Wieder kein Derbysieg für den TSV

Matchwinner Held fängt die Zebras ein

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Augen zu und durch: Rassige Szenen wie diese mit (v. l.) Echings Gonzalo, VfB-Mann Noah Soheili und Raphael Schneider hatten in der ersten Hälfte Seltenheitswert.

TSV Eching - Im Derby nichts Neues: Der TSV Eching unterlag dem Nachbarn aus Hallbergmoos zum vierten Mal in Folge und bangt nach dem 0:2 (0:0) weiterhin um den Klassenerhalt in der Landesliga.

Eching – Im ersten Durchgang liefen beide Teams auf Sparflamme. Einige Zuschauer hatten genug von der Langeweile auf dem Platz, sie zogen es ab 15.30 Uhr vor, sich das Bayern-Spiel im Sportheim anzuschauen. Ein jüngerer Fan auf der Tribüne, die kleine Emilia, forderte bereits in der 33. Minute lautstark „Halbzeitpause!“ in Richtung Schiedsrichter Thomas Huber, der den Vorschlag natürlich ignorierte und regulär erst nach einer Dreiviertelstunde abpfiff.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten es drei Aktionen auf den spärlich gefüllten Notizblock geschafft. Benjamin Held köpfte nach vier Minuten am langen Pfosten vorbei. Als der VfB-Torjäger mit seiner zweiten Chance tatsächlich traf, verweigerte der Assistent wegen Abseits zurecht die Anerkennung des Tores (28.). Fast im Gegenzug kombinierten sich die Zebras ein einziges Mal so richtig gefällig und mit Tempo durch das Mittelfeld: Philipp Schuler steuerte auf das Gehäuse der Gäste zu, doch statt die Überzahl zu nutzen und etwa auf den völlig freistehenden Marc Gundel abzulegen, vertändelte Schuler eigensinnig die bis dato beste Szene der Partie. 120 Sekunden vor dem Seitenwechsel wurde dem Echinger Florian Bittner die allgemeine Lethargie offenbar zu bunt – anders lässt sich seine übermotivierte Grätsche 20 Meter vor dem Hallbergmooser Tor direkt in die Füße eines Gegenspielers kaum erklären.

Aber vielleicht war das ein Wachrüttler zur rechten Zeit, denn nach der Pause entwickelte sich aus dem lahmen Sommerkick tatsächlich ein Fußballspiel. VfB-Mann Andreas Kostorz löste die Handbremse mit einem Geschoss aus gut 25 Metern, das nur wenige Zentimeter am Kasten von Ali Kestler vorbeistrich (52.). Nur drei Minuten später probierte es Kostorz mit einem Freistoß auf das kurze Eck, den Kestler mit einer sehenswerten Parade entschärfte. Auf der anderen Seite zeigte sich VfB-Keeper Ferdinand Kozel an alter Wirkungsstätte auf dem Posten und tauchte bei einem Versuch von Marko Juric rechtzeitig ins linke Eck ab. Kurz darauf hämmerte der in den Angriff beorderte TSV-Kapitän Mustafa Kantar den Ball aus 14 Metern in den Torwinkel (61.). Wieder signalisierte der Assistent Abseits, diesmal war die Entscheidung jedoch mehr als fragwürdig. „Ich bin mir sicher, dass der Hallbergmooser Verteidiger mindestens einen halben Meter hinter mir stand“, beurteilte Kantar die Situation. „Da haben wir wirklich Glück gehabt!“, gab Gästecoach Toni Plattner zu. „Von meiner Position aus konnte ich es nicht sehen, aber mir haben mehrere Leute gesagt, dass es kein Abseits war.“

Eching legte nach: Dennis Hammerl konnte ein Zuspiel auf Gundel nicht verhindern, weshalb der ehemalige VfB-Stürmer alleine vor Kozel auftauchte. Der Keeper verkürzte nicht nur den Winkel, sondern blieb lange stehen. Letztlich mangelte es Gundel an Tempo und einer zündenden Idee – Chance vertan. Direkt danach eine ähnliche Situation vor dem TSV-Tor, als Kestler gegen Held klärte (65.).

Jochen Jürgens

Quelle: fussball-vorort.de

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