Ehrenpräsident konkretisiert seine Kritik

Kupka attackiert Profiklubs: „Die kassieren ungeniert ab“

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Unter Präsident Engelbert Kupka spielte die SpVgg Unterhaching in der Bundesliga.

SpVgg Unterhaching - Engelbert Kupka stand fast 40 Jahre an der Spitze der SpVgg Unterhaching, bis er sein Amt 2012 an Manni Schwabl übergab.

Seinem Verein und dem Amateurfußball ist der 77-jährige Rechtsanwalt als Fan und Ehrenpräsident bis heute treu, mit der ungleichen Förderung von Profis und Amateuren aber unzufrieden. Deshalb wandte er sich in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund. In der tz konkretisiert Kupka seine Kritik und spricht über…den Auslöser des Schreibens: „Als ich im Ligaausschuss war, habe ich vorgeschlagen, fünf Prozent der Profi-Einnahmen auf die Amateure zu verteilen. Das tut keinem weh. Die anderen haben mich angeschaut wie einen Alien. Jetzt zahlen Fernsehsender ab nächster Saison sogar ca. 1,2 Milliarden Euro für die Rechte an der Bundesliga. Hinzu kommen mindestens 300 Millionen für Rechte im Ausland. Also wollte ich noch mal Druck machen. Denn die Zeit ist reif.“Ablösen in mehrstelliger Millionenhöhe: „Mich stören die Summen nicht, sondern dass man nichts unternimmt, um die Gelder gerecht zu verteilen. Es muss möglich sein, wenigstens aus dem Topf des DFB-Pokals etwas abzuzweigen. Das Geld fehlt niemandem, weil doch kein Verein weiß, ob er überhaupt in die nächste Runde kommt.“Korruption in den Verbänden: „Das große Geld führt in den obersten Kreisen bei manchen dazu, dass sie ungeniert abkassieren. Erklären Sie das dann mal den Ehrenamtlichen, die Zeit, Geld und persönliche Haftung in die Förderung des Sports stecken.“Die fehlende Würdigung des Ehrenamts: „Wir reden von Helden auf dem Rasen. Nein, die Helden sitzen woanders. Helden sind die, die Großtaten aus idealistischen Gründen vollbringen. Nichts gegen Geld. Das werden Sie in keinem Helden-Epos gelesen haben: Dass einer in der ersten Schlachtreihe steht, weil er 100 000 Gulden bekommen hat. Diese Helden des Alltags werden heute vergessen. Das ist skandalös.“Bigotterie beim DFB: „Ich habe das mit Borussia Dortmund erlebt. Ein Verein wie Unterhaching hätte nie die Lizenz gekriegt, wenn wir dasselbe vorzuweisen gehabt hätten. Aber Bayern hat gesagt: "Die brauchen wir in der Liga, sonst wird es uninteressant.’“Das Echo auf seinen Vorstoß: „Alle, die sich gemeldet haben, haben gesagt: ‚Endlich ist das auf den Punkt gebracht. Vom DFB habe ich noch nichts gehört.“  Erwartungen an den Verband: „Das Mindeste wäre, einen finanziellen Ausgleich bis hin in die Regionalliga zu schaffen. Der DFB hat so viel Gewicht, dass er etwas ändern kann. Mittlerweile will er das wohl auch. Rainer Koch (DFB-Vizepräsident) kümmert sich sehr um die Amateure, wird nur oft gebremst. Aber Reinhard Grindel (DFB-Präsident) hat die Chance, etwas zu bewirken.“

Die SpVgg Unterhaching

Zwischen 1999 und 2001 spielte die SpVgg Unterhaching unter Präsident Engelbert Kupka in der ersten Bundesliga. Danach wechselten sie zwischen zweiter Liga und Regionalliga. Nach der Zeit in der er dritten Liga (2008-2015) ist das Team mittlerweile in der Regionalliga Bayern ­angekommen. Dort liegen die Hachinger mit 21 Punkten aus sieben Spielen als Spitzenreiter vor dem TSV 1860 ­München II. Am Samstag (14 Uhr) ­wartet auf die Hachinger ein ­bayerisches Derby, die Spielvereinigung trifft auf den ­Tabellendritten, den 1. FC Nürnberg II.  

Quelle: fussball-vorort.de

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