BCF-Routinier taucht nach Absprache unter

Misirlioglu: "Vertrauensbruch für mich"

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Vertrauensbruch oder Überreaktion? BCF-Routinier Onur Misirlioglu (Mi.) will nur noch in der Reserve spielen.

BCF Wolfratshausen – Der Zeitpunkt ist irritierend. Die neue Saison ist gerade einmal angepfiffen worden, da kriselt es zum ersten Mal beim BCF Wolfratshausen.

Es geht um die Person Onur Misirlioglu, dessen vermeintlichen Status im Klub, um Befindlichkeiten, womöglich auch um suboptimale Konversation. Mit erheblichen Folgen: Misirlioglu möchte fortan in der Farcheter Reserve spielen.

Was war passiert? Der Innenverteidiger fehlte im Kader für das Spiel in Bogen. Verhindert oder gar verletzt war der 32-Jährige nicht. Auf Nachfrage bestätigte Patrik Peltram, dass Misirlioglu „nicht mehr für uns“ spielen wolle. Er habe sich entschieden, den „Konkurrenzkampf nicht anzunehmen“. Der neue Trainer konnte oder wollte am Freitag nicht konkreter werden, verwies darauf, dass Misirlioglu während der Woche Telefonate mit Mitspielern geführt, sich aus der Whatsapp-Gruppe abgemeldet hatte und fortan nicht mehr gesehen ward. „Absolut schwach“, rügte Peltram den Rückzug des Routiniers. „Wir hätten ihn gebraucht.“ Auslöser sei ein branchenübliches Gespräch zwischen Trainerteam und Spielern über „Situation, Spielphilosophie und Vorbildfunktion“ gewesen. „Keine Ahnung, was er da reininterpretiert hat“, so Peltram.

Die Stimmung bei Misirligolu schwankt zwischen Verbitterung und Unverständnis. „Ich bin ein super sensibler Typ und gekränkt“, räumte der 32-Jährige ein. Er bestätigte den montäglichen Dialog, präzisierte aber ungleich stärker und subjektiver die Inhalte. Ihm sei gesagt worden, dass er „zu defensiv“ denke, dadurch die Nebenleute zu weit hinten halte. Dies aber sei nicht der Matchplan des neuen BCF unter Peltram und Basti Pummer. Als der Co-Trainer ihm dann eröffnete, dass er am ersten Spieltag nicht zur Startformation gehöre, ging in Misirlioglu ganz offensichtlich etwas zu Bruch: „Das war ein Paukenschlag für mich.“

Noch einmal betonte der 32-Jährige, dass er nicht die sportliche Entscheidung pro Mustafa Kantar neben Lech Kasperek in den zentralen Verteidigung anprangere. „Es geht um das Wie“, stellte er klar. Nämlich, dass ihm die vermeintlichen Defizite von Pummer, dem letztjährigen Mitspieler, offen am Ende der Vorbereitung und nicht irgendwann „heimlich zwischen Tür und Angel“ gesteckt wurden. „Das war ein Vertrauensbruch für mich.“ In 15 Jahren Fußball habe er sich stets jedem gesunden Konkurrenzkampf gestellt. Er habe in den beiden vergangenen Spielzeiten „vernünftige Leistungen“ für den Verein abgeliefert, zudem in der abgelaufenen Vorbereitung nur zweimal gefehlt. Gerade weil Wolfratshausen aktuell viele junge Neuzugänge integrieren muss, sei einem Routinier wie ihm mit „anderer Wertschätzung“ zu begegnen.

Das Verständnis innerhalb der Fußball-Abteilung für die Haltung des 32-Jährigen hält sich in Grenzen. „Es ist jetzt so, wie es ist“, merkte man Klaus Brand die Verstimmung an. Der Sportliche Leiter versicherte, es habe ein „ganz normales Gespräch“ gegeben, mit der Folge, dass der Spieler überreagiert habe. Misiriloglu habe sich in seinen Augen „nicht richtig“ verhalten, sondern nur an sich, nicht aber an „Mannschaft und Verein“ gedacht.

Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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