Neuer BCF-Trainer im Interview

Marco Stier: "Beschäftige mich täglich 24 Stunden mit dem BCF"

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Marco Stier beerbt Patrik Peltram beim BCF Wolfratshausen.

BCF Wolfratshausen - Der akut abstiegsgefährdete BCF Wolfratshausen hat einen neuen Trainer verpflichtet: Ex-Profi Marco Stier verlässt die SF Aying und folgt auf Patrik Peltram. Der 32-Jährige soll die Farcheter aus dem Tabellenkeller führen.

Im Vorort-Interview spricht Stier über die Trennung von seinem Ex-Verein, die bevorstehende Aufgabe in Wolfratshausen, sowie mögliche Neuzugänge.

Auf einmal ging alles ganz schnell. Du wechselst von SF Aying zum BCF. Wann gab es den ersten Kontakt?

Ich kenne BCF-Chef Manfred Fleischer seit drei Jahren. Wegen meiner Fußballschule sind wir in letzter Zeit immer im Austausch gewesen. Vor der Verpflichtung von Patrik Peltram hatten wir zuletzt Kontakt. Mir wurde gesagt, dass meine Arbeit in Aying sehr genau beobachtet wurde und ich einen tollen Job mache. Wenn es mit Peltram nicht geklappt hätte, wäre ich der erste Ansprechpartner gewesen. 

Wie lief die Trennung mit Aying ab? Hatten die Sportfreunde Verständnis?

Ich habe mich vor dem Spiel in Kolbermoor mit den Verantwortlichen der SF Aying zusammengesetzt und dem Verein meinen Wechselwunsch mitgeteilt. Alle haben für meine Entscheidung Verständnis gezeigt, weil sie von vornherein wussten, dass es nicht meine Absicht ist, ewig in Aying zu bleiben. Der Verein ist mir für das Erreichte sehr dankbar. Auch ich blicke auf eine schöne Zeit zurück, weshalb wir uns im Guten getrennt haben.

Wie lief der Wechsel ab? Ist dir die Entscheidung schwer gefallen?

Nach der Entlassung von Patrik Peltram am Dienstag wurde ich von Manfred Fleischer angerufen. Er war auf der Suche nach einem jungen, ambitionierten Trainer und hat sich sehr bemüht, mich zu verpflichten. Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, aber man bekommt nicht alle Tage ein Angebot aus der Bayernliga. Ich möchte so schnell wie möglich wieder im Profibereich aktiv sein, da ist ein Bayernligist das optimale Sprungbrett und eine sehr reizvolle Aufgabe. Ich habe den Verantwortlichen mein Konzept vorgeschlagen und alle waren davon überzeugt. Das einzige Problem ist, dass ich noch bis zum 30. August im Urlaub bin. 

Die Aufgabe in Wolfratshausen hat es in sich. Deine Mannschaft steht mit drei Punkten am Tabellenende. Hast du dir schon einen Überblick verschaffen können?

Ich habe mich bis zum Wochenende voll auf meine Aufgabe in Aying konzentriert, daher konnte ich mir lediglich ein Spiel von Wolfratshausen anschauen und mir ein Bild von der Mannschaft machen. Ehrlich gesagt, kenne ich nicht viele Spieler vom BCF. Jeder hat die Chance auf einen Stammplatz, weil alle wieder bei Null starten.

Wo willst du ansetzen?

Da ich Ahnung vom Fußball habe, erkenne ich bei der ersten Ballannahme wer wie gut ist. Wichtig ist vor allem, dass wir uns schnell kennenlernen und zusammen an einem Strang ziehen. Dazu gehört das gegenseitige Vertrauen. Jeder muss zeigen, dass er zurecht Bayernligaspieler ist und dann gilt es schnellstmöglichst aus dem Abstiegskampf zu kommen. In den nächsten Wochen werden wir sehr hart trainieren damit uns das auch gelingt.

Bis 31. August könnt ihr noch neue Spieler verpflichten. Müsst ihr euch deiner Meinung nach noch verstärken?

Ein Defensivspieler hat sich mir angeboten. Ich habe dem Verein aus dem Urlaub mitgeteilt, dass sie sich bemühen sollen, den Spieler mit einem Amateurvertrag auszustatten. Ich bin mir sehr sicher, dass er uns sofort weiterhelfen kann - er ist eine Granate. Ich hoffe, der Transfer wird am Montagabend in trockene Tücher gebracht. Der Kader muss aber in der Winterpause definitiv noch verstärkt werden. 

BCF-Legende Lech Kasperek will nicht mehr für Wolfratshausen spielen. Möchtest du ihn umstimmen? Gab es schon Gespräche?

Aufgrund meines Urlaubs habe ich noch keinen Kontakt zur Mannschaft gehabt. Ich habe aber von Wolfgang Fleischer erfahren, dass der ein oder andere Spieler verärgert ist und nicht mehr für den BCF auflaufen will. Konkreter wurde darüber allerdings noch nicht gesprochen. Wenn ich aus dem Urlaub wiederkomme, werden wir uns treffen und alles klären.

In der Vergangenheit hast du gesagt, wenn du von Aying weggehst, soll es mindestens Regionalliga sein. Jetzt ist es Bayernliga geworden.

Mit meiner Lizenz kann ich aktuell noch nicht in der Regionalliga trainieren. Die Bayernliga ist eine große Adresse für einen Trainer, der erst zwei Jahre im Geschäft ist. Für mich persönlich ist es eine super Geschichte. Ich bin nun täglich 24 Stunden mit der Bayernliga und dem BCF beschäftigt. Den Verein trainieren zu dürfen, ist eine riesen Ehre für mich. Meine Karriere schlägt momentan genau den richtigen Weg ein. Die Chance beim BCF will ich nutzen und weiterhin auf mich aufmerksam machen.

Das Interview führte Daniel Georgakos

Quelle: fussball-vorort.de

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