Die Karriere des Verteidigers ist zu Ende

Der Körper spielt nicht mehr mit – Jonas Hummels sagt Servus

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Das war’s: Die Zeit von Jonas Hummels als Leistungs-Fußballer ist vorbei.

SpVgg Unterhaching - Das Spiel gegen Buchbach verfolgte Jonas Hummels von der Tribüne im Sportpark, wie eigentlich immer in den vergangenen beiden Jahren. Gut gelaunt war er, scherzte nach dem Abpfiff beim Gang in die Mannschaftskabine mit Kapitän Josef Welzmüller.

Nun wird er aber nur noch einmal beim Toto-Cup-Finale gegen Würzburg am 28. Mai zu den Kollegen in die Kabine kommen. Hummels hört auf, mit 25 Jahren muss er seine Karriere beenden. Es ist der Schlusspunkt hinter eine von zu vielen Verletzungen gepflasterte Zeit als Profi.

Die Leidenszeit begann am 8. August 2011. Dritter Spieltag in der Dritten Liga. Nach zwölf Minuten musste Hummels, damals Kapitän der SpVgg, ausgewechselt werden. Diagnose: Kreuzbandriss. Er kämpfte sich zurück, machte in der folgenden Saison 20 Spiele, in der nächsten 14, immer wieder musste er allerdings Pausen einlegen, weil irgendwas im Körper zwickte.

Am 1. Spieltag 2014/15 in Kiel verletzte er sich erneut schwer am Knie, wieder war’s ein Kreuzbandriss. Wieder fiel Hummels ein Jahr aus, in der nun abgelaufenen Spielzeit war er am 4. und 5. Spieltag dabei, es folgte die nächste Zwangspause. Am 28. November 2015 beim 0:1 gegen Burghausen feierte er ein Comeback, wurde in der 79. Minute eingewechselt. Es war sein Abschiedsspiel.

„Seit meinem zweiten Kreuzbandriss habe ich vielleicht drei, vier Spiele gemacht und ein paar Monate nur trainiert“, sagt Hummels jetzt und zieht einen Schlussstrich: „Ich kann meinen Körper einfach nicht mehr auf den Leistungssport einstellen. Das macht mich natürlich traurig, aber es ist unumgänglich.“

Insgesamt bestritt er seit seinem Debüt in der Saison 2008/09 nur 47 Partien für Unterhaching. 39 in der Dritten Liga, sieben in der Regionalliga und zwei im DFB-Pokal. Er war Kapitän der Mannschaft und im vergangenen Sommer, als das Team nach dem Abstieg komplett zerbrach, einer von drei Akteuren, die ihren Vertrag verlängerten.

Damals „ein ganz wichtiges Zeichen“, wie Manfred Schwabl sich erinnert. Jetzt sagt der Präsident: „Das ist ein brutaler Verlust für uns. Vor allem menschlich war Jonas sehr wichtig für das Team.“

Hummels will nun „zuallererst einmal mein Studium fertigmachen“, irgendwann auch „weiterhin was im Verein machen“. Auch Schwabl hofft, „dass er in einer anderen Rolle zum Verein zurückkehrt“. Das aber, sagt der 25-Jährige, „ist noch Zukunftsmusik“. Verabschiedet wird er vor dem Toto-Cup-Finale gegen Würzburg.

Da wird er vermutlich nicht der einzige sein, den die SpVgg in ein neues Leben entlässt. Zwei, drei Spieler aus der zweiten Reihe dürften wohl ebenfalls gehen. Bei Sascha Bigalke ist Präsident Schwabl dagegen weiterhin optimistisch, dass es eine gemeinsame Zukunft gibt: „Die Gespräche laufen gut“, verriet der Präsident.

Text: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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