BFV-Präsident im Interview zum Toto-Pokal-Finale

Koch: "Ich traue Haching alles zu"

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Würzburg ist nach Meinung von BFV-Präsident Koch leichter Favorit.

SpVgg Unterhaching / FC Kickers Würzburg - Am Samstag findet der Tag der Amateure statt und damit das Toto-Pokal-Finale zwischen Haching und Zweitliga-Aufsteiger Würzburg. Im tz-Interview spricht BFV-Präsdient Koch über die Partie und nennt seinen Favoriten.

Große Bühne für kleine Vereine! Beim Finaltag der Amateure steht am heutigen Samstag der Nicht-Profifußball im Fokus. In einer Konferenz zeigt die ARD ab 12.05 Uhr 17 Landesverbandspokal-Endspiele – für den Zuschauer heißt das: acht Stunden Fußball am Stück. Im bayerischen Finale empfängt Regionalligist Unterhaching den künftigen Zweitligisten Würzburg (14.30 Uhr). Wie der Großkampftag der Kleinen ablaufen soll? Die tz sprach mit Rainer Koch, dem Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes und 1. Vizepräsidenten des DFB.

Herr Koch, was verbirgt sich hinter der Premiere?Koch: Die Idee ist, dem Amateurfußball in der medial neu aufgestellten Welt neue Plattformen zu bieten und deutlich zu machen, dass er in unserer Fußball-Gesellschaft ganz tief verankert ist. An jedem Wochenende sind in Summe immer noch viel mehr Menschen in den Amateurfußball-Stadien zu Hause als in den Bundesliga-Stadien.

Wie werden die Partien koordiniert?

Koch: Logistisch sieht es so aus, dass wir drei verschiedene Anstoßzeiten haben, zu denen immer fünf oder sechs Spiele parallel stattfinden. Im mittleren Slot sind, wenn ich es richtig sehe, fast nur Spiele, die keine Verlängerung haben können.

Wie etwa das Duell zwischen Haching und Würzburg.

Koch: Das bayerische Pokal-Endspiel wird definitiv keine Verlängerung haben, weil bei Unentschieden sofort die Entscheidung per Elfmeterschießen fällt. Hintergrund ist, dass wir die vorherigen Pokalrunden oftmals in den Abendstunden austragen, wo das Spielende (wegen fehlender Flutlichtmasten, d. Red.) im Dunkeln wäre, wenn noch eine Verlängerung stattfinden müsste.

Die Sieger der Landesverbandspokal-Endspiele lösen das Ticket für die Haupt-runde des DFB-Pokals, viele kleine Vereine hoffen dort auf einen namhaften Gegner. Doch einige Top-Klubs würden gerne erst zur zweiten Runde in den Wettbewerb einsteigen. Was halten Sie davon?

Koch: Die Seele des Fußballs ist unan-tastbar. Und zur Seele des Fußballs gehört im DFB-Pokal das Miteinander von Amateuren und Profis. Aber das Anliegen der international spielenden Profiklubs ist ja in allererster Linie, unmittelbar vor Saisonbeginn Reisen insbesondere nach Asien machen zu können, um dort für die Bundesliga zu werben. Das ist wichtig. Und deswegen müssen wir Lösungen finden, die alle Anliegen unter einen Hut bringen. Wir haben dafür noch Zeit, weil der Modus für die nächsten drei Jahre ohnehin festgeschrieben ist.

Unterhaching hat heuer mit den Pokal-Auftritten gegen Ingolstadt, Leipzig und Leverkusen für Furore gesorgt, die Regionalliga-Saison beendete die SpVgg auf Platz vier. Hat Sie diese Reaktion nach dem Aus in der Dritten Liga überrascht?

Koch: Mich freut das sehr, dass Unterhaching den Abstieg verkraftet hat, ohne Einschränkungen in seiner hervorragenden Jugendarbeit machen zu müssen. Diese Nachwuchsarbeit ist vielleicht jetzt der Grund dafür, warum sich die Mannschaft in der Regionalliga so gut stabilisiert hat. Pokalsieger können sie ja auch noch werden.

Was ist für ­Haching drin?

Koch: Ich traue ihnen alles zu. Leichter Favorit sind die Würzburger Kickers, aber Haching hat den Heimvorteil. Ich freue mich auf ein großes Endspiel mit offenem Ausgang und bin sehr sicher, dass wir ein echtes Pokalfinale erleben – obwohl beide Klubs die erste DFB-Pokal-Hauptrunde bereits erreicht haben (Weil Würzburg sich über die Liga für den Wettbewerb qualifizierte, genügt Haching die Finalteilnahme, d. Red.). Aber sowohl Trainer Claus Schromm bei Unterhaching als auch Bernd Hollerbach in Würzburg sind durch und durch Sportler, die zum Ende der Saison jetzt unbedingt noch Pokalsieger werden wollen.

Wem drücken Sie vor Ort die Daumen? 

Koch: Ich werde mir das ganz ruhig anschauen und am Ende mit großer Freude demjenigen den Pokal überreichen, der mehr Tore geschossen hat.

Interview: Sina Ojo

Quelle: fussball-vorort.de

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