FCI-Coach tritt auf die Euphoriebremse

Muriqi: "Jetzt brauchen wir nur noch 37 Punkte"

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FC Ismaning - Es krachte gewaltig im Stadion an der Bergstraße. Erst schossen die Unterföhringer Böllerschützen die Saison an und dann schossen die Ismaninger Fußballer den Gastgeber FC Unterföhring ab. Das 2:1 (1:0) des Aufsteigers war mehr als verdient.

Das Geschehen auf dem Platz kam nicht unerwartet. In der ersten Halbzeit warteten beide Teams in einem schnellen und attraktiven Match auf die Fehler des Gegners. Die Abwehrreihen standen bayernligareif, so dass ein Ismaninger Plus bei dem Ballbesitz eher den Charakter einer Randnotiz hatte.

Zwei Fehler bedeuteten zwei Topchancen. Die erste hatte Michael Krabler für Unterföhring und scheiterte an Torwart Preußer. Das war dann auch der einzige nennenswerte Unterföhringer Torschuss in den ersten 80 Minuten. Auf der anderen Seite hatte Michael Kain einen folgenschweren Blackout, als er aus vielleicht fünf Metern den Ball zu Gegner Mijo Stijepic passte. Der lief noch drei Schritte und konnte gar nicht anders, als wie im Training zu vollenden (31.).

Nach dem Seitenwechsel kamen dann erst einmal die großen 120 Sekunden des Mijo Stijepic. In der 50. Minute umspielte der Ismaninger den Torwart und traf dann den Pfosten. Stijepic monierte deutlich ein Handspiel des Verteidigers kurz vor der Linie. Zwei Minuten später stand er alleine vor dem Torwart und fand seinen Meister in Sebastian Fritz.

Derbys schreiben immer gerne kuriose Geschichten. Eine solche war, dass Ismaning mit Manuel Ring einen Unterföhringer brachte. Der vollendete in seiner 20. Sekunde auf dem Platz dann einen Konter mit dem ersten Ballkontakt zum 2:0 (77.). In der Folgezeit hatten die Ismaninger dann eine Reihe toller Konterchancen und hätten da mindestens das 3:0 und 4:0 nachlegen müssen. Aber Ismaning ließ den nun mehr Risiko gehenden FCU am Leben.

So kam es dann zu einer Wende, mit der niemand gerechnet hatte. In der 88. Minute brachte Unterföhrings Schlussoffensive den 1:2-Anschlusstreffer, als Jakub Dora den Ball aus 20 Metern unhaltbar rechts oben ins Eck nagelte. Und dann kam die 92. Minute, mit dramatischer Entwicklung wie es sie nur im Fußball gibt. Alexander Hollering hätte Ismaning bestrafen können für die vergangenen Chancen, traf aber nur den Pfosten. Andreas Faber hatte beim Nachschuss gegen den am Boden liegenden Torwart Florian Preußer das ganze Tor offen, drosch dem Keeper den Ball aber zwischen die Beine. Preußer wird der Schmerz egal gewesen sein, weil Ismaning den völlig verdienten Sieg behielt.

Ismanings Trainer Xhevat Muriqi sprach von „einer richtig guten ersten Halbzeit“ und einer zweiten, in der offensive Unterföhringer die Konterräume öffneten. Er trat aber auch gleich die Euphoriebremse: „Jetzt brauchen wir nur noch 37 Punkte und steigen dann nicht ab.“ Unterföhrings Trainer Andreas Pummer sah „ein packendes und gutes Spiel“. Seiner Mannschaft könne er wenig vorwerfen. Das verlorene Derby ärgerte ihn, „aber auch in diesem Spiel wurden nur drei Punkte vergeben.“

Text: Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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