Von der Bayernliga in die Kreisliga

Luca Faganello verlässt den BCF Wolfratshausen in Richtung DJK Waldram

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Das Trikot bleibt grün: Der talentierte Luca Faganello (vorne) wechselt vom BCF zur DJK Waldram.

BCF Wolfratshausen/DJK Waldram - Die Bayernliga-Saison ist gerade einmal vier Spieltage jung, da muss der BCF Wolfratshausen seinen zweiten Abgang hinnehmen: Nach Onur Misirlioglu verlässt auch Luca Faganello den Klub und wechselt zur DJK Waldram.

Vergleichbar seien die Fälle nur bedingt, findet Klaus Brand. Bei Misirlioglu lagen die Ursachen im Bereich von „persönlichen Eitelkeiten“, sagt der Sportliche Leiter des Bayernligisten. Bei Faganello hätte dagegen mangelnde Selbstreflektion den Ausschlag gegeben. Gegen den TSV Dachau fehlte der 18-Jährige – im Stadion und auf dem Spielbericht.

Den Zuschauern im Isar-Loisach-Stadion fiel das nicht weiter auf. Über eine Mannschaftsaufstellung verfügen die wenigsten Besucher, und Stammspieler war Faganello aktuell beim BCF nicht. Möglicherweise ein Grund für seinen Abgang. Der frühere Ingolstädter Nachwuchskicker wäre bei seinem Heimatverein gerne öfter und länger zum Einsatz gekommen. So, wie er das aus der Vorsaison gewohnt war. Doch da stimmte die Gleichung ganz offensichtlich nicht immer: Faganello sei von Ex-Trainer Reiner Leitl mehr oder minder protegiert worden, erläutert Brand. Beim neuen Coach Patrik Peltram „geht es rein nach Leistung“, stellt der Sportliche Leiter klar. Und da gab es wohl einige Defizite: „Luca hätte mehr machen müssen, um in die Mannschaft zu kommen“, sagt Brand, der die Trainingsbeteiligung des 18-Jährigen auf etwa 50 Prozent schätzt. Zu wenig, trotz der bescheidenen Personalsituation in Farchet.

„Es waren immer wieder andere Dinge, die Luca als Entschuldigung vorgebracht hatte“, erklärt der Sportchef. Der Spieler selbst sieht das naturgemäß anders. Er habe von Peltrams Seite „kein Vertrauen“ gespürt. Sein Trainingsvolumen hätte sich kaum von „den meisten anderen“ Mitspielern unterschieden, versichert Faganello. Er sei weit davon entfernt, als „junger Spieler“ Stammplatzgarantien einzufordern. Lediglich die „gleichen Chancen wie andere“ hätte Faganello sich erhofft. Er sei umso enttäuschter, als er vor Beginn der neuen Spielzeit laut eigener Aussage „zwei Angebote von guten Vereinen“ abgelehnt habe, weil der BCF eine „Herzensangelegenheit“ für ihn sei. Inzwischen sei aber Fakt, dass „mich einige Leute nicht dabei haben wollen“. Allerdings glich seine Demission eher einem Versteckspiel.

Vor dem Dachau-Spiel meldete er sich krank, zwei Tage später erreichte Brand eine Mitteilung seines Waldramer Kollegen Peter Kunzmann, dass Faganello sich der DJK als Vertragsamateur angeschlossen habe. Entsprechend nüchtern fiel die Wertung des 62-Jährigen aus: „Wenn Luca meint, dass der Wechsel gut für ihn ist, bedarf es keines weiteren Kommentars. Wir wünschen ihm alles Gute.“ Ob er die Luftveränderung von Bayern- zur Kreisliga nachvollziehen könne, ließ Brand ausdrücklich „dahingestellt“. 

Text: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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