Bayernliga Süd

Müller will nach einer schwierigen Saison jetzt durchstarten

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Sebastian Müller erzielt bei seinem ersten Einsatz gleich ein Tor

SV Heimstetten - In die Startelf gerückt und dann auch noch das erste Bayernligator erzielt: Sebastian Müller vom SV Heimstetten ist einer der Gewinner gewesen beim 5:0 über Pipinsried. Nach einem schwierigen Jahr will der Verteidiger diese Saison durchstarten.

Wenn der Vater Finanzvorstand eines Fußballvereins ist, und der Sohn zu eben jenem Klub wechselt, dann stellt man sich die Vertragsverhandlungen wie das Feilschen ums Taschengeld vor. Nach dem Motto: „Ach Papa, leg doch noch fünfzig Euro pro Monat drauf!“

Doch bevor man derlei Gedankenspiele vor Christian Müller ausbreiten kann, winkt der Finanzchef des SV Heimstetten schon ab: „Ich sitze bei Verhandlungen nie mit am Tisch. Das macht alles Michael Matejka.“ Dem Manager rede er auch nicht rein, wenn’s um Spielergehälter gehe: „Michi bekommt von mir einen finanziellen Rahmen vorgegeben. Was er damit macht, ist seine Sache.“ Und so ist Christian Müller vor gut einem Jahr auch nicht involviert gewesen in die Verpflichtung eines ihm durchaus gut bekannten Verteidigers vom Nachbarklub Kirchheimer SC: sein Sohn Sebastian Müller.

„Für mich war’s klar, dass ich irgendwann nach Heimstetten zurückkehre“, sagt der 25-Jährige, der bis 2012 in der Jugend und bei den Herren beim SVH gekickt hat, dort aber in der Regionalliga nie über Kurzeinsätze hinauskam. Also entschloss sich Müller, den Klub zu verlassen. Zur Wahl standen Markt Schwaben und der Kirchheimer SC – und bei dieser Entscheidung habe er seinem Sohn zum ersten und einzigen Mal einen Ratschlag erteilt, sagt Christian Müller. „Ich halte mich da sonst komplett raus. Aber da habe ich ihm empfohlen, nach Kirchheim zu gehen – weil das einfach näher ist.“

Beim KSC steigt Sebastian Müller zum unumstrittenen Führungsspieler auf, wird Kapitän und kehrt nach zwei Jahren zum SVH zurück. „Der Zeitpunkt war gut, weil der Verein damals nach dem Abstieg in die Bayernliga einen Neuanfang machen wollte – mit neuem Trainer und vielen alten Hoaschdengan.“ Doch in seiner Premierensaison hat Müller viel Pech: Diverse Verletzungen werfen ihn zurück, nur in der Hälfte aller Saisonspiele steht er auf dem Feld, und am Ende läuft er meist für die Zweite Mannschaft in der Bezirksliga auf. „Ich habe eigentlich immer gespielt, wenn ich fit war“, sagt Müller – einerseits. Andererseits räumt er ein: „Es hat schon etwas gedauert, bis ich mich an die Trainingsintensität und an das Tempo gewöhnt hatte.“

Doch jetzt, in seiner zweiten Saison, will Müller durchstarten. Sein Coach Heiko Baumgärtner bescheinigt ihm eine „super Vorbereitung“. Der Lohn: Nachdem er beim 1:4 in Kottern noch auf der Bank sitzt, darf Müller gegen Pipinsried von Beginn an ran – und erzielt beim 5:0 sein erstes Bayernligator. Ob sein Vater, der Finanzchef des Klubs, ihm dafür einen ausgeben müsse? Bei dieser Frage schüttelt Christian Müller nur den Kopf und grinst: „Höchstens ein Glas Wasser.“

SVH bei punktlosen aber kampfstarken Landsbergern

„Bloß nicht überbewerten“ solle man dieses 5:0 gegen Pipinsried, sagt Michael Matejka, Manager des Bayernligisten SV Heimstetten, bereits wenige Minuten nach dem Abpfiff. Und als hätten sich die zwei abgesprochen, mahnt Trainer Heiko Baumgärtner: „Heute Abend können wir uns noch über diesen Sieg freuen, aber danach gilt die volle Konzentration der Partie am Samstag.“ Dann tritt der SVH um 14 Uhr beim TSV Landsberg an – einem Klub, den man erst vor 15 Tagen im Pokal empfangen hat. Damals siegte Heimstetten erst nach Elfmeterschießen, weshalb Baumgärtner warnt: „Landsberg ist eine kampfstarke Mannschaft. Da müssen wir körperlich an unsere Grenzen gehen.“

Wobei der SVH als Favorit in die Partie geht – auch, weil der TSV sich vorige Saison erst in der Relegation retten konnte und in dieser Spielzeit noch ohne Punkte ist. Personell steht bei den Gästen noch ein Fragezeichen hinter Kapitän Dominik Schmitt, der sich am Mittwoch am Knie verletzt hat. Erneut auflaufen wird hingegen Stürmer Orhan Akkurt, der noch auf seine Torpremiere wartet. Anders sein Angriffskollege Lukas Riglewski: Der 22-Jährige war der überragende Mann gegen Pipinsried und erzielte dort seine Saisontreffer zwei bis vier.

Voraussichtliche Aufstellung: Riedmüller, Paul, Müller, Sütlü, Hintermaier, D. Schmitt (Duhnke), Steimel, Kubina, Nappo, Riglewski, Akkurt. 

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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