Er holte mit dem FC Bayern das Triple

Maxi Riedmüller: Vom SVH in den FC-Bayern-Profikader und zurück

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Maximilian Riedmüller seit dieser Saison wieder Torhüter beim SVH.

SV Heimstetten - Vor drei Jahren feierte er noch mit den Bayern-Stars auf dem Marienplatz. Inzwischen ist es für Maximilian Riedmüller ruhiger geworden. Er kickt wieder für den SV Heimstetten.

Über Franck Ribérys Kopf ergießt sich eine Bierdusche, Arjen Robben trällert „Triple-Sieger, Triple-Sieger“ ins Mikrofon, und zigtausende Fans am Münchner Marienplatz jubeln „Jupp, Jupp, Jupp“ Heynckes zu: Am 2. Juni 2013 feiert der FC Bayern seinen historischen Dreifach-Triumph in Liga, Pokal und Champions League auf dem Rathausbalkon. Und mittendrin ist einer, der gut drei Jahre später – an diesem Samstag um 14.30 Uhr – mit dem SV Heimstetten beim FC Sonthofen antritt, in der Bayernliga, vor kaum dreihundert Zuschauern. Sein Name: Maximilian Riedmüller.

„Ich bin schon ein wenig stolz darauf, dass ich damals Teil des Kaders war, der das Triple gewonnen hat.“ Das sagt der 28-Jährige bis heute – obgleich er als Torwart Nummer Drei hinter Manuel Neuer und Tom Starke in keinem der drei Wettbewerbe zum Einsatz gekommen ist. Und obgleich seine Zeit in München quasi mit der Triple-Feier auf dem Rathausbalkon zu Ende ging.

Doch bevor man über den Abschied spricht, lohnt sich ein Blick zurück auf die Anfänge von Riedmüllers Karriere, der anders als so viele Profis erst spät zu einem großen Klub wechselt. Vielmehr kickt der Münchner Bub bei Hansa Neuhausen und Forstenried, und verschwendet „keinen Gedanken an Leistungssport“. Das ändert sich erst nach seinem Wechsel zum SV Heimstetten 2007, wo der 19-Jährige in der Bayernliga auf sich aufmerksam macht. Unter mehreren Angeboten – darunter aus Stuttgart und von 1860 München – wählt er jenes des FC Bayern, wo er hinter Thomas Kraft als Reserve-Keeper des Drittligateams fungiert. Nach zwei Jahren steigt Riedmüller zur Nummer eins auf, erhält einen Profivertrag und gehört fortan als dritter Torwart offiziell zum Bundesligakader.

Doch ausgerechnet im Jahr des Triples verliert der Keeper seinen Stammplatz in der Reserve, worauf er 2013 zu Holstein Kiel wechselt. Dort will er neu durchstarten, doch sein Körper spielt nicht mit – auf einen Fingerbruch folgt eine schwere Oberschenkelverletzung. „Das war eine schwierige Zeit für mich, aber auch eine Zeit, in der ich viel gelernt habe – und in der meine Frau und ich uns privat in Kiel sehr wohl gefühlt haben.“ 2015 wird Riedmüllers Vertrag nicht verlängert, er findet keinen neuen Verein und hält sich in einem Proficamp der Spielergewerkschaft fit, wo er sich in einem Testspiel erneut schwer verletzt. Erneut der Oberschenkel.

Wieder steht Reha an, wieder dauert es Monate, bis er fit ist, wieder sucht er danach vergeblich nach einem Klub. Und so kehrt Riedmüller nach München zurück, beginnt eine Ausbildung als Physiotherapeut – und heuert wieder in Heimstetten an. Nach gut einem Jahrzehnt, in dem sich alles nur um Fußball gedreht hat, geht er jetzt Tag für Tag zur Schule und erst abends ins Training. „Das war schon eine ziemliche Umstellung“, räumt er ein. „Denn ich war immer ein Spieler, der sein Leben komplett nach dem Leistungssport ausgerichtet hat.“

Ob er das Thema Fußballprofi endgültig abgehakt hat? „Wenn ein Angebot käme, das zu hundert Prozent passt, würde ich sicher darüber nachdenken“, sagt Riedmüller, ehe er ein „Aber man muss schon realistisch bleiben“ hinterher schickt. Und: „Ich fühle mich in Heimstetten wohl, habe in jedem Training Spaß und könnte mir auch vorstellen, noch länger hier zu bleiben.“ Patrik Stäbler

Voraussichtliche Aufstellung: Riedmüller, Kubina, Schäffer, Hintermaier, Giglberger, D. Schmitt, Lopes, Steimel, Nappo, Riglewski, Akkurt.

Text: Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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