, dass Sie so lange an der Gistlstraße bleiben würden?

Damals habe ich mir keine Gedanken gemacht, wie lange das hier gehen könnte. Ich war ja erst 20 oder 21 Jahre alt. Aber, dass es fast zehn Jahre werden, habe ich nicht geglaubt.

Sie waren immer Stammspieler. Sicher gab es doch auch Angebote aus höheren Ligen. Hat Sie das nie gereizt?

Natürlich träumt fast jeder Fußballer davon, irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen. Das war auch mein großer Traum damals. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nie ein Angebot einer höherklassig spielenden Mannschaft erhalten habe. Was mich im Nachhinein aber ehrlich gesagt auch nicht wirklich stört, da ich in Pullach wirklich sehr, sehr schöne neun Jahre verbracht habe, für die ich dem Verein und dem Umfeld sehr dankbar bin und die ich auch nicht missen möchte. Ich hatte immer die Unterstützung von allen.

Wenn Sie zurückschauen: Was war der Höhepunkt in dieser Zeit?

Der Landesligaaufstieg mit Trainer Steffen Galm, gleich in meinem ersten Jahr hier. Das war eine Supersaison.

Nun wechseln Sie zum Landesligisten SC Oberweikertshofen, wo der Ex-Pullacher Sebastian Schuff aktiv und nächste Saison zudem Cheftrainer ist. Warum?

Ich wollte nochmal mit Sebastian Schuff zusammenspielen. Diese Freundschaft hat sich in Pullach entwickelt. Und mir gefällt seine Philosophie, er lässt wirklich Fußball spielen. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob ich in der Bayernliga weitermachen will.

Der Pullacher Regionalliga-Verzicht war für Sie persönlich also gar nicht so tragisch?

Nein. Ich weiß nicht, ob ich das gemacht hätte. Ich bin KFZ-Mechaniker. Beruflich wäre es schwer geworden, bei Spielen unter der Woche um eins oder zwei heimzukommen.

Bleibt als Ziel die Bayernliga-Meisterschaft. Wie wichtig wäre Ihnen dieser Erfolg zum Abschied?

Bayernligameister zu werden, wäre für mich natürlich nochmal etwas ganz Besonderes. Zum einen, da es mein persönlich größter sportlicher Erfolg wäre. Zum anderen, weil ich es der Mannschaft und besonders Theo Liedl (SVP-Manager - d. Red.) und den Verantwortlichen vom SV Pullach wahnsinnig gönnen würde, weil sie wirklich sehr viel Zeit und Kraft in den Verein investieren und sie es einfach verdient hätten.

Das Gespräch führteUmberto Savignano.

Quelle: fussball-vorort.de

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