Verletzter BCF-Kicker im Interview

Gröschel spricht über das Karriereende: "Ich lasse es offen"

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Außer Gefecht: BCF-Mittelfeldspieler Marco Gröschel (am Ball) muss am Knie operiert werden. Der 22-jährige Student der Sportwissenschaften überlegt, nach vielen Verletzungen frühzeitig in den Trainerjob einzusteigen.

BCF Wolfratshausen - Marco Gröschel steht vor einer schweren Knie-Operation. Im Interview spricht der 22-Jährige über den Klassenerhalt, ein mögliches Karriereende und eine Zukunft als Jugendtrainer.

Es ist ein kleiner Kreis, der sich schließt. Im Spätsommer hatte Marco  Gröschel  beim BCF Wolfratshausen angeheuert – das Fußballspielen hat er beim  TSV  Wolfratshausen gelernt. Unser Mitarbeiter Oliver Rabuser sprach mit dem 22-Jährigen, der im vorletzten Heimspiel gegen Landsberg eine schwere Knieverletzung erlitten hat.

Herr Gröschel, Sie haben eine bewegte Karriere hinter sich und mit 22 Jahren eine stattliche Anzahl an Vereinen.

Das stimmt. Ich habe bei den Wölfen angefangen, bin dann in der E-Jugend zum  TSV  1860 München. Das Probetraining dort war eine Überraschung meines Vaters. Ich wurde wohl auch genommen, weil ich beim Merkur-Cup ein Tor gegen die Löwen erzielt hatte. Danach ging es zur  SpVgg  Unterhaching, zum FC Memmingen und zuletzt nach Pullach.

Schon beim SVP konnten Sie wegen einer schweren Verletzung nicht groß in Erscheinung treten?

Leider. Ich zog mir 2014 einen Mittelfußbruch zu, fehlte dadurch sieben Monate. Ich hatte sporadische Einsätze, aber auf meiner Position war die Konkurrenz sehr groß.

Jetzt sind Sie zurück in Wolfratshausen. Wie kam es dazu?

Ich hatte schon zu Jugendzeiten ab und an beim BCF mittrainiert, ein loser Kontakt war immer da. Heuer habe ich aufgrund der Anfrage kurz vor der Wechselfrist dann zugesagt.

Mit dem bitteren Ergebnis, dass die nach einigen guten Spielen mit multiplen Knieverletzungen eine lange Zeit ausfallen. Kehren Sie nochmal als Spieler aufs Feld zurück?

Ich mache mir natürlich schon Gedanken, wie es weitergehen soll. Ich lasse es vorerst offen, ob es Sinn macht, meinen Körper weiter zu schinden. Momentan ist es eine Kopfsache, den Rest tragen die Ärzte zu gegebener Zeit bei. Es ist eine Option, mich frühzeitig komplett auf eine Tätigkeit als Trainer einzulassen.

Sie betreuen die U10 des FC Bayern München als Co-Trainer. Wollen Sie gerne im Nachwuchsbereich bleiben?

Ich studiere Sportwissenschaft. Daher ist es eine logische Folge, mit jungen Fußballern zusammen zu arbeiten. Profitrainer ist zumindest jetzt noch kein Ziel, mir liegt das Fördern der Jugend mehr.

Wie hoch ist der Aufwand auf diesem Niveau?

Es fordert einen gewaltig, ich bin eigentlich ausgebucht. Eigentlich war ich gerade dabei, den B-Schein als Trainer zu machen. Aber durch die Verletzung ist der praktische Teil nicht zu stemmen.

Viel Zeit für Privates bleibt da nicht. Oder gehen Sie noch anderen Hobbys nach?

In letzter Zeit war ich nur am Fußballplatz. Das erfüllt mich aber auch total. Ich habe zum Glück eine kulante Freundin, die mich unterstützt. Für etwas anderes bleibt weder Zeit noch Energie. Trotzdem habe ich viel Spaß.

Hatten Sie die üblichen Gedankenspiele eines Fußballers mit Ihrer Ausbildung in Richtung Profi-Kicker?

Ja schon. Bis zur U17 war das ein Ziel. Bis dahin dachte ich, ich kann es packen. Dann zog ich mir eine schwere Knöchelverletzung zu, das war der große Bruch. Ich habe bei den Löwen damals die komplette Rückrunde und Teile der folgenden Hinrunde verpasst und war plötzlich komplett draußen.

Wie jetzt eben auch. Wie geht es weiter beim BCF?

Ich hoffe sehr, dass der Klub in der Bayernliga bleibt, damit ich mit den Jungs weiterspielen kann. Aber jetzt ist am 16. November erstmal Operationstermin in München.

Wie wahrscheinlich erachten Sie den Klassenerhalt?

Die Grundqualität ist absolut da. Wir waren meist das tonangebende Team. Eventuell müsste man auf einzelnen Positionen nachbessern. Der Coach macht ein gutes Training, und die Mannschaft kann gut Fußball spielen, obwohl sie sehr jung ist. Ein Mittelfeldplatz wäre auf alle Fälle drin. Wir hätten nur die sieben Spiele zu Beginn nicht alle verlieren dürfen.

Interview: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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