SV Heimstetten macht es unnötig spannend

Keeper Krasnic und Goalgetter Akkurt retten Heimstetter Dreier

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Durchgemogelt: Hugo Lopes (rot) schlängelt sich an den Landsbergern Nichelmann (links) und Gilg vorbei.

Heimstetten – Man muss in der Bayernliga Süd schon sehr lange suchen, um etwas Vergleichbares wie die Hoaschdenger Buam zu finden, jenen 2012 gegründeten Fanclub des SV Heimstetten.

Zwar sind es meist kaum mehr als fünfzehn junge Männer, die sich stets auf den Stehplätzen des Sportparks versammeln. Aber in einer Liga, wo der durchschnittliche Zuschauer im Rentenalter und ein halblautes Schimpfen auf den Schiedsrichter das Höchste der Tribünengefühle ist, erwecken die „Buam“ oft den Eindruck, sie seien zweihundert – und nicht zwölf. Auch im Heimspiel gegen Landsberg feuert das Grüppchen seine Elf 90 Minuten lang mit Schlachtgesängen an. Überdies beweisen die Edel- Fans nach dem Abpfiff ein feines Gespür.

Denn zum obligatorischen „Humba Täterä“ nach dem 2:0-Sieg fordern sie nicht etwa einen Torschützen als Vorsänger zu sich – sondern Marijan Krasnic. Nicht, dass der Keeper permanent im Mittelpunkt gestanden wäre – dazu war der SVH über weite Strecken zu überlegen. Aber Anfang der zweiten Hälfte, als sich seine Vorderleute einen Durchhänger erlauben, behält Krasnic in zwei Eins-gegen- Eins-Duellen die Oberhand und bewahrt seine Mannschaft somit vor dem Ausgleich, ehe Orhan Akkurt mit dem 2:0 die Entscheidung besorgt. „Wir haben es unnötig spannend gemacht“, moniert Trainer Heiko Baumgärtner. „Bei unseren Chancen hätten wir in der ersten Halbzeit mindestens zwei Tore machen müssen.“

Tatsächlich übernimmt der Favorit vom Start weg die Kontrolle und schnürt den Gegner in dessen Hälfte. So ist der Spieler mit den meisten Ballkontakten auf Landsberger Seite Tobias Heiland – der Torhüter. Er steht auch bei der ersten Großchance im Blickpunkt, einem Schuss von Hugo Lopes, der aus Keeper-Sicht in die Soll- Rubrik fällt. Bedeutet: Sollte man haben. Doch stattdessen flutscht die Kugel unter Heilands Arm hindurch ins Netz – zum 1:0 nach 20 Minuten. Die Führung flößt Heimstetten noch mehr Mut ein – und lähmt Landsberg. So pfeffert Sebastiano Nappo die Kugel aus 16 Metern an den Pfosten (21.), ehe Hugo Lopes kurz nur das Außennetz trifft (38.). Auf der anderen Seite braucht Krasnic bloß ein einziges Mal abtauchen; ansonsten erlebt er eine erste Hälfte, die er auch Glühwein schlürfend hinterm Tor hätte verbringen können.

Doch das ändert sich nach der Pause: Während der SVH nun „zu pomadig“ spielt und „zu weit weg vom Gegner“ steht, so Baumgärtner, werden die Gäste frecher. Einen Kopfball aus vier Metern pariert Krasnic per Blitzreflex (49.), ehe er aus den beiden erwähnten Duellen als Sieger hervorgeht (58./64.). Danach fängt sich Heimstetten wieder – auch dank Sebastiano Nappo. Der zirkelt einen ersten Freistoß an den Pfosten und zehn Minuten später einen zweiten auf den Kopf von Orhan Akkurt, der aus nächstes Nähe einnickt – sein 18. Saisontor, zugleich die Entscheidung. „Wichtig waren heute nur die drei Punkte“, bilanziert Heiko Baumgärtner nach dem zweiten Sieg in Serie. „Daher bin ich insgesamt zufrieden.“

SV Heimstetten – TSV Landsberg 2:0 (1:0)

SVH: Krasnic, Schäffer, De La Motte, Hintermaier, Steimel, Kubina, D. Schmitt (74. Paul), Lopes, Duhnke (79. Riglewski), Nappo , Akkurt (87. Chasiotis).

Tore: 1:0 Lopes (20.), 2:0 Akkurt (81.).

Schiedsrichter: Benjamin Mignon (Sulzbach- Rosenberg) –

Zuschauer: 220.

Quelle: fussball-vorort.de

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